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Fort- und Weiterbildung: Digital prüfen mit System

Während digitales Prüfen in der Ausbildung derzeit Schritt für Schritt eingeführt wird, ist es in der beruflichen Fort- und Weiterbildung bereits fest etabliert.

Einheitliche Standards, erprobte Verfahren und klare Zuständigkeiten sichern Qualität und Vergleichbarkeit. Eine Schlüsselrolle spielt dabei ein bundesweit einheitliches Vorgehen.

Fortbildungsprüfungen – etwa zum Fachwirt, Industriemeister oder Bachelor Professional – müssen bundesweit vergleichbar sein. In der IHK-Weiterbildung wird diese Vergleichbarkeit seit Jahren durch bundeseinheitliche Prüfungsaufgaben sichergestellt – zunehmend auch in digitaler Form. Sie sichern ein einheitliches Anspruchsniveau, eine verlässliche Leistungsbewertung und die bundesweite Anerkennung der Abschlüsse – etwa durch ihre Zuordnung zum Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR). 

Zentrale Verantwortung, einheitliche Standards

Die Verantwortung für eine unter allen IHKs abgestimmte Entwicklung, Qualitätssicherung und Umsetzung dieser Prüfungen liegt bei der DIHK-Bildungs-gGmbH. Sie koordiniert ein bundesweites Netzwerk aus rund 800 ehrenamtlichen Fachleuten, die Prüfungsaufgaben entwickeln und kontinuierlich aktualisieren – unterstützt von einem spezialisierten Team für Prüfungsentwicklung, Didaktik und Qualitätssicherung. Digitale Prüfungen sind dabei kein Zusatz, sondern von Beginn an in die regulären Prüfungsabläufe eingebunden.

Juliane Kriese, DIHK-Bildungs-gGmbH

Juliane Kriese, DIHK-Bildungs-gGmbH


"Bereits seit 2009 setzen wir in der IHK-Weiterbildung auf digitale Prüfungsformate und haben in dieser Zeit umfangreiche Erfahrungen gesammelt", sagt Juliane Kriese, Bereichsleiterin Prüfungsentwicklung bei der DIHK-Bildungs-gGmbH. Heute würden viele schriftliche Prüfungen bundesweit digital durchgeführt – über eine zentrale Prüfungsplattform. Die Abläufe wurden dabei vereinheitlicht, mit identischen Prüfungsumgebungen und klar geregelten Bewertungsprozessen.

Mehr als 100.000 digitale Prüfungen pro Jahr werden reibungslos durchgeführt. "Digitales Prüfen in der IHK-Weiterbildung ist kein Pilotprojekt mehr, sondern gelebter Alltag", so Kriese. Digitale Formate werden derzeit vor allem dort eingesetzt, wo sich Prüfungsinhalte strukturiert abbilden lassen – etwa bei Multiple-Choice-basierten Prüfungen wie der AEVO oder Sach- und Fachkundeprüfungen. Mit neuen Aufgabentypen wird das Spektrum schrittweise ­erweitert.

"Die Bedienung ist intuitiv, die Rahmenbedingungen sind klar und bundesweit vergleichbar", erklärt Kriese. "Auch ­Betriebe profitieren davon, weil Prüfungen planbar ablaufen, Ergebnisse zeitnah vorliegen und Qualifikationen verlässlich eingeschätzt werden können." Weniger Medienbrüche und eine schnellere Weiterverarbeitung der Ergebnisse sorgen für einen verlässlichen Prüfungsablauf – ohne Abstriche bei Qualität oder Anspruch.

Standards, Reichweite, Prüfungen: bundeseinheitliche Weiterbildungsprüfungen in Zahlen

  • 92 bundeseinheitliche Fortbildungsabschlüsse – von der Ausbildereignungsprüfung (AEVO) bis zum Bachelor Professional in IT
     
  • Mehr als 800 ehrenamtliche Fachexpertinnen und -experten aus ganz Deutschland entwickeln jährlich die bundeseinheitlichen Prüfungsaufgaben
     
  • Über 420.000 Prüfungsaufgabensätze pro Jahr werden weiterhin in Print erstellt und eingesetzt
     
  • Mehr als 100.000 digitale Prüfungen jährlich sind bereits heute fester ­Bestandteil der IHK-Weiterbildung
     
  • Ein bundesweiter Standard für Aufgabenentwicklung, Durchführung und ­Bewertung 

Eine Übersicht über die Abschlüsse, Absolventenzahlen und Bestehensquoten ­finden Sie in der IHK-Fortbildungsstatistik

Qualität vor Tempo

Bundeseinheitlichkeit bleibt dabei das zentrale Qualitätsversprechen der IHK-Weiterbildung. "Das ist für uns nicht verhandelbar – unabhängig vom Prüfungsformat", betont Kriese. Aufgabenentwicklung, Prüfungsdurchführung, Bewertungssystematik und technische Rahmenbedingungen würden deshalb zentral gesteuert und bundesweit einheitlich umgesetzt. "Die Technik ist dabei Mittel zum Zweck", sagt die Bereichsleiterin für Prüfungsentwicklung. 

Digitale Prüfungen erfüllen die gleichen Qualitätsstandards wie analoge Formate. Neue Aufgabenformen werden schrittweise eingeführt – zunächst die einfacheren, komplexere mit entsprechend mehr Entwicklungsaufwand.

In der Fort- und Weiterbildung sind digitale Prüfungsformate damit längst Teil des regulären Alltags. Einheitliche Aufgaben und klar geregelte Abläufe schaffen Vertrauen und Sicherheit – bei Teilnehmenden, Betrieben und Prüfenden.  

Und in der Ausbildung?

Wie es um die Einführung digitaler Prüfungen im Bereich der Ausbildung aussieht, können Sie hier in einem Interview nachlesen, in dem Antje Ziegler, DIHK-Referatsleiterin Digitales Prüfen, den aktuellen Stand erläutert.

IHK-Berufsbildungsmagazin POSITION

Dieser Beitrag ist Bestandteil der Frühjahrsausgabe des IHK-Berufsbildungsmagazins POSITION, die am 15. April erscheint.

Das Magazin richtet sich vor allem an Ausbildende, Prüferinnen und Prüfer sowie Personalverantwortliche in den IHK-Mitgliedsunternehmen.

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Autor

Stefan Layh

Stefan Layh