Angesichts der historisch niedrigen Pegelstände wichtiger deutscher Flüsse hat das Bundesverkehrsministerium für den 6. August eine Niedrigwasser-Konferenz anberaumt. Dazu erklärt DIHK-Bereichsleiter Dirk Binding:
06.08.2026 – "Wir können nicht nur auf Regen hoffen – und Regentanz ist keine Strategie. Nachhaltig und verantwortungsvoll handeln heißt, den Verkehrsträger zu stärken, der große Gütermengen effizient und umweltschonend bewegt. Güter müssen physisch transportiert werden, daran geht kein Weg vorbei. Deshalb brauchen wir jetzt eine verlässliche, resiliente Infrastruktur, die die Schifffahrt nicht behindert, sondern fordert und fördert.
Hier ist der Bund gefragt: Er sollte seine Binnenwasserstraßen besser an Niedrigwasserphasen anpassen. Maßnahmen wie Fahrrinnenoptimierungen und ein modernes Sohlenmanagement sollten daher konsequent umgesetzt werden. Sie können erheblich dazu beitragen, den Schiffsverkehr auch in Niedrigwasserphasen länger aufrechtzuerhalten und dadurch die Folgen für die Wirtschaft zu verringern.
Letztlich haben die betroffenen Unternehmen auch nur begrenzte Alternativen zur Binnenschifffahrt. Die Verlagerung von Verkehren auf die Schiene und die Straße sind aus Kapazitätsgründen, aber auch wegen höherer Transportkosten meist keine Alternative. Wenn die durchschnittlichen Frachtkapazitäten wegen der niedrigen Pegelstände beispielsweise am Rhein um 25 Prozent sinken, werden hierdurch knapp 3 Millionen Tonnen Güter weniger pro Monat transportiert. Das entspricht knapp 120.000 LKW-Ladungen. Diese Kapazitäten haben wir weder bei den LKW noch bei den Fahrern.
Deutschland braucht auch in Zeiten von Niedrigwasserereignissen zuverlässige Wasserstraßen. Notwendige Anpassungsmaßnahmen dürfen deshalb nicht von vornherein ausgeschlossen werden."
Zu den Ergebnissen des Krisentreffens
Dirk Binding kommentierte am Nachmittag des 6. August auch die Ergebnisse der Niedrigwasser-Konferenz:
"Der heute beschlossene Notfallkoffer ist wichtig, um die akuten Folgen des Niedrigwassers für die Wirtschaft abzumildern. Mehr Angebote auf Straße und Schiene können bei den Unternehmen kurzfristig für eine gewisse Entlastung sorgen. Allerdings liegen die eigentlichen Aufgaben noch vor uns.
Wir müssen unsere Wasserstraßen resilient für Niedrigwasser und andere Extremwetterereignisse machen. Das ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf. Viele der hierzu auf dem Tisch liegenden Maßnahmen sind bereits seit Jahrzehnten in der Diskussion, wurden aber nie wirklich angepackt. Fahrrinnen zu vertiefen und Engstellen zu beseitigen gehören zu den Maßnahmen, die jetzt am dringendsten umgesetzt werden müssen. Das Infrastrukturzukunftsgesetz steht hier vor seiner ersten Bewährungsprobe."
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Veröffentlicht 06.08.2026
Pressekontakt
Petra Blum
Pressesprecherin