03.12.2025 - „Der Großteil der deutschen Wirtschaft unterstützt ein EU-Indien Handelsabkommen, welches die Marktzugänge und den Abbau von Handelshürden für indische Märkte nennenswert voranbringt. Hierfür sollte sich die Bundesregierung und die EU-Kommission nachdrücklich einsetzen. Ein gutes Abkommen mit weitreichenden Handelserleichterungen sollte das Ziel für beide Verhandlungspartner sein – auch wenn sich durch gute Verhandlungen jetzt der Abschluss um wenige Wochen verzögern könnte.
Die deutsche Wirtschaft erwartet, dass das EU-Abkommen den indischen Markt weiter öffnet als etwa das Abkommen Indiens mit dem Vereinigten Königreich. Dabei stehen signifikante Zollsenkungen bis hin zu null Prozent in allen Industriebereichen und insbesondere im Automobil-, Maschinenbau und Chemiesektor im Vordergrund. Bereits ab dem ersten Tag der Umsetzung sollten spürbare Zollsenkungen erfolgen, eine mehr als zehnjährige Übergangsphase für den kompletten Zollabbau sollte vermieden werden. Wichtig ist zudem, dass der Marktzugang nicht durch die Hintertür mit überbürokratischen Ursprungsregeln konterkariert wird. Damit die Unternehmen das Abkommen auch nutzen, darf die Nachweisführung beim Warenursprung keine neuen Dokumentationspflichten enthalten.
Aufgrund der Bedeutung des deutsch-indischen Dienstleistungshandels und der zunehmenden deutschen Investitionen im Land sollte sich Indien auch in diesen Sektorennachhaltig öffnen. Auch ist für deutsche Unternehmen wichtig, dass Indien technische Handelshemmnisse etwa bei bürokratischen Zertifizierungsvorgaben abbaut. Durch regulatorische Kooperationsgremien im Handelsabkommen sollte die Entstehung neuer Handelshemmnisse schon im Vorhinein verhindert werden.
Auch wenn durch ein bilaterales Abkommen der Außenhandel mit Indien in seiner Breite erleichtert und abgesichert werden kann, bleibt die Welthandelsorganisation für die deutsche Wirtschaft der Grundpfeiler für die internationalen Handelsbeziehungen. Die Bundesregierung und die EU sollten sich daher dafür einsetzen, dass Indien auch dort konstruktiv an einer Reform und Weiterentwicklung des regelbasierten multilateralen Handelssystems mitwirkt. Hierzu zählt auch die multilaterale wie plurilaterale Zusammenarbeit in den Bereichen digitaler Handel, Klima, Nachhaltigkeit, Industriepolitik, Wirtschaftssicherheit und Lieferkettenresilienz.“
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Veröffentlicht 03.12.2025
Aktualisiert 19.12.2025