09.10.2026 - "Zehn Jahre Handelsabkommen mit dem südlichen Afrika zeigen: Offene Märkte und verlässliche Regeln zahlen sich aus. Seit dem Start des Abkommens ist der bilaterale Handel um 37 Prozent gewachsen. Für die deutsche Wirtschaft ist das gerade in geopolitisch unsicheren Zeiten ein wichtiger Beitrag, um Lieferketten breiter aufzustellen, Märkte besser zu erschließen und den Zugang zu wichtigen Rohstoffen zu sichern.
Bislang schöpft Europa das Potenzial von Handelsverträgen mit afrikanischen Partnern jedoch längst nicht aus. Das Abkommen mit dem südlichen Afrika ist bis heute nicht von allen EU-Mitgliedstaaten ratifiziert. Zudem steht ein Beitritt Angolas in den Kreis dieser privilegierten Handelspartner noch aus. Verhandlungen und die Umsetzung weiterer Handelsabkommen mit wichtigen afrikanischen Partnern wie Nigeria, Äthiopien und dem Senegal stecken darüber hinaus seit Jahren fest. Die Handelsagenda mit Afrika braucht insgesamt einen neuen politischen Schwung. Die EU und die Bundesregierung sollte hier eine echte Handelsoffensive starten – nicht mit immer neuen Absichtserklärungen, sondern mit konkreten Abkommen, welche den Unternehmen beidseitig den Marktzugang erleichtern und Investitionen verlässlicher machen.
Das langfristige Ziel sollte ein umfassendes Handelsabkommen zwischen der EU und der Afrikanischen Kontinentalen Freihandelszone AfCFTA sein. Europa und Afrika haben gemeinsam viel zu gewinnen: größere Märkte, resiliente Lieferketten und mehr Investitionen zum Auf- und Ausbau von Wertschöpfung und Beschäftigung. Dafür müssen Handels- und Entwicklungspolitik noch besser zusammenspielen – etwa über Global Gateway und die kürzlich abgeschlossene Clean Trade and Investment Partnership (CTIP). Das mittlerweile zehnjährige Handelsabkommen mit dem südlichen Afrika zeigt, dass es funktionieren kann. Jetzt gilt es, daraus mehr zu machen.“
Hintergrund: Das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen der EU und den Staaten der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (EU-SADC EPA) wurde im Juni 2016 mit Südafrika, Botswana, Lesotho, Mosambik, Namibia und Eswatini (damals Swasiland) unterzeichnet und wird seit dem 10. Oktober 2016 vorläufig angewendet. Angola hat 2024 die Verhandlungen über einen Beitritt zum Abkommen abgeschlossen. Mehrere EU-Mitgliedstaaten – darunter Frankreich, Italien, die Niederlande, Österreich und Polen – haben das Abkommen bislang nicht ratifiziert. Mit zahlreichen weiteren afrikanischen Staaten laufen oder stocken seit Jahren Verhandlungen beziehungsweise die Umsetzung von Handelsabkommen.
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Veröffentlicht 09.10.2026
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Julia Fellinger
Pressesprecherin