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KI-Potenziale heben, digitale Souveränität stärken

Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Wettbewerbs- und Produktivitätsfaktor für Unternehmen. Gleichzeitig stellen rechtliche Unsicherheiten und bürokratische Hemmnisse viele Betriebe weiterhin vor erhebliche Hürden, auch mit Blick auf die digitale Souveränität.

KI ist längst im betrieblichen Alltag deutscher Unternehmen angekommen und reicht dabei weit über Standardanwendungen hinaus. 41 Prozent der Betriebe, die KI einsetzen, stufen den Einfluss der Technologie auf ihre Produktivität in der aktuellen DIHK-Digitalisierungsumfrage 2026 als hoch ein. Damit gewinnt KI zunehmend an strategischer Bedeutung.

Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz von KI ist ein entsprechender "digitaler Reifegrad", der Unternehmen sehr fordert. Denn es geht hier auch um Ressourcen: Für 58 Prozent der Unternehmen ist der Faktor Zeit ein Engpass auf dem Weg zu mehr Digitalisierung. Hinzu kommen rechtliche Unsicherheiten, die fast jeder dritte Betrieb als Digitalisierungshemmnis nennt. Bürokratische Hemmnisse oder komplizierte Rahmenbedingungen erweisen sich dabei als – vielfach vermeidbare – Digitalisierungshürden. 

Rechtsunsicherheit und Bürokratie hinderlich

Damit Unternehmen die Potenziale von KI ausschöpfen können, sollten zum Beispiel bürokratischer Aufwand auf ein notwendiges Maß begrenzt und Doppelverpflichtungen sowie Regelungskonflikte ausgeschlossen werden. Für Innovationen und für digitale Souveränität benötigen die Betriebe sowohl ausreichende Handlungsfreiräume als auch Rechtssicherheit.

Zugleich sieht sich eine Mehrheit der Unternehmen bei Hardware, Cloud-Diensten oder KI-Technologien weitgehend oder komplett abhängig von Ländern außerhalb der EU. Daraus ergeben sich erhebliche Risiken: Politische Spannungen oder Handelskonflikte können direkte Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb haben. Digitale und technologische Souveränität gewinnt vor diesem Hintergrund weiter an Bedeutung.

Digital-Ökosystem sollte Basis für Souveränität und Innovation bilden

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wünscht sich laut der aktuellen DIHK-Digitalisierungsumfrage 2026 nahezu jedes zweite Unternehmen politische Maßnahmen zur Unterstützung gemeinsamer offener Schnittstellen und Standards. Darüber hinaus sollten digitale Bildung und die Förderung von Open-Source-Lösungen aus Sicht der Betriebe stärker priorisiert werden.

Langfristig ist zudem der Aufbau eines leistungsfähigen Digital-Ökosystems erforderlich, das innovative und souveräne Lösungen aus Europa oder Deutschland hervorbringt. Dafür braucht es beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren und bezahlbare Strompreise, beispielsweise durch eine Abschaffung der Stromsteuer beziehungsweise Reduzierung auf europäisches Mindestmaß. 

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  • Digitalisierung

Ansprechpartner

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Arian Siefert

Referatsleiter Wirtschaft digital

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Dr. Katrin Sobania

Referatsleiterin Informations- und Kommunikationstechnologie | E-Government | Postdienste | IT-Sicherheit