Peter Adrian sitzt an einem Tisch mit einem geöffneten Dokument

Adrian: "Strompreise gefährden die KI-Entwicklung"

Hohe Stromkosten, dichte Regulierung: Warum Deutschland beim Rennen um die künstliche Intelligenz (KI) zurückzufallen droht, hat DIHK-Präsident Peter Adrian jetzt im Interview mit der "Börsen-Zeitung" erklärt.

Rechtsunsicherheit bremst Digitalisierung

Adrian sieht die Wettbewerbsfähigkeit Europas im Bereich künstliche Intelligenz massiv gefährdet. Fast jedes dritte Unternehmen habe in der jüngsten DIHK-Digitalisierungsumfrage rechtliche Unsicherheiten als Hemmnis für die digitale Transformation genannt, berichtete er der "Börsen-Zeitung" – ein Zeichen dafür, dass die stark gewachsene Regelungsdichte mehr Verunsicherung erzeuge als Orientierung biete. Widersprüchliche, unklare und komplexe Vorgaben bremsten den KI-Einsatz schon in der entscheidenden Frühphase. Statt neuer Pflichten brauche es klare, praxistaugliche und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen sowie realistische Übergangsfristen.

Zwar sei Europas KI-Grundlagenforschung international anerkannt, doch bei Kommerzialisierung und Skalierung hinke man deutlich hinterher, bedauerte der DIHK-Präsident. Die DIHK fordert deshalb auch in ihrem aktuellen Positionspapier zum Thema ein leistungsfähiges KI-Ökosystem mit gezielter Förderung von Start-ups, besseren Finanzierungsmöglichkeiten, offenen Schnittstellen und Standards, mehr digitalen Kompetenzen in Bildungseinrichtungen sowie der Unterstützung von Open-Source-Lösungen.

Digitale Souveränität sichern

Zugleich sieht Peter Adrian Europa bei zentralen Zukunftstechnologien wie KI und Cloud weitgehend von Nicht‑EU-Anbietern abhängig. Eine Schlüsselrolle kommt dabei der Energiepolitik zu: Rechenzentren benötigten verlässlich verfügbaren und bezahlbaren Strom. Hohe Strompreise seien "ein echter Bremsklotz" für KI-Investitionen, warnte der DIHK-Präsident. Helfen könnten Strompreise auf europäischem Mindestniveau, beschleunigte Netz- und Rechenzentrumsanschlüsse sowie mehr Energieeffizienz, etwa durch Nutzung von Abwärme in Wärmenetzen. Nur im Zusammenspiel von Staat, Wirtschaft und Wissenschaft könne Europa seine digitale Souveränität sichern, so Adrian.

Das Interview im Wortlaut finden Sie auf der Website der "Börsen-Zeitung".

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Dominik Ohlig

Pressesprecher – Chef vom Dienst