23.09.2026 - "Einseitige wirtschaftliche Abhängigkeiten werden weltweit immer häufiger zu Lasten vieler Unternehmen politisch instrumentalisiert. Die EU benötigt daher Instrumente, die ihre ökonomische Resilienz zielgerichtet stärken und gleichzeitig staatlich gelenkten Handel sowie neue Bürokratie weitgehend vermeiden.
Der Chips Act 2.0 und die Rohstoffprojekte im Rahmen des Critical Raw Materials Act können einen wichtigen Beitrag zur gezielten Reduzierung der Abhängigkeiten bei strategischen Technologien und kritischen Rohstoffen leisten. Eine pauschale Diversifizierung lässt sich jedoch nicht am Reißbrett verordnen: Unternehmen stellen ihre Lieferketten längst breiter auf und erschließen neue Bezugsquellen. Sie diversifizieren. Die europäische Politik sollte sich darauf konzentrieren, hierfür bessere Rahmenbedingungen, Absicherungen und Marktzugänge zu schaffen, anstatt Unternehmen zusätzliche Vorgaben zu machen. Derselbe Maßstab muss für den Industrial Accelerator Act gelten. Europäische Ursprungskriterien mögen Teilen der heimischen Industrie kurzfristig Rückenwind geben. Sie können in der Breite der Wirtschaft aber sogar kontraproduktiv wirken. Sie sind jedenfalls kein Ersatz für bessere Standortbedingungen. Vielmehr drohen neue Kosten und Bürokratie.
Europa braucht vor allem bessere Rahmenbedingungen für Investitionen, Innovation und industrielle Wertschöpfung. Wirtschaftliche Resilienz kann in einem ressourcenarmen Kontinent in keinem Falle durch Abschottung erkauft werden. Entscheidend ist, kritische Abhängigkeiten gezielt zu verringern und zugleich offen für Handel, Investitionen und neue Partner zu bleiben."
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Veröffentlicht 23.09.2026
Pressekontakt
Julia Fellinger
Pressesprecherin