In der Boomregion Südostasien gewinnen die Philippinen für die deutsche Wirtschaft als verlässlicher Partner in geopolitisch unsicheren Zeiten an Bedeutung. Bei den anstehenden ASEAN-Gesprächen von EU-Handelskommissar Šefčovič in Manila hofft die deutsche Wirtschaft auf einen Verhandlungsdurchbruch.
21.09.2026 - "Die deutsche Wirtschaft setzt große Erwartungen in einen zügigen Abschluss der Handelsgespräche mit den Philippinen. Der wichtige ASEAN-Partner ist ein Boomland mit 115 Millionen Einwohnern und bietet enormes Marktpotenzial. Ein ambitioniertes und umfassendes Abkommen kann deutschen Unternehmen den Zugang erleichtern und bestehende Handelshemmnisse wirksam abbauen. Zugleich leistet ein Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen einen wichtigen Beitrag zur Diversifizierung deutscher Lieferketten und zum De-Risking bei strategischen Abhängigkeiten. Dafür braucht es jetzt politischen Einsatz von Bundesregierung und EU-Kommission.
Im Mittelpunkt des Abkommens müssen vollständige Zollsenkungen in allen Industriebereichen sowie die Öffnung der öffentlichen Beschaffungsmärkte stehen. Ebenso entscheidend: Der Marktzugang darf nicht durch überbordende und praxisferne Ursprungsregeln ausgebremst werden. Auch der Handel mit Dienstleistungen und Investitionen sowie die Mobilität von Fachkräften sollten spürbar leichter werden. Wichtig ist zudem eine enge regulatorische Zusammenarbeit, damit neue Handelshemmnisse erst gar nicht entstehen.
Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen ist eine vertiefte Partnerschaft mit den Philippinen strategisch klug – vor allem in den Bereichen Rohstoffe und Digitalisierung liegen große wirtschaftliche Chancen. Nach Abschluss des Abkommens sollte die EU die bilateralen Handelsabkommen in der Region zu einem umfassenden Abkommen mit ganz ASEAN ausbauen. Ziel muss eine deutliche Verbesserung der Handelsbeziehungen mit der gesamten Region sein."
Hintergrund: Verhandlungsstand und Kernzahlen
Die EU verhandelt seit März 2024 wieder mit den Philippinen über ein Freihandelsabkommen; im Mai 2026 lag bereits die fünfte Runde vor, ein Abschluss gilt als nahe. Der EU-Philippinen-Handel wuchs 2025 um 4,5 Prozent auf 17,6 Milliarden Euro.
Mit rund 115,8 Millionen Einwohnern und einem BIP von etwa 470 Milliarden US-Dollar zählen die Philippinen zu den 35 größten Volkswirtschaften weltweit – vor Dänemark, Rumänien oder Südafrika.
Für Deutschland lag das bilaterale Handelsvolumen 2025 bei 6,4 Milliarden Euro (1,9 Mrd. Euro Exporte, 4,6 Mrd. Euro Importe); Anfang 2026 stiegen die deutschen Exporte um ein Drittel. Hauptexportgüter sind Datenverarbeitungsgeräte (25 Prozent) und Maschinen (15 Prozent), auf der Importseite dominieren Datenverarbeitungsgeräte (62 Prozent) und elektrische Ausrüstungen (21 Prozent).
Die deutsche Außenwirtschaft ist seit 2008 mit einer Auslandshandelskammer vor Ort vertreten; die Deutsch-Philippinische Handelskammer zählt rund 290 Mitgliedsunternehmen. Der deutsche Investitionsbestand beläuft sich auf 1,5 Milliarden Euro.
Lesen Sie dazu auch unser DIHK Positionspapier Südostasien 2026
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Veröffentlicht 21.09.2026
Pressekontakt
Julia Fellinger
Pressesprecherin