Nico Schönefeldt

Passungsprobleme beim Ausbildungsmarkt entschiedener angehen

DIHK-Ausbildungsexperte Nico Schönefeldt zu den Ausbildungszahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung

10.12.2025 - Der erneute Rückgang der Ausbildungsverträge zeigt: Wir müssen die Passungsprobleme beim Ausbildungsmarkt noch entschiedener angehen. Unsere Umfragen belegen, dass viele Betriebe trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage weiter ausbilden wollen, aber häufig keine geeigneten Bewerbungen bekommen. Damit drohen sie künftig als Ausbildungsbetriebe verloren zu gehen.   

Trotz Wirtschaftskrise verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit daher nach dem Ausbildungsstart weiterhin mehr unbesetzte Ausbildungsplätze als unvermittelte Bewerberinnen und Bewerber, die auf eine Ausbildung festgelegt sind. Es gibt keinen generellen Mangel an Ausbildungsplätzen. Aber Angebot und Nachfrage fallen zu oft auseinander. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Mal gibt es den Traumausbildungsberuf in der Region nicht, oder die Anforderungen im Betrieb passen nicht zu den Qualifikationen der Bewerberin oder des Bewerbers. Auch die Vorstellungen vom Wunschberuf stimmen nicht immer mit der Realität überein. 

Daher müssen wir beim Matching dringend gegensteuern und alle Chancen nutzen, um junge Menschen und Betriebe zusammenzubringen. Die auch in der Allianz für Aus- und Weiterbildung formulierten Ansätze zur Stärkung der Berufsorientierung sind ein zentraler Hebel dafür. Bewährt hat sich beispielsweise der Peer-to-Peer-Ansatz der Ausbildungsbotschafter. Dabei gehen Auszubildene in die Schulen und berichten authentisch und auf Augenhöhe von ihrem Ausbildungsberuf. Wichtig ist, dass sich die jungen Menschen noch während ihrer Schulzeit unabhängig von der Schulform und frei von Vorurteilen und Klischees für eine Ausbildung nach ihren Interessen und Fähigkeiten entscheiden. Der Schlüssel dafür liegt in einer systematischen und praxisorientierten Berufsorientierung.” 

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Porträtbild Petra Blum, Pressesprecherin

Petra Blum

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