Klimaresilienz +++ Energieministerrat +++ EU-Kanada-Allianz
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
in dieser Woche hat die Europäische Kommission einen neuen Rahmen für Klimaresilienz vorgestellt. Damit möchte sie in Zukunft die Vorhersage, Vorbereitung und Bewältigung von Klimarisiken besser steuern. Der Anlass für diesen neuen Ansatz ist, dass Europa die Folgen des Klimawandels spürt – hohe Temperaturen, umfangreiche Waldbrände und Niedrigwasser waren zum Beispiel im letzten Sommer Herausforderungen für viele Mitgliedsstaaten, die sich zukünftig laut Prognosen vermehren werden. Dabei ginge es nicht nur um Gesundheits- und Ernährungsfragen: Die durch das Klima versursachten wirtschaftlichen Verluste belaufen sich laut EU-Kommission in den Jahren 2022 bis 2025 auf rund 200 Milliarden Euro.
Am 29. Oktober haben die Energieminister in Luxemburg getagt und sich dabei zu Energiesicherheit sowie den Energiezielen der 2030er-Jahre ausgetauscht. Zentrales Thema der Tagung war ein Vorschlag für eine Verordnung über die zukünftige Regulierung von Strompreisen. Konkret geht es dabei darum, Elektrifizierung und Digitalisierung zu fördern und damit die Netznutzung kosteneffizienter zu gestalten. Unter den Ministern herrschte Einigkeit bezüglich des Wunsches nach einer Senkung der Gesamtkosten des Stromsystems sowie der bestmöglichen Nutzung der bereits vorhandenen Infrastruktur. Zahlreiche Minister äußerten außerdem den Wunsch nach mehr Flexibilität bei der Implementierung ihrer Tarifmethodik auf nationaler Ebene. Details lesen Sie im Artikel von Marlon Hilden-Gejadze.
Der EU-Kanada-Gipfel sendet in wirtschaftspolitisch unruhigen Zeiten ein wichtiges Signal: Die Antwort auf geopolitische Risiken darf nicht Abschottung heißen, sondern Diversifizierung. EU und Kanada wollen Lieferketten enger verknüpfen, Investitionen mobilisieren und bei kritischen Rohstoffen, Energie, Halbleitern, Quantentechnologien und Pharma strategisch zusammenarbeiten. Gleichzeitig bekennen sie sich zu offenen, regelbasierten Märkten und wollen CETA stärker nutzen, um Standards anzunähern und Unternehmen miteinander zu verbinden. Besonders wichtig ist, Klimaschutz nicht isoliert zu betrachten, sondern mit Wettbewerbsfähigkeit, Bezahlbarkeit und wirtschaftlicher Sicherheit zusammenzudenken. Europa braucht mehr solcher Partnerschaften, die Unternehmen neue Bezugsquellen und Absatzmärkte erschließen, statt neue Hürden aufzubauen.
Diese Woche erwarten wir das Arbeitsprogramm der EU-Kommission für 2027, über das wir nächste Woche berichten werden.
Ihre Freya Lemcke
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Veröffentlicht 02.11.2026
Ansprechpartnerin
Susanne Schraff
Pressesprecherin