Damit Wasserstoff seine Schlüsselrolle für eine klimaneutrale Wirtschaft erfüllen kann, müssen Angebot, Nachfrage, Infrastruktur und Regulierung deutlich besser aufeinander abgestimmt werden. Das zeigt eine neue Studie von r2b energy Consulting im Auftrag der DIHK. Sie analysiert die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette, identifiziert zentrale Hemmnisse und leitet konkrete Handlungsempfehlungen für eine Kurskorrektur ab. Die Studie verbindet wissenschaftliche Analysen mit den Praxiserfahrungen aus dem Netzwerk der Industrie- und Handelskammern und Auslandshandelskammern.
Ohne verlässliche Rahmenbedingungen keine Investitionen
Sebastian Bolay
"Wasserstoff bleibt für die klimaneutrale Transformation von Industrie und Energiesystem unverzichtbar", erklärt Sebastian Bolay, DIHK-Bereichsleiter Energie, Umwelt, Industrie. "Gleichzeitig droht der Hochlauf hinter den politischen Erwartungen zurückzubleiben. Das liegt nicht an einem einzelnen Engpass, sondern an einem Zusammenspiel aus hohen Kosten, regulatorischen Unsicherheiten, fehlender Infrastruktur, unklaren Nachfrageperspektiven und mangelnder Investitionssicherheit. Viele Unternehmen wollen investieren, brauchen dafür aber verlässliche Rahmenbedingungen."
Sowohl in Deutschland als auch in Europa stehen wichtige Weichenstellungen für den Wasserstoffhochlauf bevor: Die Bundesregierung wird die Nationale Wasserstoffstrategie aktualisieren, während die EU mit den Kriterien für erneuerbare Kraftstoffe (Renewable Fuels of Non-Biological Origin, RFNBO) zentrale Vorgaben für die Produktion von grünem Wasserstoff überprüft. "Beides bietet die Chance, die Rahmenbedingungen stärker an den Realitäten der Unternehmen auszurichten", so Bolay.
Drei Handlungsschwerpunkte
Die Studie gibt hierzu zentrale Empfehlungen. Sie zeigt auf, wie ein erfolgreicher Entwicklungspfad für den Wasserstoffhochlauf bis 2040 aussehen könnte und welche Rahmenbedingungen es dafür bedarf. So lassen sich aus der Studie drei Handlungsschwerpunkte ableiten:
- Zuerst muss demnach die bisher aufgebaute Projekt- und Marktdynamik bis 2030 gesichert werden. Dazu gehören laut der Studie pragmatischere RFNBO-Regeln, ein verlässlicher Netzentgeltrahmen für Elektrolyseure, eine praktikable Book-and-Claim-Lösung und die frühzeitige Absicherung von Wasserstoffspeichern als strategische Infrastruktur.
- Bis 2035 müsse dann die Brücke in einen skalierenden Markt gelingen: Durch den beschleunigten Aufbau von Verteilnetzen, einer besseren Risikoabsicherung und mehr Investitionssicherheit.
- Bis 2040 gehe es darum, ein konsistentes Zielsystem zu verstetigen. Dieses müsse mithilfe einer nachvollziehbaren Roadmap und einem unabhängigen Monitoring transparent machen, welche Rolle Wasserstoff im Energiesystem übernehmen soll, in welchen Anwendungen er vorrangig eingesetzt werden sollte und wie er schrittweise aus der Förderabhängigkeit in ein marktwirtschaftlich koordiniertes System überführt werden kann.
"Die Studie zeigt, dass ein erfolgreicher Wasserstoffhochlauf möglich ist. Er braucht aber mehr Pragmatismus, mehr Koordination und mehr Verlässlichkeit", sagt Bolay. "Entscheidend ist jetzt, dass die Politik einen realistischen und langfristig tragfähigen Entwicklungspfad ermöglicht. Nur dann kann die Wirtschaft die notwendigen Investitionen tätigen und Wasserstoff nachhaltig zu Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Klimaneutralität beitragen."
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- Publikation
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DIHK-Studie Wasserstoffhochlauf
- Zusammenfassung
- Mit der Studie "Meilensteine für einen erfolgreichen Wasserstoffhochlauf bis 2040 unter Einbeziehung konkreter Handlungshindernisse und Umsetzungsperspektive aus Sicht der Unternehmen" beschreibt die r2b energy consulting GmbH im Auftrag der DIHK den Status quo des Wasserstoffhochlaufes. Sie untersucht die aktuellen Problemfelder und liefert Empfehlungen für eine Kurskorrektur.
- Informationen
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Dateiformat: PDF (barrierefrei)
Dateigröße: 2 MB
Stand: Juli 2026
Seitenumfang: 67 Seiten
- Relevant im Themenfeld:
- Energie
- Schwerpunkte:
-
- Wasserstoff
Veröffentlicht 08.07.2026
Pressekontakt
Julia Löffelholz
Pressesprecherin