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Insolvenzen: Niveau bleibt außergewöhnlich hoch – Jetzt Unternehmen stärken

DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov zu den Zahlen von Mai 2026

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist zwar im Mai gegenüber dem Vormonat um 2 Prozent zurückgegangen, lag aber im bisherigen Jahresverlauf von Januar bis Mai um 4,9 Prozent über dem Stand des Vorjahreszeitraums, wie das Statistische Bundesamt meldet. Dazu erklärt Helena Melnikov:

14.08.2026 - "Insolvenzen gehören zur Marktwirtschaft. Sie sind Teil notwendiger, oft schmerzhafter Anpassungsprozesse.  Das aktuelle Ausmaß muss uns jedoch alarmieren. Denn trotz des leichten Rückgangs im Mai bleibt das Niveau außergewöhnlich hoch. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres haben so viele Betriebe Insolvenz angemeldet wie seit 2014 nicht mehr. Rein rechnerisch meldet in Deutschland inzwischen alle 20 Minuten ein Betrieb Insolvenz an. Das hat auch strukturelle Ursachen.

Die schwache Binnenkonjunktur und das schwierige außenwirtschaftliche Umfeld stellen die Unternehmen vor enorme Herausforderungen. Gleichzeitig müssen sie dem wachsenden Wettbewerbsdruck im Inland wie auf den Weltmärkten mit hohen Arbeits-, Energie- und Bürokratiekosten am Standort Deutschland begegnen. Das geht an die Substanz. Darauf weisen auch andere Zahlen hin: Fast jedes vierte Unternehmen meldet in unserer jüngsten Konjunkturumfrage einen Rückgang des Eigenkapitals. Bei den Betrieben mit bis zu 20 Beschäftigten berichtet sogar die Hälfte eine problematische Finanzlage. Hinzu kommt eine wachsende Zahl gesunder Betriebe, die schließen müssen, weil keine Nachfolge gefunden wird.

Mit den Unternehmen verschwinden auch die Arbeitsplätze. Die Zahl der Arbeitslosen ist wieder über die Drei-Millionen-Marke geklettert. Das ist ein Alarmsignal. Nur wettbewerbsfähige Unternehmen schaffen und sichern Jobs. Die Regierung muss die Unternehmen deshalb schnell und verlässlich entlasten, bei Arbeits-, Energie- und Bürokratiekosten. Deutschlands Unternehmen brauchen wieder Luft zum Investieren, Wachsen und Beschäftigen."

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Sven Ehling

Pressesprecher | Visuelle Kommunikation