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DIHK-Impulse für das EU-Freihandelsabkommen mit den VAE
Seit Mai 2025 verhandelt die EU mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) über ein Freihandelsabkommen. Die DIHK mahnt ein ambitioniertes Ergebnis an, das Zölle beseitigt, Investitionen erleichtert und echte Marktchancen in einer der dynamischsten Wirtschaftsregionen der Welt erschließt.
Die aktuelle Krise in der Straße von Hormus zeigt, wie sehr global verflochtene Lieferketten von Stabilität und verlässlichen Partnerschaften in der Golfregion abhängen. Ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Emiraten kann Planungssicherheit schaffen, bürokratische Hürden abbauen und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland stärken. Die DIHK unterstützt die laufenden Verhandlungen und zeigt konkret auf, wie das Abkommen seinen vollen Nutzen für die Unternehmen entfalten kann.
Bereits 1990 startete die EU Handelsverhandlungen mit dem Golfkooperationsrat, dem regionalen Zusammenschluss von Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Diese Gespräche ruhen seit 2008. Die DIHK spricht sich dafür aus, sie mit Nachdruck wieder aufzunehmen.
Die Handelsbeziehungen mit den VAE
Die VAE gehören zu den bedeutendsten Handels- und Investitionspartnern der deutschen Wirtschaft im Nahen Osten: Das bilaterale Handelsvolumen erreichte 2025 einen Wert von 13,3 Milliarden Euro, die deutschen Exporte wuchsen zwischen 2020 und 2025 um 66 Prozent.
Deutschland exportierte 2025 vor allem Kraftfahrzeuge (21 Prozent), Maschinen (17 Prozent) und elektrische Ausrüstungen (10 Prozent) in die Emirate; in den ersten vier Monaten 2026 gingen die Exporte krisenbedingt um 24 Prozent zurück.
Das unterstreicht die Bedeutung belastbarer Handelsbeziehungen. Gleichzeitig spielen die Vereinigten Arabischen Emirate als Handels- und Logistikdrehscheibe sowie als Partner bei Energie und Rohstoffen eine wachsende strategische Rolle für die europäische Wirtschaft.
Seit Mai 2025 verhandelt die Europäische Union nun bilateral mit den VAE über ein Freihandelsabkommen. Viele andere Länder haben inzwischen eigene Abkommen mit den Emiraten geschlossen und damit ihre Unternehmen in eine günstigere Wettbewerbsposition gebracht. Die DIHK warnt davor, dass die EU hier noch weiter ins handelspolitische Hintertreffen geraten könnte, und skizziert, worauf es bei einem Abkommen EU-VAE ankommt:
DIHK-Impulse für ein EU-VAE-Abkommen
Vollständige Beseitigung aller Zölle sowie nichttarifärer Handelshemmnisse wie Importsteuern und Einfuhrabgaben
Öffnung von Dienstleistungs- und öffentlichen Beschaffungsmärkten auf allen staatlichen Ebenen, einschließlich der Ebene einzelner Emirate
Regulatorische Zusammenarbeit nach dem Grundsatz "einmal geprüft, mehrfach akzeptiert" sowie Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung von Standards und Zertifizierungen (zum Beispiel CE-Kennzeichen, Fahrzeugtypgenehmigungen, Arzneimittelzulassungen)
Ausweitung der Gültigkeitsdauer des Emirates Quality Mark, um unnötige Kosten für europäische Exporteure zu senken
Abschaffung von Doppelzertifizierungspflichten: Für bereits Halal-zertifizierte Produkte dürfen beim Export keine zusätzlichen Halal-Zertifikate mehr verlangt werden
Neuabschluss des 2021 ausgelaufenen Doppelbesteuerungsabkommens mit spezifischen Regelungen für Dienstleistungsbetriebsstätten
Regierung-zu-Regierung-Abkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten, um deutschen Unternehmen den Zugang zu staatlichen Projekten zu erleichtern
Mittelstandsfreundliche, praxistaugliche Ursprungsregeln mit einer Zollpräferenz-Nutzungsrate von mindestens 85 Prozent als Zielmarke
Zulassung von Erklärungen registrierter Ausführer als gleichwertige Alternative zur Warenverkehrsbescheinigung EUR.1
Anwendung des Prinzips der "Nichtmanipulation" statt des "Direktbeförderungsprinzips", damit auch indirekt beförderte Waren von Zollvorteilen profitieren
Schrittweiser Abbau der Pflicht zu lokalen Mehrheitsbeteiligungen (51 Prozent) in Sektoren wie Öl, Gas, Telekommunikation und Infrastruktur
Harmonisierung von Gewerbelizenzen über die Grenzen der einzelnen Emirate hinweg, um den Verwaltungsaufwand für Unternehmen zu senken
Stärkung des Schutzes geistigen Eigentums, einschließlich geografischer Herkunftsangaben
Verbot wettbewerbs- und handelsverzerrender Praktiken, insbesondere Industriesubventionen und unfaire Marktpraktiken staatlich kontrollierter Unternehmen (auch im Luftverkehrssektor)
Erleichterung der temporären Einreise für Fachkräfte und Geschäftsreisende über die im Juni 2025 eingeführten Vereinfachungen hinaus
Gegenseitige Anerkennung von Berufsqualifikationen einschließlich Abschlüssen der dualen Ausbildung, nicht nur Hochschulabschlüssen
Schnelle und transparente Visavergabe für Mitarbeitende aus der Europäischen Union und aus Drittstaaten
Freier grenzüberschreitender Datenfluss ohne unnötige Lokalisierungsvorgaben bei gleichzeitiger Wahrung europäischer Datenschutzstandards
Interoperabilität digitaler Systeme und diskriminierungsfreier Marktzugang für Cloud-Computing, E-Commerce und Finanztechnologie
Anerkennung europäischer Standards für Cybersicherheit und digitale Zertifikate
Verstärkte regulatorische Zusammenarbeit zu Künstlicher Intelligenz, offenen Standards und digitaler Souveränität
Wirksame Begrenzung von Exportbeschränkungen und Exportsteuern auf Energieträger und Rohstoffe
Vertiefung der Zusammenarbeit bei kritischen Rohstoffen, erneuerbaren Energien, grünem Wasserstoff sowie Kreislaufwirtschaft
Verankerung international vereinbarter Klima-, Umwelt- und Arbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation im Abkommen
Beitritt der Vereinigten Arabischen Emirate zum Klimaklub, um neue Handelshemmnisse durch den europäischen Grenzausgleichsmechanismus zu vermeiden
Anerkennung europäischer Prüf-, Mess- und Zertifizierungssysteme (zum Beispiel TÜV) in den Golfstaaten als gleichwertige Alternative zu US-amerikanischen Standards
Gemeinsames Bekenntnis beider Seiten zum Erhalt und zur Reform der Welthandelsorganisation WTO
Verzicht der Vereinigten Arabischen Emirate auf ihren Entwicklungslandstatus in der Welthandelsorganisation
Beitritt der Golfstaaten zum Interim-Mehrparteien-Schiedsverfahren für die WTO-Streitbeilegung
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Publikation
EU-Handelsabkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten
DIHK-Impulspapier
Zusammenfassung
Die DIHK unterstützt die Verhandlungen über ein ambitioniertes Handelsabkommen zwischen der EU und den Vereinigten Arabischen Emiraten. In einem Papier von Juli 2026 skizziert sie, worauf es dabei ankommt.
Informationen
Dateiformat: PDF (barrierefrei)
Dateigröße: 866 KB
Stand: September 2026
Seitenumfang: 8 Seiten