An der Erhebung beteiligten sich vom 15. bis zum 21. April insgesamt 216 Mitgliedsunternehmen der AHK. Ihre Erwartungen an Umsatz, Gewinne, Investitionen und Beschäftigung liegen allesamt höher als im Vorjahr.
Iran-Krieg und Handelskonflikte belasten die Betriebe
Dabei ist die Mehrheit der Unternehmen von den Auswirkungen des Iran-Krieges und auch von den Handelskonflikten Chinas mit den USA und der EU betroffen – allerdings haben die Auswirkungen von Zöllen leicht nachgelassen. Gleichzeitig ist die größte Herausforderung der Unternehmen im Zusammenhang mit den EU-China-Beziehungen und deren Auswirkungen auf ihr Geschäft die Bemühungen der EU zur Reduzierung von Abhängigkeiten.
Zentrale Ergebnisse
- Die Unternehmen blicken positiver auf die chinesische Wirtschaft:
37 Prozent prognostizieren für die nächsten sechs Monate eine Konjunkturverbesserung, 2025 waren es nur 15 Prozent. Nur noch 17 Prozent (Vorjahr: 56 Prozent) erwarten eine Verschlechterung. - Branchenentwicklung zieht an:
34 Prozent der Betriebe (Vorjahr: 19 Prozent) berichten von sich verbessernden Bedingungen für ihre Branche, 33 Prozent sehen eine Verschlechterung (2025: 44 Prozent). - Umsatz- und Gewinnerwartungen legen zu:
42 Prozent der Umfrageteilnehmer erwarten bis Ende 2026 steigende Umsätze (Vorjahr: 29 Prozent), 29 Prozent (2025: 18 Prozent) rechnen mit höheren Gewinnen. - Fast zwei Drittel planen höhere Investitionen:
61 Prozent der Betriebe wollen ihre Investitionen in China in den kommenden zwei Jahren steigern (Vorjahr: 53 Prozent), nur noch 11 Prozent (2025: 14 Prozent) möchten Investitionen abziehen. - Drei Viertel vom Iran-Krieg betroffen:
75 Prozent der Unternehmen berichten, dass der Iran-Krieg ihre Geschäftstätigkeit beeinflusst. 55 Prozent nehmen steigende Logistikkosten wahr, 47 Prozent höhere Beschaffungspreisen (47 Prozent), 20 Prozent melden Preiserhöhungen für eigene Produkte. - Dreiecks-Handelsspannungen beeinträchtigen die Mehrheit:
69 Prozent der Befragten geben an, negativ von dem Konflikt zwischen den USA und China betroffen zu sein, 59 Prozent leiden unter den Spannungen zwischen der EU und China. - Zölle zwischen den USA und China weniger gravierend, Sanktionen gewinnen an Gewicht:
Zwar sind immer noch 69 Prozent der Unternehmen von US-Zöllen betroffen, im Vorjahr waren es jedoch noch 76 Prozent. Unter chinesischen Zölle leiden nur noch 42 Prozent (2025: 63 Prozent) der Befragten.
Gleichzeitig gelten Sanktionslisten der USA inzwischen für 44 Prozent der Betriebe (Vorjahr: 32 Prozent) und chinesische Listen nun für 27 Prozent (2025: 21 Prozent). - De-Risking-Maßnahmen der EU Top-Herausforderung:
Die größte Geschäftsherausforderung der Unternehmen mit Blick auf die Beziehungen zwischen China und der EU sind die europäischen Bemühungen, die Abhängigkeiten von der Volksrepublik abzubauen. 52 Prozent der Unternehmen bekommen dies zu spüren. Sorgen über Überkapazitäten und das Handelsungleichgewicht mit der EU bewegen 40 Prozent der Befragten, die wachsende Sensibilität in der EU bei der Zusammenarbeit in bestimmten Bereichen nennen 32 Prozent als Herausforderung.
Weitere Infos zur Blitzumfrage gibt es auf der Website der AHK Greater China.
- Relevant im Themenfeld:
- Internationaler Handel
- Schwerpunkte:
-
- Außenwirtschaft
Veröffentlicht 12.05.2026
Aktualisiert 17.09.2026
Ansprechpartner
Thomas König
Referatsleiter China | Asien Pazifik-Ausschuss der deutschen Wirtschaft (APA)
Julia Fellinger
Pressesprecherin