Kanada entwickelt sich angesichts geopolitischer Spannungen, wachsender wirtschaftlicher Sicherheitsrisiken und der Neuordnung globaler Lieferketten zu einem strategischen Partner der Europäischen Union. Seit einigen Monaten gibt es in Kanada sogar eine Diskussion über den Beitritt zur EU. Auch wenn ein kanadischer EU-Beitritt angesichts der geographischen Lage nicht absehbar ist, sollten beide Seiten möglichst enge institutionelle Verbindungen in allen wirtschaftsrelevanten Bereichen vorantreiben. Als rohstoffreicher demokratischer Rechtsstaat, enger NATO-Partner, Mitglied der G7 sowie der Transpazifischen Partnerschaft CPTPP bietet Kanada erhebliche Potenziale für den Ausbau von Handel, Investitionen, Forschung, Digitalisierung und Energiekooperation. Die EU und Kanada sollten ihre Beziehungen deshalb auf eine neue strategische Ebene heben. Ziel sollte eine vertiefte Partnerschaft für Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaftssicherheit, Innovation und resilientere Lieferketten sein. Außerdem gilt es die Energie- und Rohstoffzusammenarbeit zwischen der EU und Kanada umfassend zu stärken, um die Versorgungssicherheit der europäischen Wirtschaft nachhaltig zu verbessern.
Gleichzeitig sollten die verbleibenden zehn EU-Mitgliedsstaaten schnellstmöglich und prioritär das Handelsabkommen CETA ratifizieren. Dies wäre ein wichtiges Zeichen an Kanada sowie den Rest der Welt und würde den Unternehmen im Kanadageschäft deutlich mehr Planungssicherheit geben. Da die Nutzungsrate des Abkommens derzeit lediglich bei 62,4 Prozent liegt, gilt es gerade mit Blick auf kleine und mittelständische Unternehmen Unterstützungsmaßnahmen auszubauen. Von besonderem Interesse ist für die deutsche Wirtschaft zudem das US-Kanada-Mexiko-Handelsabkommen USMCA. Dessen Anpassung sollte den Marktzugang europäischer Unternehmen nicht beschränken.
Konkret sieht die DIHK in mehreren Bereichen Handlungsbedarf. Die einzelnen Empfehlungen im Überblick:
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Veröffentlicht 13.05.2026
Aktualisiert 16.09.2026
Ansprechpartner
Klemens Kober
Referatsleiter Handelspolitik, transatlantische Beziehungen und EU-Zollfragen