Sonderauswertung AHK Asien-Pazifik Business Outlook zum Jahresende 2025

Asien-Pazifik bleibt robust – schwache Binnennachfrage und geopolitische Unsicherheit bremsen China-Geschäft

22.02.2026 - Trotz geopolitischer Spannungen und zunehmender handelspolitischer Risiken bleibt die Region Asien-Pazifik ein Lichtblick für die deutsche Wirtschaft. Das zeigt die Sonderauswertung des AHK Asien-Pazifik Business Outlook zum Jahresende 2025, für die die Deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) rund 800 deutsche Unternehmen in der Region befragt haben. Während sich Stimmung und Erwartungen in Greater China weiter eintrüben, haben sich die Geschäftsaussichten in Asien-Pazifik ohne Greater China leicht aufgehellt.   

„Asien-Pazifik bleibt trotz aller Herausforderungen ein Hoffnungsschimmer für die deutsche Wirtschaft“, sagt Volker Treier, Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). „Viele Unternehmen blicken wieder etwas zuversichtlicher nach vorn – auch wenn das Umfeld volatil bleibt.“ 

Besonders positiv bewerten Unternehmen ihre Lage und Erwartungen in Sri Lanka, Neuseeland, Vietnam und Indonesien. Indien zeigt eine stabile, wenn auch etwas schwächere Entwicklung. Japan verzeichnet eine moderate Erholung. Gleichzeitig bleibt die Geschäftslage im weltweiten Vergleich in Teilen der Region verhaltener. In Südkorea verschlechtern sich die Rahmenbedingungen weiter, Singapur rutscht erstmals wieder ins Negative. 

In Greater China bleiben sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen für die kommenden Monate unter Druck. „Geopolitische Spannungen, Strafzölle und zunehmende Handelshemmnisse haben die Planungssicherheit massiv beeinträchtigt“, betont Treier. „Exportkontrollen und Einschränkungen bei kritischen Rohstoffen wie seltenen Erden sind klare handelspolitische Warnsignale – mit spürbaren Folgen für deutsche Unternehmen in und mit China.“ Auffällig ist dabei ein gegenläufiger Trend: Trotz der angespannten Stimmung steigen die Investitionsabsichten in der Volksrepublik China deutlich an. Das liegt daran, dass sie – trotz schwieriger Marktbedingungen – wettbewerbsfähig bleiben wollen und dafür Zugang zu lokalen Innovations- und Technologiestandorten benötigen. Zudem sehen sie weiterhin attraktive Wachstums- und Absatzchancen. 

Über alle Teilregionen hinweg bleibt die Nachfrage das größte Geschäftsrisiko für die Unternehmen. Zwar fallen die Konjunkturerwartungen in Asien-Pazifik insgesamt besser aus als im weltweiten Durchschnitt, doch gilt das ausdrücklich nicht für Greater China, wo die Unternehmen zunehmend mit einer Verschlechterung rechnen. Investitionspläne bleiben in der Region insgesamt stabil, mit klaren regionalen Unterschieden. 

Ein weiterer Belastungsfaktor ist die US-Handelspolitik. In allen Teilen Asien-Pazifiks berichten Unternehmen von deutlich negativen Auswirkungen auf ihr Geschäft – besonders stark in Greater China, aber auch in Ländern wie Südkorea, Neuseeland und Singapur. Zölle, Exportkontrollen und industriepolitische Vorgaben beeinflussen strategische Entscheidungen spürbar. 

„Unternehmen reagieren darauf mit Diversifizierung“, so Treier. „Lieferketten werden neu bewertet, Absatzmärkte breiter aufgestellt. Wir sehen klar, dass Unternehmen verstärkt nach Alternativen innerhalb Asiens suchen – und diese zunehmend auch finden.“ 

Die Umfrageergebnisse finden Sie hier zum Download: AHK Asien-Pazifik Business Outlook Herbst 2025 (PDF, 1 MB)

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Julia Fellinger

Pressesprecherin