Sebastian Bolay Juni

Zu wenig Vereinfachung, falscher Schwerpunkt

DIHK-Experte Sebastian Bolay zum Energie‑Omnibus der EU-Kommission

Zu den Vorschlägen für einen Energie-Omnibus, die die EU-Kommission am 24. Juni in Brüssel präsentiert hat, sagt Sebastian Bolay, DIHK-Bereichsleiter Energie, Umwelt und Industrie:

24.06.2026 – "Der von der Europäischen Kommission angekündigte Energie‑Omnibus bleibt aus Sicht der Wirtschaft deutlich hinter den Erwartungen zurück. Statt einer umfassenden Vereinfachung des europäischen Energierechts konzentriert sich der Vorschlag im Wesentlichen auf Detailregelungen für einzelne Energieprodukte im Rahmen der Ökodesign‑Vorgaben. Die strukturellen Ursachen hoher Energiepreise und wachsender Bürokratiebelastungen in Europa werden damit weitgehend ausgeblendet.

Entscheidend wären vielmehr spürbare Entlastungen für Unternehmen in der Breite: insbesondere bei Berichts- und Nachweispflichten, bei der Ausgestaltung von Netzentgelten sowie bei zunehmend kleinteiligen und sektorspezifischen Zielvorgaben. Ebenso dringlich sind deutlich beschleunigte und planbare Genehmigungs- und Planungsverfahren.

Mit Blick auf die anstehenden Initiativen zur Energieunion nach 2030 braucht es einen grundlegenden Richtungswechsel. In den Bereichen Energieeffizienz, Industrie, Gebäude und Verkehr sollten alle klimafreundlichen Technologien diskriminierungsfrei berücksichtigt werden. Technologieoffenheit und die Stärkung des Binnenmarktes müssen wieder zentrale Leitprinzipien der europäischen Energiepolitik werden."

Die DIHK hat hierzu konkrete Vorschläge vorgelegt: DIHK-Stellungnahme zum Energie-Omnibus.

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Susanne Schraff

Pressesprecherin