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Vorschläge der EU-Kommission ebnen realistischeren Weg in die Klimaneutralität

Peter Adrian zur Reform des Europäischen Emissionshandels

Die EU-Kommission hat Vorschläge zur Reform des Europäischen Emissionshandel (ETS) vorgelegt. Ziel ist es, den ETS wirksamer zu gestalten und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft zu sichern. Hierzu erklärt DIHK-Präsident Peter Adrian:

17.07.2026 – "Der Europäische Emissionshandel ist schon heute das stärkste klimapolitische Instrument. Aus Sicht der Wirtschaft gehört er künftig ins Zentrum der europäischen und nationalen Energiepolitik. Damit er seine volle Wirkung entfalten kann, muss er internationaler, innovativer und kosteneffizienter werden. Die Vorschläge der EU-Kommission stellen dafür wichtige Weichen. Werden sie so umgesetzt, ermöglichen sie Industrie und Kraftwerken einen gangbaren Weg zu Emissionsminderung und stärken den Schutz vor Carbon-Leakage, also der Verlagerung von Emissionen ins Ausland.

Besonders positiv ist, dass CO2-Zertifikate über 2039 hinaus versteigert werden sollen. Dieser Schritt ist überfällig, denn der bisherige Reduktionspfad ist zu steil und das frühe Auslaufen der Zertifikate mit Blick auf das Klimaziel 2050 unangemessen. Der Vorschlag verbindet Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit: Vorreiter werden nicht benachteiligt, der CO₂-Preis behält seine Lenkungswirkung und die Mehrheit der Unternehmen gewinnt Zeit für eine erfolgreiche Transformation.

Richtig ist auch, freie Zuteilungen von Zertifikaten länger zu gewähren als bisher geplant. Denn der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus CBAM kompensiert die steigenden CO2-Kosten bislang nicht ausreichend, ist lückenhaft und verursacht hohe Verwaltungskosten. Die geplante Kopplung der freien Zuteilungen an zusätzliche Investitionsauflagen schwächt hingegen die Entlastungswirkung und den Carbon-Leakage-Schutz. Vorgaben etwa zu Ort und Qualität der Investitionen sowie Rückzahlungsrisiken drohen sehr praxisfern zu werden, hier ist Augenmaß gefragt. Sinnvoll ist hingegen, dass Mitgliedstaaten ihre nationalen ETS-Einnahmen stärker in die notwendige Energieinfrastruktur lenken sollen. Solange Stromnetze, Wasserstoffinfrastruktur sowie Transport- und Speicherlösungen für CO₂ nicht in ausreichendem Maße bereitstehen, können Unternehmen ihre Transformation nicht umsetzen. 

Zusätzliche Spielräume schafft die Anerkennung internationaler Klimaschutzzertifikate. Die geplante Integration dauerhafter CO₂-Entnahmen in den ETS über zusätzliche Zertifikate ist ein wichtiger Schritt. Sie macht Klimaschutz effizienter und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft."

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Julia Löffelholz

Pressesprecherin