Die Deutsche Industrie und Handelskammer (DIHK) unterstützt die Einführung eines digitalen Euro grundsätzlich. Nachhaltig erfolgreich wird der digitale Euro aber nur dann sein, wenn bei dessen Einführung wesentliche Voraussetzungen erfüllt werden. In einem aktuellen Positionspapier betont die DIHK, dass die neue Digitalwährung nur dann breite Akzeptanz finden werde, wenn sie für Unternehmen und Verbraucher einen konkreten Nutzen biete.
Adrian: Klarer Mehrwert erforderlich
Peter Adrian
"Derzeit sind wir in Europa bei Kartenzahlungen allein auf die Infrastruktur internationaler – überwiegend US-amerikanischer – Anbieter angewiesen. Deshalb ist eine europäische, souveräne Zahlungsinfrastruktur richtig und notwendig", erklärt DIHK-Präsident Peter Adrian anlässlich des Beschlusses im DIHK-Präsidium.
"Echte Souveränität entsteht allerdings nur dann, wenn der digitale Euro auch tatsächlich genutzt wird und wirtschaftlich tragfähig ist. Er sollte für Unternehmen und Verbraucher einen klaren Mehrwert bieten, sonst wird er sich im Alltag nicht durchsetzen." Er rät der Europäischen Zentralbank (EZB), den Nutzen des digitalen Euro deutlich intensiver zu kommunizieren, weil vielen potenziellen Nutzern bislang unklar sei, welche Vorteile die neue Zahlungsform habe.
Einführung und Nutzung kostenneutral und einfach gestalten
Für die Akzeptanz bei den Unternehmen sei auch die Kostenfrage wichtig. "Die Einführung und Nutzung des digitalen Euro sollte keine unnötigen zusätzlichen finanziellen oder administrativen Lasten verursachen. Der digitale Euro sollte sich in bestehende Systeme integrieren und praktikabel sein", so Adrian. Auch bei den Gebühren gelte: "Wenn der digitale Euro teurer ist als bestehende Zahlverfahren, wird er sich im Handel nicht durchsetzen". Wichtig sei auch die einfache technische Integration. Peter Adrian weist darauf hin, dass sich der digitale Euro nahtlos in bestehende Kassen-, ERP- und Buchhaltungssysteme einfügen müsse. "Nur dann ist eine breite Nutzung realistisch."
Entscheidend sei, dass der digitale Euro als Ergänzung zu bestehenden Zahlungsoptionen wahrgenommen werde: "Bargeld muss als gesetzliches Zahlungsmittel erhalten bleiben. Der digitale Euro ist als Ergänzung zum Bargeld gedacht, nicht als Ersatz." Private Anbieter anderer Zahlungsoptionen seien weiterhin wichtig für Wettbewerb und Innovation im Zahlungsverkehr, betont der DIHK-Präsident.
Wichtig ist für Peter Adrian ferner, dass die EZB und Politik mit der Wirtschaft im Austausch bleibt: "Der digitale Euro wird ein lebendes System sein. Deshalb braucht es einen dauerhaften Dialog zwischen Politik, Finanzsektor und Wirtschaft, um ihn entlang der realen Bedürfnisse der Wirtschaft weiterzuentwickeln und technologische Innovationen zu ermöglichen."
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Veröffentlicht 06.07.2026
Pressekontakt
Sven Ehling
Pressesprecher | Visuelle Kommunikation