Die Anschläge auf Energieanlagen, Kommunikationsnetze oder Verkehrssysteme wie zuletzt die Angriffe auf Umspannwerke in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen häufen sich. Dazu erklärt DIHK-Bereichsleiter Dirk Binding:
03.09.2026 – "Die Ereignisse der letzten Tage und Monate zeigen deutlich: Die Bedrohungslage hat sich fundamental verändert. Deutschland muss den Schutz seiner kritischen Infrastruktur schnellstmöglich erhöhen. Wir müssen unsere Infrastrukturen gegenüber kriminellen, terroristischen oder politisch motivierten Anschlägen besser schützen. Das ist entscheidend für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes. Der Schutz muss auf der politischen Prioritätenliste für die kommenden Monate ganz oben stehen.
Die Unternehmen blicken mit großer Sorge auf die seit Jahren zunehmende Zahl von Anschlägen und Sabotageakten. Angriffe auf Energieanlagen, Kommunikationsnetze oder Verkehrssysteme treffen nicht nur einzelne Betreiber, sondern die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit ganzer Regionen. Ohne Strom, ohne digitale Netze, ohne funktionierenden Transport steht die Produktion binnen Stunden still. Sichere und leistungsfähige Infrastrukturen sind damit nicht nur technische Basis, sondern die Lebensadern der Wirtschaft. Sie sind ein zentraler Standortfaktor für die gesamte deutsche Wirtschaft.
Mit dem KRITIS-Dachgesetz hat die Politik bereits wichtige Maßnahmen zum Schutz der kritischen Infrastruktur auf den Weg gebracht. Aber die aktuellen Ereignisse zeigen deutlich, dass sie nicht ausreichen. Deutschland braucht eine umfassende und eng mit der Wirtschaft abgestimmte Schutzstrategie mit klaren nationalen Sicherheitsstandards.
Einheitliche, bundesweite Mindeststandards für Energie, Verkehr, IT und Kommunikation müssen die Grundlage dafür bilden. Dabei gilt es Doppelregulierungen auszuschließen und die Vorgaben für Behörden und Unternehmen praxistauglich auszugestalten. Das heißt im Klartext: realistische Fristen, klare Meldewege, ein möglichst geringer Bürokratieaufwand und nicht zuletzt eine belastbare Kostenschätzung, mit der die Unternehmen planen können.
Gleichzeitig müssen wir besser auf Anschläge vorbereitet sein, die sich trotz aller Vorsorge nicht vollständig verhindern lassen. Der Ausfall zentraler Infrastrukturen darf nicht länger zum Stillstand einer gesamten Region führen. Dafür brauchen wir vermehrt mehrere Leitungswege, Ersatztransformatoren und Notstrom, aber vor allem auch technische Teams, die in Minuten reagieren. Nur so lassen sich die Folgen für Wirtschaft und Staat minimieren."
- Relevant im Themenfeld:
- Infrastruktur
- Schwerpunkte:
-
- Wirtschaftssicherheit
Veröffentlicht 03.09.2026
Pressekontakt
Petra Blum
Pressesprecherin