Reaktion von Volker Treier

Europa sieht sich einem verschärften geoökonomischen Wettbewerb ausgesetzt

DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier zum Economic Security Package der EU-Kommission

02.12.2025 - „Strategische Abhängigkeiten, insbesondere bei kritischen Rohstoffen, treffen die deutsche Wirtschaft hart. Die Herausforderungen werden durch die wachsende Rivalität zwischen den USA und China verstärkt – und die Unternehmen in Deutschland und Europa gehören zu den Leidtragenden. 

Im Interesse der deutschen Wirtschaft muss Europa jetzt entschlossen und geschlossen als souveräner Akteur in diesem geopolitischen Spannungsfeld auftreten. Klar ist jedoch: Staatlich gelenkte Eingriffe in unternehmerische Entscheidungen wären nicht der richtige Weg. Die Gestaltung von Lieferketten, die jetzt aus geopolitischen Erwägungen sinnvoll erscheinen, muss zuvorderst in der Verantwortung der Unternehmen bleiben. 

Die wirtschaftspolitischen Strategien von Brüssel und Berlin müssen indes auf eine bessere Gestaltung der Rahmenbedingungen abzielen: Auf europäischer Ebene heisst das die Stärkung internationaler Handelspartnerschaften. Ziel muss es sein, Lieferketten breiter aufzustellen und damit die Resilienz der deutschen und europäischen Wirtschaft zu erhöhen. Staatliche Abwehrmaßnahmen sollten nur als Ultima Ratio dienen. 

Während die EU-Vorschläge zu Vorratshaltung und potenziellen Exportbeschränkungen bei kritischen Rohstoffen und Schrotten wegen der erheblichen Markteingriffe kritisch zu bewerten sind, setzen die Unternehmen große Hoffnungen in eine ambitionierte ResourceEU-Strategie. Sie kann entscheidend dazu beitragen, die Rohstoffresilienz der EU schnell und nachhaltig zu verbessern. Vertiefte internationale Partnerschaften und konkrete Rohstoffprojekte sind dabei ein zentraler Hebel für mehr wirtschaftliche Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit.“ 

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Susanne Schraff

Pressesprecherin