EU-Mercosur

EU-Mercosur-Abkommen startet: Neue Dynamik im Handel mit Südamerika

Mit dem Start des EU-Mercosur-Abkommens zum 1. Mai gewinnt der Handel mit Südamerika für deutsche Unternehmen erheblich an Bedeutung – obwohl er bislang nur rund ein Prozent des gesamten deutschen Außenhandels ausmacht.

44 Prozent aller international tätigen Unternehmen erwarten durch das Abkommen spürbare Auswirkungen. Das zeigt eine Sonderauswertung der "Going International"-Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter Unternehmen mit Auslandsgeschäft. „Das ist ein starkes Signal“, sagt Volker Treier, DIHK-Außenwirtschaftschef. „Gerade bei bislang vergleichsweise geringem Handelsvolumen wird deutlich, welches Potenzial viele Unternehmen im Mercosur sehen.“ 

"Wichtig ist es, dass die vereinbarten Erleichterungen schnell und verlässlich von allen Seiten umgesetzt werden."

Volker Treier am Geländer 2022

Dr. Volker Treier

-- Außenwirtschaftschef | Mitglied der Hauptgeschäftsführung

Schon vor Inkrafttreten haben bereits 13 Prozent der international tätigen Unternehmen konkrete Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Abkommen eingeleitet. Zwei Drittel (66 Prozent) von ihnen bereiten insbesondere eine Ausweitung ihrer Exportaktivitäten in die Mercosur-Staaten vor. „Die geplanten Zollsenkungen eröffnen deutschen Exporteuren spürbare Wettbewerbsvorteile“, so Treier. „Viele Unternehmen nutzen die Gelegenheit, ihre Marktstrategie in Südamerika gezielt auszubauen.“ 

 

Zu den wichtigsten erwarteten Effekten zählen ein verbesserter Marktzugang, der Abbau von Handelshemmnissen sowie geringere Kosten. Wie alle Handelsabkommen ist aber auch das mit dem Mercosur kein Selbstläufer.  „Wichtig ist es, dass die vereinbarten Erleichterungen schnell und verlässlich von allen Seiten umgesetzt werden. Dann können mehr Unternehmen die Chancen nutzen“, betont Treier.  

Mit dem Inkrafttreten des Abkommens zum 1. Mai setzt die EU ein Signal für offene Märkte und regelbasierten Handel. „Gerade in einer Phase zunehmender Abschottung ist das ein wichtiges Zeichen“, so Treier. „Jetzt gilt es, diesen Weg konsequent weiterzugehen – auch mit weiteren Abkommen etwa mit Indien, Indonesien und Mexiko.“ 

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Julia Fellinger

Pressesprecherin