Drei Frauen auf dem Podium bei der Multiplikatorenveranstaltung 2026 des Netzwerks Erfolgsfaktor Familie

Familienfreundlichkeit als Erfolgsfaktor – auch und gerade in schwierigen Zeiten

Wie kann die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch in herausfordernden Zeiten zu wirtschaftlicher Stärke beitragen? Diese Frage stand im Mittelpunkt bei der Multiplikatorenveranstaltung des Netzwerks "Erfolgsfaktor Familie" am 30. Juni 2026.

Die virtuelle Veranstaltung des Unternehmensnetzwerks zeigte auf, wie wichtig gute betriebliche Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Leistungsfähigkeit von Beschäftigten sind.

Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel, demografischem Wandel und multiplen Krisen wird sichtbar: Unternehmen, die Vereinbarkeit fördern, stärken Motivation, Gesundheit und Produktivität ihrer Beschäftigten. Dies hat positive Auswirkungen auf das Erreichen wirtschaftlicher Ziele in Unternehmen und die Stärkung der eigenen Resilienz.

Mitarbeitende können Leistung dann dauerhaft erbringen, wenn Arbeitskultur, Führung und Arbeitsorganisation ihre Lebensrealität berücksichtigen. Flexible Arbeitszeitmodelle, Unterstützung bei der Kinderbetreuung oder mobiles Arbeiten sind deshalb keine Zusatzleistungen, sondern Bestandteile eines modernen und familienfreundlichen Arbeitsumfelds, das die Arbeitsfähigkeit sichert.

Kein Gegenpol zu Leistung im Gegenteil

Prof. Dr. Jutta Rump von der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen, Institut für Beschäftigung und Employability, hob in ihrer Keynote mit dem Titel "Familienfreundlichkeit schafft Resilienz und erschließt Potenziale" hervor, wie Vereinbarkeit zur strukturellen Voraussetzung für nachhaltige Leistung und wirtschaftliche Resilienz werden kann: "Familienfreundlichkeit ist kein Gegenpol zu Leistung. Das Gegenteil ist richtig: Wer Spitzenleistungen erwartet, muss Bedingungen schaffen, unter denen Menschen langfristig leistungsbereit und leistungsfähig bleiben. Unternehmen, die an Vereinbarkeit sparen, zahlen die Rechnung später doppelt – durch Fehlzeiten, Fachkräftemangel und sinkende Leistungsfähigkeit."

Vereinbarkeit als strategische Ressource verstehen 

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Unternehmensvertreterinnen und -vertretern sowie Prof. Rump wurde klar, dass Überforderung, hohe Arbeitsdichte und Führungsfehler die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten erheblich beeinträchtigen können. Unternehmen sind daher gefordert, Führungskräfte stärker für beschäftigtenorientiertes Handeln zu befähigen und Vereinbarkeit als strategische Ressource zu verstehen, nicht als Belastung. 

Besonders jüngere Generationen erwarten eine Arbeitswelt, die Flexibilität, Sinn und Gesundheit miteinander verbindet. In der Praxis zeigt sich, wie bedeutsam das Thema auch wirtschaftlich ist: Wer an Vereinbarkeit spart, zahlt häufig an anderer Stelle. Umgekehrt können innovative Arbeitszeitmodelle, effizientere Prozesse und der gezielte Einsatz von KI neue Freiräume schaffen und damit Vereinbarkeit sowie Leistungsfähigkeit stärken.

Die Dokumentation der Veranstaltung gibt es in Kürze unter www.erfolgsfaktor-familie.de

Relevant im Themenfeld:
Schwerpunkte:
  • Familie und Beruf

Ansprechpartnerin

Porträtbild Corinna Schwedhelm

Corinna Schwedhelm

Projektreferentin Netzwerkbüro "Erfolgsfaktor Familie"