“Digitale Souveränität deutscher Unternehmen ausschlaggebend für Standort”

DIHK-Digitalisierungsumfrage 2026: Unternehmen bleiben digital am Ball – fordern aber klare, praxistaugliche Regeln

28.01.2026 – „Von Hardware über KI bis hin zu Betriebssystemen: Die Mehrheit der deutschen Unternehmen ist nach eigener Einschätzung weitgehend oder vollkommen abhängig von Technologien, Innovationen oder Dienstleistungen aus Nicht-EU-Ländern. Das ist ein Problem für unsere digitale Souveränität“, sagt Dirk Binding, Bereichsleiter Digitale Wirtschaft, Infrastruktur, Regionalpolitik. Die Ergebnisse der aktuellen DIHK-Digitalisierungsumfrage 2026, die jetzt in Berlin vorgestellt wurde, machen deutlich: “Gerade vor dem Hintergrund geopolitischer Verschiebungen sehen wir hier dringenden Handlungsbedarf. Die Möglichkeiten sind da, deutsche Unternehmen können Digitalisierung, wir haben die Kompetenzen. Die Betriebe brauchen aber auch den Freiraum, sich entwickeln zu können.”  

Wichtig auf dem Weg zur digitalen Souveränität sind vor allem für die Unternehmen bessere Rahmenbedingungen. Dazu zählen laut Umfrage verlässliche rechtliche Regelungen, mehr offene Schnittstellen und Standards, digitale Kompetenzen, Förderungen von Open-Source-Lösungen und ganz wichtig auch Bürokratieabbau. 

„Speziell für die Künstliche Intelligenz und Datennutzung brauchen wir einen praxisnahen und konsistenten Rechtsrahmen damit Unternehmen KI-Technologien effizient einsetzen können“, so Binding. Immerhin: 41 Prozent der Unternehmen, die KI-Lösungen bereits im Einsatz haben, schätzen den Einfluss auf die Produktivität im eigenen Betrieb mittlerweile als hoch ein. „KI wird zunehmend zum Wettbewerbsfaktor, das haben die Unternehmen erkannt“, sagt Digitalexperte Binding. “Und das müssen wir jetzt nutzen und ausbauen.”

Angesichts von knapp einem Drittel der Unternehmen, die bisher weder KI im Einsatz haben noch den Einsatz planen, gibt es noch enormes Potenzial. Dazu braucht es aber dringend entsprechende digitale Kompetenzen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um Technologien effizient und sicher in Unternehmen zu nutzen. Dies hat direkten Einfluss auf den digitalen Reifegrad von Unternehmen – und der ist Voraussetzung für den Einsatz von KI. „Zudem bedarf es leistungsfähiger Infrastrukturen wie Glasfaser- und Mobilfunknetze sowie Rechenzentren und niedrigerer Stromkosten – dann können wir auch international besser mithalten.“  

Das Thema Cybersicherheit steht ebenfalls nach wie vor oben auf der Agenda der Unternehmen. „Die Bedrohungslage bleibt weiterhin sehr hoch. Gleichzeitig schaffen es insbesondere größere Unternehmen, sich besser zu schützen“, sagt Binding. Technische Basismaßnahmen haben die meisten umgesetzt, während die Reaktion auf Cybersicherheitsvorfälle ausbaufähig ist. Diese sollte regelmäßig geprobt werden. Dazu gehört beispielsweise auch das Wiedereinspielen gespeicherter Daten aus Backups. 

Insgesamt zeigt die DIHK-Umfrage: „Das Fahrwasser für die Unternehmen ist stürmisch. Die Marktbedingungen sind schwierig, Geschwindigkeit und Entwicklungszyklen haben bei digitalen Innovationen rasant zugenommen“, sagt Binding. „Aus den Rückmeldungen geht aber auch hervor: Die Unternehmen treiben ihre Digitalisierung weiter voran.“  

Damit dies in Zukunft noch besser gelingen kann, fordern die Unternehmen jedoch zielgerichtete politische Unterstützung. Ganz wichtig sind neben den verlässlichen Rechtsrahmen für KI und Daten sowie Bürokratieabbau vor allem eine bessere digitalisierte Verwaltung, einen effizienteren Netzausbau sowie eine bessere Unterstützung in der Cybersecurity. „Mehr Freiräume und digitale Resilienz sind ausschlaggebend für die Zukunft des Standorts Deutschland. Potenziale gibt es genügend.”  

An der DIHK-Digitalisierungsumfrage haben zum Jahresende 2025 knapp 5.000 Unternehmen teilgenommen. Die Betriebe stammen aus den Branchen Industrie, Baugewerbe, Handel, Verkehr, Transport und Lagerei, Gastgewerbe und Tourismus, Information und Kommunikation, Finanz- und Versicherungswirtschaft sowie sonstige Dienstleistungen. 

Die Umfrageergebnisse zum Download gibt es hier: DIHK-Digitalisierungsumfrage 2026 (PDF, 865 KB)

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Dominik Ohlig

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Pressesprecher | Visuelle Kommunikation