Wesentliche Ergebnisse
- Aktuelle Geschäftslage: Die Bewertung der Geschäftslage bleibt im Herbst 2025 unverändert. 25% der Unternehmen berichten von einer guten Lage, während ebenso viele eine schlechte Lage melden. Der Saldo bleibt bei null Punkten, deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.
- Geschäftserwartungen: Die Unternehmen bleiben pessimistisch, wobei nur 15% von einer Verbesserung ausgehen und 27% eine Verschlechterung erwarten. Der Saldo sinkt leicht auf minus 12 Punkte, jedoch bleibt er über dem Vorjahreswert.
- Geschäftsrisiken: Die häufigsten Risiken sind die Inlandsnachfrage (57%), wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (56%) und Arbeitskosten (56%).
- Exporterwartungen: Die Exporterwartungen bleiben negativ, wobei 29% der Unternehmen mit sinkenden Exporten rechnen und nur 19% eine Steigerung erwarten. Der Exportsaldo bleibt bei minus 10 Punkten.
- Investitionspläne: Die Investitionsbereitschaft bleibt zurückhaltend. 22% der Unternehmen planen höhere Investitionen, während 31% ihre Ausgaben verringern möchten. Der Saldo sinkt leicht auf minus 9 Punkte.
- Beschäftigungsabsichten: Die Schwächephase der Wirtschaft wirkt sich auch auf die Beschäftigungspläne aus, mit einem negativen Saldo von minus 13 Punkten, dem niedrigsten Stand seit der Corona-Pandemie. 11% planen eine Personalaufstockung, während 24% einen Rückgang erwarten.
Aktuelle Geschäftslage
Im Herbst 2025 bleibt die Geschäftslage der deutschen Unternehmen weltweit angespannt. Seit mehr als einem Jahr befindet sich die Wirtschaft auf einem niedrigen Niveau, ohne erkennbare Anzeichen für eine nachhaltige Erholung. Die Herausforderungen wie hohe Energie- und Arbeitskosten, langwierige Genehmigungsverfahren und bürokratische Hürden bremsen die Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen. Trotz der politischen Impulse der neuen Bundesregierung hat sich in der Praxis keine spürbare Verbesserung der Geschäftslage gezeigt. Unverändert bewerten nur 25 % der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“, während ebenfalls 25 % von einer „schlechten“ Lage sprechen. Der Lagesaldo bleibt bei null Punkten und liegt deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von plus 19 Punkten.
Besonders in der Industrie und im Handel bleibt die Stimmung gedämpft. Große Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten verzeichnen zwar einen leichten Rückgang bei der Lagebewertung, auch kleine und mittlere Unternehmen sind von den schwierigen Marktbedingungen betroffen. Die schwache Nachfrage aus dem In- und Ausland und geopolitische Spannungen wirken sich negativ auf die Geschäftslage aus, was insbesondere in den industriellen Sektoren zu spüren ist.
Geschäftserwartungen
Die Geschäftserwartungen der deutschen Unternehmen bleiben weiterhin von Pessimismus geprägt. Nur 15 % der Unternehmen rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit einer besseren Geschäftsentwicklung, während mehr als ein Viertel (27 %) von einer Verschlechterung ausgeht. Der Saldo der Geschäftserwartungen sinkt im Vergleich zum Frühsommer auf minus 12 Punkte, was deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 3 Punkten liegt. Zwar ist der Saldo gegenüber dem Vorjahr um sechs Punkte verbessert, dennoch bleiben die Aussichten insgesamt negativ.
Besonders in der Industrie bleibt die Nachfrage schwach, und strukturelle Probleme wie hohe Kosten und geopolitische Unsicherheiten dämpfen die Erwartungen. Kleine Unternehmen mit weniger als 200 Beschäftigten sind besonders von den schwierigen Marktbedingungen betroffen, während größere Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten im Vergleich etwas optimistischer in die Zukunft blicken.
Geschäftsrisiken
Die Unternehmen sehen sich mit einer Vielzahl von Geschäftsrisiken konfrontiert, die das wirtschaftliche Handeln erschweren. Das größte Risiko stellen die Inlandsnachfrage (57 %) sowie wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (56 %) dar. Insbesondere die anhaltend schwache Nachfrage aus dem Inland und aus dem Ausland bleibt eine zentrale Herausforderung. Hinzu kommen die steigenden Arbeitskosten, die für 56 % der Unternehmen ein weiteres großes Geschäftsrisiko darstellen, besonders in personalintensiven Branchen.
Seit Beginn des russischen Krieges in der Ukraine haben sich die Risiken weiter erhöht. In vielen Sektoren sehen sich Unternehmen mit hohen Energie- und Rohstoffpreisen sowie mit Unsicherheiten in der Handelspolitik konfrontiert. Der Fachkräftemangel bleibt insbesondere im Baugewerbe und in anderen arbeitsintensiven Branchen ein bedeutendes Problem.
Exporterwartungen der Industrieunternehmen
Die Exporterwartungen der deutschen Industrieunternehmen bleiben im Herbst 2025 weiterhin negativ. Der weltweite Wettbewerbsdruck, gepaart mit geopolitischen Spannungen und der Unsicherheit durch die US-Zollpolitik, belastet die Exportaussichten. 29 % der Unternehmen rechnen mit sinkenden Exporten, nur 19 % erwarten eine Steigerung. Der Saldo der Exporterwartungen verharrt bei minus 10 Punkten, was zwar leicht besser ist als im Vorjahr (minus 12 Punkte), jedoch deutlich unter dem langjährigen Schnitt von plus 14 Punkten.
Die exportorientierten Unternehmen kämpfen besonders mit der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit und den schwierigen Rahmenbedingungen in den internationalen Märkten. Große Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten zeigen sich im Vergleich zu kleineren Betrieben optimistischer und rechnen eher mit einem Exportwachstum, da sie besser in der Lage sind, sich an neue Handelsbedingungen anzupassen.
Investitionsabsichten
Die Investitionsbereitschaft der deutschen Unternehmen bleibt im Herbst 2025 zurückhaltend. Nur 22 % der Betriebe planen, ihre Investitionen zu erhöhen, während 31 % ihre Ausgaben verringern wollen. Der Saldo aus den Investitionsplänen sinkt leicht auf minus 9 Punkte, was eine Verschlechterung gegenüber dem Frühsommer darstellt (Saldo: minus 7 Punkte). Die Unsicherheiten aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die schwache Nachfrage aus dem In- und Ausland bremsen die Investitionsbereitschaft.
Die Investitionspläne sind besonders in der Industrie zurückhaltend, da viele Unternehmen lediglich Ersatzinvestitionen und Rationalisierungsmaßnahmen durchführen wollen. Investitionen in die Erweiterung der Produktionskapazitäten sind eher die Ausnahme. Auch die Investitionen in den Umweltschutz nehmen ab, was die generell vorsichtige Haltung der Unternehmen gegenüber zukünftigen Ausgaben widerspiegelt.
Beschäftigungsabsichten
Die anhaltende wirtschaftliche Schwäche und die trüben Geschäftserwartungen schlagen sich negativ auf die Beschäftigungspläne der Unternehmen nieder. Nur 11 % der Unternehmen planen, ihren Personalbestand auszuweiten, während 24 % von einem Rückgang ausgehen. Der Saldo der Beschäftigungsabsichten sinkt auf minus 13 Punkte, was den tiefsten Wert seit der Corona-Pandemie darstellt. Diese Entwicklung ist vor allem in der Industrie zu beobachten, wo der Saldo auf minus 21 Punkte gefallen ist. Dies spiegelt die fortwährende Unsicherheit und den Rückgang der Produktionsnachfrage wider.
Die hohen Arbeitskosten, insbesondere in personalintensiven Branchen, und der Fachkräftemangel stellen große Hürden für viele Unternehmen dar. Dies hat zu einer verhaltenen Einstellung gegenüber Neueinstellungen geführt, obwohl der Fachkräftemangel in bestimmten Branchen wie dem Baugewerbe weiterhin eine bedeutende Herausforderung bleibt.
DIHK-Prognose
Die DIHK prognostiziert für das Jahr 2025 ein schwaches Wirtschaftswachstum von nur 0,7 %. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wird durch anhaltende strukturelle Herausforderungen, geopolitische Unsicherheiten und hohe Energie- sowie Arbeitskosten beeinträchtigt. Die Konjunktur zeigt keine Anzeichen für eine schnelle Erholung, und die Unsicherheiten über die weltwirtschaftliche Entwicklung sowie die Auswirkungen der US-Zollpolitik und der Handelsspannungen bleiben hoch. Die DIHK rechnet mit einer Stagnation der Wirtschaft im laufenden Jahr und einem sehr moderaten Wachstum im kommenden Jahr.
Download
DIHK-Konjunkturumfrage Herbst 2025 (PDF, 1 MB)
Statistischer Anhang DIHK-Konjunkturumfrage Herbst 2025 (PDF, 1 MB)
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Veröffentlicht 16.12.2025
Ansprechpartner
Dr. Jupp Zenzen
Referatsleiter Konjunktur, Wachstum, Unternehmensbefragungen