Wie schätzen international aktive deutsche Unternehmen ihre eigene Lage und die konjunkturelle Situation im Gastland ein? Im AHK World Business Outlook wertet die DIHK regelmäßig Rückmeldungen aus den deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) weltweit aus. Die Sonderauswertung der Umfrage von Herbst 2025 für Asien-Pazifik zeichnet ein sehr heterogenes Bild: Zwischen Greater China und der restlichen Region gibt es große Unterschiede, aber auch die Entwicklungen in einzelnen Ländern weichen teils erheblich voneinander ab.
Die Erhebung berücksichtigt die Antworten von 771 Unternehmen mit Deutschlandbezug, darunter Niederlassungen, Tochtergesellschaften und Unternehmen mit engen Handelsbeziehungen zu Deutschland. 664 der Umfrageteilnehmer kommen aus Asien-Pazifik (ohne Greater China), 107 aus Greater China (VR China, Taiwan, Hongkong).
Zentrale Ergebnisse auf einen Blick
Geschäftslage:
- Asien-Pazifik (ohne Greater China): Saldo aus "gut"- und "schlecht"-Antworten: 22 Punkte (Vorumfrage: 23 Punkte)
- Greater China: Saldo aus "gut"- und "schlecht"-Antworten: minus 5 Punkte (Vorumfrage: minus 2 Punkte)
Geschäftserwartungen:
- in Asien-Pazifik (ohne Greater China): Saldo aus "besser"- und "schlechter"-Antworten: 41 Punkte (Vorumfrage: 35 Punkte)
- in Greater China: Saldo aus "besser"- und "schlechter"-Antworten: 9 Punkte (Vorumfrage: 11 Punkte)
Meistgenannte Risiken
- Asien-Pazifik (ohne Greater China): Nachfrage (51 Prozent), Wechselkurs (46 Prozent), Wirtschaftspolitik (42 Prozent)
- Greater China: Nachfrage (73 Prozent), Wirtschaftspolitik (46 Prozent), Handelsbarrieren (41 Prozent)
Konjunkturerwartungen
- Asien-Pazifik (ohne Greater China): Saldo aus "besser"- und "schlechter"-Antworten: 15 Punkte (Vorumfrage: minus 10 Punkte)
- Greater China: Saldo aus "besser"- und "schlechter"-Antworten: minus 22 Punkte (Vorumfrage: minus 16 Punkte)
Investitionsabsichten
- Asien-Pazifik (ohne Greater China): Saldo aus "höher"- und "geringer"-Antworten: 17 Punkte (Vorumfrage: minus 18 Punkte)
- Greater China: Saldo aus "höher"- und "geringer"-Antworten: 6 Punkte (Vorumfrage: minus 15 Punkte)
Beschäftigungsabsichten
- Asien-Pazifik (ohne Greater China): Saldo aus "höher"- und "geringer"-Antworten: 24 Punkte (Vorumfrage: 27 Punkte)
- Greater China: Saldo aus "höher"- und "geringer"-Antworten: minus 21 Punkte (Vorumfrage: minus 4 Punkte)
Zwar bewerten die Unternehmen der Region ihre aktuelle Lage etwas verhaltener als noch in der Vorumfrage, doch sind die Erwartungen für die kommenden Monate in den meisten Märkten in Asien-Pazifik ohne Greater China stabil bis optimistisch. Dagegen trüben sich Stimmung und Perspektiven in Greater China weiter ein.
Geschäftslage und -erwartungen
Während sich bei der Geschäftslage die "gut"- und "schlecht"-Einschätzungen der Unternehmen weltweit zu durchschnittlich 25 Punkten saldieren, kommt Asien-Pazifik ohne Greater China nur auf einen Saldo von 22 Punkten, in Greater China sind es lediglich minus 5 Punkte. Besonders positiv bewerten die Betriebe in Sri Lanka ihre derzeitige Situation (55 Saldenpunkte), gefolgt von Indien (42 Punkte) und den Philippinen (39 Punkte).
Bei den Erwartungen an künftige Geschäfte übertrifft die Region Asien-Pazifik ohne Greater China dagegen mit einem Saldo von 41 Punkten aus "besser"- und "schlechter"-Antworten den weltweiten Durchschnitt von 34 Punkten erheblich. Greater China kommt hier nur auf 9 Punkte. An der Spitze liegt in puncto Zuversicht ebenfalls Sri Lanka (70 Punkte) , aber auch Neuseeland (56 Punkte), Vietnam und Indonesien (je 52 Punkte) zeigen sich optimistisch.
Risiken
Die in Asien-Pazifik ohne Greater China wahrgenommenen Geschäftsrisiken haben sich gegenüber der Vorumfrage leicht in ihrer Bedeutung verschoben. Nach wie vor bleibt die von 51 Prozent der Betriebe genannte Nachfrage das höchste Risiko – Spitzenreiter ist hier Singapur mit 76 Prozent –, gefolgt von Wechselkursrisiken mit 46 Prozent (insbesondere Japan mit 84 Prozent) und der Wirtschaftspolitik mit 42 Prozent – hier sorgt sich Thailand mit 61 Prozent besonders stark.
Auch in Greater China rangiert die Nachfrage auf Rang eins der Risiken (73 Prozent), hier nimmt allerdings die Wirtschaftspolitik mit 46 Prozent den zweiten Platz ein, Handelsbarrieren folgen mit 41 Prozent.
Konjunktur vor Ort
Die Konjunkturentwicklung vor Ort wird mit einem "besser"-"schlechter"-Saldo von 15 Punkten in Asien-Pazifik ohne Greater China deutlich optimistischer bewertet als in der Welt insgesamt (2 Punkte) oder in Greater China (minus 22 Punkte, wobei sich die Erwartungen in Taiwan mit minus 4 Punkten deutlich besser darstellen als in der Volksrepublik mit minus 25 Punkten).
Investitionen und Beschäftigung
Auch bei den Investitions- und den Beschäftigungsabsichten hat Asien-Pazifik ohne Greater China die Nase vorn: Der Saldo aus Unternehmen, die ihre Investitionen steigern wollen, und Betrieben, die sie verringern möchten, liegt bei 17 Punkten (Welt: 13 Punkte, Greater China: 6 Punkte). Mehr Personal einstellen als abbauen möchten die Betriebe in Asien-Pazifik mit einem Saldo von 24 Punkten (Welt: 16 Punkte), während in Greater China mit einem Saldo von minus 21 Punkten die Zeichen auf Stellenabbau stehen.
Folgen der US-Handelspolitik
Die derzeitige Handelspolitik der Vereinigten Staaten macht sich auch in der Region Asien-Pazifik bemerkbar. An den Standorten außerhalb von Greater China sind nach wie vor 52 Prozent (Vorumfrage: 61 Prozent) stark negativ oder negativ betroffen. In Greater China spüren aktuell 69 Prozent (zuvor 72 Prozent) der Umfrageteilnehmer negative Auswirkungen der US-Handelspolitik.
Downloads
Die komplette Auswertung ist hier abrufbar:
AHK Asien-Pazifik Business Outlook Herbst 2025 (PDF, 753 KB)
- Relevant im Themenfeld:
- Internationaler Handel
- Schwerpunkte:
-
- Außenwirtschaft
- Konjunktur
Veröffentlicht 23.02.2026
Ansprechpartnerinnen
Dr. Gabriele Rose
Initiative Internationale Rohstoffe und Nachhaltigkeit, Sonderbeauftragte Asien-Pazifik
Lola Marie Machleid
Referatsleiterin Internationale Konjunktur
Julia Fellinger
Pressesprecherin