44 Prozent aller international tätigen Unternehmen erwarten durch das Abkommen spürbare Auswirkungen. Das zeigt eine Sonderauswertung der "Going International"-Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter Unternehmen mit Auslandsgeschäft. "Das ist ein starkes Signal", sagt Volker Treier, DIHK-Außenwirtschaftschef. "Gerade bei bislang vergleichsweise geringem Handelsvolumen wird deutlich, welches Potenzial viele Unternehmen im Mercosur sehen."
"Wichtig ist es, dass die vereinbarten Erleichterungen schnell und verlässlich von allen Seiten umgesetzt werden."
Dr. Volker Treier
-- Außenwirtschaftschef | Mitglied der Hauptgeschäftsführung
Schon vor Inkrafttreten haben bereits 13 Prozent der international tätigen Unternehmen konkrete Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Abkommen eingeleitet. Zwei Drittel (66 Prozent) von ihnen bereiten insbesondere eine Ausweitung ihrer Exportaktivitäten in die Mercosur-Staaten vor. "Die geplanten Zollsenkungen eröffnen deutschen Exporteuren spürbare Wettbewerbsvorteile", so Treier. "Viele Unternehmen nutzen die Gelegenheit, ihre Marktstrategie in Südamerika gezielt auszubauen."
Zu den wichtigsten erwarteten Effekten zählen ein verbesserter Marktzugang, der Abbau von Handelshemmnissen sowie geringere Kosten. Wie alle Handelsabkommen ist aber auch das mit dem Mercosur kein Selbstläufer. "Wichtig ist es, dass die vereinbarten Erleichterungen schnell und verlässlich von allen Seiten umgesetzt werden. Dann können mehr Unternehmen die Chancen nutzen", betont Treier.
Mit dem Inkrafttreten des Abkommens zum 1. Mai setzt die EU ein Signal für offene Märkte und regelbasierten Handel. "Gerade in einer Phase zunehmender Abschottung ist das ein wichtiges Zeichen", so Treier. "Jetzt gilt es, diesen Weg konsequent weiterzugehen – auch mit weiteren Abkommen etwa mit Indien, Indonesien und Mexiko."
Die Vorteile im Überblick
Was sich mit dem Abkommen zum 1. Mai 2026 ändert
(Quelle: EU-Kommission, DG Trade)
Zollsenkungen:
- 0 % Zölle auf bestimmte landwirtschaftliche Erzeugnisse (beispielsweise auf die meisten Schaumweine, Obst und Obstzubereitungen, pflanzliche Öle sowie einige Heimtierfutter)
- Gesenkte Zölle auf die meisten anderen landwirtschaftlichen Erzeugnisse mit schrittweiser Reduzierung auf 0 % über die nächsten zehn Jahre (zum Beispiel Kekse, Bier)
- Deutlich niedrigere Zölle auf Pkw: Elektro- und Hybridfahrzeuge (von 35 % auf 25 %), Benzin-/Dieselfahrzeuge (von 35 % auf 17,5 %)
- Niedrigere Zölle für die meisten Industriegüter (zum Beispiel Maschinen und Geräte, Arzneimittel und Textilien) mit schrittweiser Reduzierung auf 0 % in den nächsten Jahren
- Erstmaliger Zugang zu Mercosur-Zollkontingenten (etwa für Käse, Schokolade, Knoblauch und andere)
- Schutz für 344 einzigartige EU-Lebensmittel- und Getränkeprodukte wie Prosciutto di Parma oder Comté-Käse
Erleichterte Handelsbedingungen:
- Zugang zu Mercosur-Dienstleistungsmärkten
- Zugang zu Mercosur-Ausschreibungen öffentlicher Aufträge
- Erleichterte vorübergehende Entsendung von Personen zu Geschäftszwecken
- Modernisierte Ursprungsregeln
- Erhöhte Rechtssicherheit durch spezifischen Streitbeilegungsmechanismus
- Flexible Kennzeichnungsvorschriften und Angleichung an internationale Standards
- Relevant im Themenfeld:
- Internationaler Handel
- Schwerpunkte:
-
- Außenwirtschaft
Veröffentlicht 29.04.2026
Aktualisiert 04.05.2026
Pressekontakt
Julia Fellinger
Pressesprecherin