EU-US-Containerstapel

US-Zollpolitik belastet deutsche Unternehmen enorm

Die USA sind der wichtigste Exportmarkt für deutsche Unternehmen. Doch ausgerechnet die Wirtschaftsbeziehungen zu den Vereinigten Staaten haben enorm an Verlässlichkeit verloren. Die Folgen für die deutsche Wirtschaft beleuchtet eine Sonderauswertung der DIHK-Umfrage "Going International 2026".

Im Rahmen der "Going International"-Umfrage unter 2.400 Unternehmen hat die DIHK die Betriebe im Februar speziell nach den Folgen der handelspolitischen Spannungen mit den USA gefragt. Das Ergebnis: Die Belastungen im Verhältnis zu diesem zentralen Handelspartner sind erheblich.

Dabei macht den Befragten vor allem die Handelspolitik der US-Administration zu schaffen: Nach den verschiedenen unterschiedlichen Zoll-Ankündigungen sind die Rahmenbedingungen im Geschäft mit den Vereinigten Staaten für die deutschen Unternehmen unkalkulierbar geworden – zumal im Februar der US Supreme Court eine der zentralen Rechtsgrundlagen der US‑Zollpolitik für illegal erklärt hat. Die Konsequenzen sind noch nicht absehbar. 

"Die USA bleiben ein Schlüsselmarkt – aber sie entwickeln sich für viele Unternehmen vom Wachstumstreiber zum Risiko."

Volker Treier am Geländer 2022

Dr. Volker Treier

-- Außenwirtschaftschef | Mitglied der Hauptgeschäftsführung

Haupthürde Unsicherheit 

Entsprechend bewerten 67 Prozent der Unternehmen die Unsicherheit als größte Belastung im US-Geschäft, noch vor den – vor allem mit den sektoralen Zöllen auf Stahl und Aluminium und deren Derivaten verbundenen – Kosten und der Bürokratie im Zollverfahren (54 Prozent) oder Wechselkurs-/Finanzmarktrisiken (48 Prozent).  

Im Ergebnis werden deutsche Produkte in den Vereinigten Staaten vielfach teurer: 73 Prozent der deutschen Exporteure wälzen die Zollkosten ganz oder in Teilen auf ihre US-Kunden ab, nur 14 Prozent nehmen eine reduzierte Marge in Kauf. Weitere 13 Prozent geben an, ihre Ausfuhren in die USA zu verringern. 

Zollpolitik wirkt nicht als Investitions-Booster 

Anders als von der US-Administration erhofft, führen die Zollsteigerungen aber bislang nicht dazu, dass deutsche Unternehmen ihre Geschäfte vor Ort signifikant ausbauen: Nur 17 Prozent der Betriebe wollen mehr oder zusätzlich in den USA investieren, 33 Prozent vertagen Investitionen und weitere 17 Prozent planen sogar, sie zu verringern. 

Verhaltene Geschäftsaussichten

Vor diesem Hintergrund blicken die Unternehmen pessimistisch auf die Zukunft ihres US-Engagements: 43 Prozent erwarten hier im Jahr 2026 schlechtere Geschäfte. Immerhin 16 Prozent der Befragten rechnen mit einer Verbesserung des US-Geschäfts, das liegt in der weltweiten Betrachtung im unteren Mittelfeld.

Die kompletten Umfrageergebnisse gibt es hier in einer deutschen und einer englischen Fassung zum Download: 

Going International 2026, Sonderauswertung zu handelspolitischen Spannungen mit den USA (PDF, 1 MB)

Going International 2026, special analysis trade tensions with the US (PDF, 1 MB)

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Ansprechpartnerinnen

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Lola Marie Machleid

Referatsleiterin Internationale Konjunktur

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Julia Fellinger

Pressesprecherin