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Dekarbonisierung braucht Planungs- und Investitionssicherheit

DIHK und VÖB benennen zentrale Herausforderungen für Investitionen in die Dekarbonisierung

Der Weg zum deutschen Klimaziel 2045 ist noch weit. Damit die Unternehmen die erforderlichen Investitionen in die Transformation stemmen können, müssen zentrale Hemmnisse abgebaut werden. Gemeinsam mit dem Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, hat sich die DIHK im September 2026 wie folgt zum Thema positioniert:

Das deutsche Klimaneutralitätsziel für 2045 ist ambitioniert und stellt Unternehmen der Finanz- und Realwirtschaft vor erhebliche Herausforderungen. Damit die Wirtschaft in ihrer gesamten Breite einen wirksamen Beitrag zu seiner Erreichung leisten kann, braucht es klare Investitionssignale und Planungssicherheit über Infrastrukturentwicklungen. Andernfalls können Unternehmen keine mittel- und langfristigen Investitionen tätigen – und Banken das notwendige Kapital nicht bereitstellen. 

Auf dem Weg zur Klimaneutralität wurde in den vergangenen Jahren bereits viel erreicht: So sanken die Emissionen seit 1990 um fast die Hälfte. Diese Entwicklung ist das Ergebnis konzertierter Anstrengungen aller Wirtschaftsakteure – der Unternehmen der Realwirtschaft, welche die Transformation in den Betrieben umsetzen, ebenso wie der Akteure der Finanzwirtschaft, die sie finanzieren und einen Teil der Risiken tragen. 

Allerdings ist der Weg zur Erreichung des deutschen Klimaziels – der bilanziellen Klimaneutralität bis 2045 – noch sehr weit. So liegt der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch aktuell bei lediglich 22,4 Prozent. Umso dringender müssen zeitnah Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Unternehmen langfristige Investitionen in die Transformation ermöglichen.

Drei zentrale Investitionshemmnisse 

Vor diesem Hintergrund müssen drei zentrale Investitionshemmnisse auf dem Weg zur Klimaneutralität aus Sicht von DIHK und VÖB dringend adressiert werden:

  • Die Energiewende braucht eine konsistente politische Steuerung. Dies senkt die Kosten für die Umsetzung und vergrößert Planbarkeit für Real- und Finanzwirtschaft. Nur so können die bis zu 300 Miliarden Euro Kapital pro Jahr für Investitionen in den Klimaschutz effizient bereitgestellt werden.
  • Die Verfügbarkeit von Infrastrukturen am Standort muss für die Unternehmen vorhersehbar sein. Andernfalls können die Betriebe nicht klimaneutral werden.
  • Die Emissionshandelssysteme müssen verlässlich und stabil ausgestaltet sein, ohne nachträgliche staatliche Eingriffe. Sie geben den effizientesten Weg zur Klimaneutralität vor. 

Fazit

Unternehmen der Finanz- und Realwirtschaft benötigen klare und verlässliche wirtschafts- und klimapolitische Leitplanken, an denen sie die Investitionen ausrichten können. Anhaltende Unsicherheit und fortwährende regulatorische Dynamik führen zu Investitionszurückhaltung. Angesichts der knappen Zeit bis 2045 und der langen Investitionszyklen ist dies ein Risiko, dass sich die deutsche Wirtschaft weder ökologisch noch ökonomisch leisten kann. Auf Grundlage von stabilen Rahmenbedingungen können KMU ihre Dekarbonisierungs- und Investitionsplanung vornehmen ─ dabei unterstützen DIHK und VÖB mit einem Leitfaden.

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Ansprechpartner

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Dr. Sebastian Bolay

Bereichsleiter Energie, Umwelt, Industrie