29.10.2026 - Anlässlich des EU-Kanada-Gipfels am 29. und 30. Oktober 2026 in Montreal spricht sich die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) für eine deutlich engere wirtschaftliche Anbindung Kanadas an die EU aus. Das würde vielen deutschen Unternehmen neue Chancen eröffnen. Angesichts geopolitischer Herausforderungen sollten zudem beide Seiten mit den Staaten des transpazifischen Handelsabkommens CPTPP eine Allianz zur Stärkung des regelbasierten Welthandels vorantreiben.
Volker Treier
„Europa und Kanada sollten die geopolitischen Umbrüche als Weckruf verstehen, ihre wirtschaftliche Partnerschaft auf eine neue Stufe zu heben. Mit dem Handelsabkommen CETA haben wir ein starkes Fundament, dessen Potenzial aber noch längst nicht ausgeschöpft ist. Jetzt müssen wir Handelshemmnisse konsequent abbauen, Regeln besser aufeinander abstimmen und den Unternehmen neue geschäftliche Wege ebenen. In Zeiten zunehmenden Protektionismus braucht es starke Partner, die sich gemeinsam und regelgebunden für die Öffnung von Märkten einsetzen“, sagt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier.
Handelshemmnisse abbauen, Wirtschaftssicherheit stärken
Konkreten Handlungsbedarf sieht die DIHK insbesondere bei der Umsetzung des Handelsabkommens CETA, dessen vollständige Ratifizierung durch neun EU-Mitgliedstaaten noch aussteht. Auch die gegenseitige Anerkennung von Prüf- und Konformitätsbewertungen sollte vorangetrieben werden. Dadurch könnten Unternehmen unnötige Kosten und bürokratischer Aufwand erspart werden. Ein ambitioniertes EU-Kanada-Digitalabkommen könnte zudem grenzüberschreitende Geschäfte erleichtern und für mehr Rechtssicherheit sorgen.
Weitere Chancen bieten eine vertiefte Rohstoff- und Energiepartnerschaft sowie die Zusammenarbeit bei Forschung, Innovation und Fachkräften. Kanada ist bereits seit 2024 an der zweiten Säule des EU-Forschungsprogramms Horizon Europe beteiligt. Die DIHK spricht sich darüber hinaus für eine stärkere Einbindung Kanadas in Erasmus+ aus. Auch bei der Zusammenarbeit in der Arktis bestehen gemeinsame Interessen. „Kanada ist für die deutsche Wirtschaft weit mehr als ein wichtiger Handelspartner. Das Land bietet große Chancen, unsere Rohstoff- und Energieversorgung breiter aufzustellen und strategische Abhängigkeiten zu verringern. Entscheidend ist, dass aus der engeren Zusammenarbeit konkrete Projekte und Investitionen entstehen. Davon profitieren dann Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks – und wir stärken zugleich unsere Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftssicherheit“, so Treier.
Weiterführende Informationen: Die konkreten Vorschläge der DIHK sind im Impulspapier „EU-Kanada-Beziehungen stärken“ zusammengefasst.
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Veröffentlicht 29.10.2026
Pressekontakt
Julia Fellinger
Pressesprecherin