Geöffnete Hände halten eine Weltkugel

DIHK-Impuls: CBAM-Anpassungen dringend nötig

Der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus der EU (Carbon Border Adjustment Mechanism, CBAM) betrifft viele deutsche Unternehmen. Die DIHK sieht erheblichen Nachbesserungsbedarf – und legt in einem Impulspapier Forderungen zur Weiterentwicklung des Instrumentes vor.

Der CBAM soll verhindern, dass klimapolitische Ambitionen in Europa durch günstigere Importe aus weniger regulierten Märkten unterlaufen werden. Doch die Realität vieler Unternehmen sieht anders aus: Statt effektivem Klimaschutz erleben sie wachsenden bürokratischen Aufwand, steigende Kosten und erhebliche Rechtsunsicherheit. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ohne eigene Compliance-Abteilung stoßen an strukturelle Grenzen. Die DIHK hat deshalb konkrete Forderungen an die Bundesregierung und die EU-Kommission formuliert – und macht deutlich: Ohne grundlegende Nachbesserungen droht dem Industriestandort Europa ein dauerhafter Wettbewerbsverlust.

Hintergrund: Was ist CBAM, und wo steht es heute?

Der CBAM wurde durch die Verordnung (EU) 2023/956 des Europäischen Parlaments und des Rates eingeführt und ist seit dem 1. Januar 2026 vollständig in Kraft. Importeure von Zement, Stahl, Eisen, Aluminium, Düngemitteln, Elektrizität und Wasserstoff müssen für ab 2026 eingeführte CBAM-Güter Zertifikate erwerben, deren Preis sich am EU-Emissionshandel (ETS) orientiert. Zuvor galt seit Oktober 2023 eine Übergangsphase mit reinen Berichtspflichten.

Im Februar 2025 schlug die EU-Kommission im Rahmen des sogenannten Omnibus-Pakets I (COM(2025)87) Vereinfachungen vor, die im Oktober 2025 in Kraft traten. Kern dieser Reform ist eine Mengen-Schwelle: Unternehmen, die weniger als 50 Tonnen CBAM-Waren pro Jahr importieren, sind von den CBAM-Pflichten ausgenommen – womit rund 90 Prozent aller betroffenen Importeure aus der Regulierung herausfallen. Trotz dieser Erleichterung benennt die DIHK in ihrem Impulspapier eine Reihe von Problemen, die das System in seiner aktuellen Ausgestaltung für die Praxis kaum handhabbar machen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zu hohe Standardwerte: 
    Die im Dezember 2025 veröffentlichten Standardwerte, insbesondere für Importe aus China und Indonesien, übertreffen frühere Referenzwerte deutlich – mit gravierenden Kostenfolgen für Unternehmen, die ihre Bezugsquellen kurzfristig nicht wechseln können.
  • Fehlende Exportlösung: 
    Waren, die in der EU produziert und mit einem CO₂-Preis belastet wurden, werden im Export nicht entlastet. Dies benachteiligt europäische Hersteller im globalen Preiswettbewerb massiv.
  • Engpass bei Zertifizierern: 
    Für die verpflichtende Zertifizierung von rund 40.000 Produktionsanlagen stehen absehbar nicht genug akkreditierte Prüfstellen zur Verfügung – mit der Folge, dass Unternehmen auf nachteilige Standardwerte ausweichen müssen.
  • Zu kurze Fristen und unklare Regeln: 
    Verordnungen werden kurzfristig erlassen, Konsultationen zu spät durchgeführt, grundlegende Rechtsfragen bleiben ungeklärt – etwa bei Veredelungsverkehren, Rückwaren oder Mehrwegverpackungen.
  • Strukturelle Überforderung kleiner und mittlerer Unternehmen: 
    Unternehmen ohne spezialisierte Compliance-Teams und IT-Ressourcen sind mit dem System in seiner aktuellen Form überfordert – trotz der 50-Tonen-Mengenschwelle.

Die Forderungen der DIHK an die Politik

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Das komplette Papier gibt es hier zum Download:

Publikation
DIHK-Impulspapier: CBAM-Herausforderungen 2026
Zusammenfassung
Unternehmen in Deutschland stehen derzeit vor massiven Problemen mit Blick auf die Umsetzung des CO2-Grenzausgleichmechanismus CBAM. Die DIHK listet in einem Impulspapier die Probleme, die Bundesregierung und die EU-Kommission umgehend adressieren müssen, und benennt die zu ergreifenden Maßnahmen.
Informationen
Dateiformat: PDF (barrierefrei)
Dateigröße: 669 KB
Stand: Juni 2026
Seitenumfang: 9 Seiten

Relevant im Themenfeld:
Schwerpunkte:
  • Klima

Ansprechpartner

Porträt Klemens Kober

Klemens Kober

Referatsleiter Handelspolitik, transatlantische Beziehungen und EU-Zollfragen