22.09.2026 - "Wenn Washington und Peking über Handel, Rohstoffe und Schlüsseltechnologien verhandeln, ist die deutsche Wirtschaft unmittelbar betroffen. Es ist wichtig, dass die EU nicht in Schockstarre verharrt, sondern zielgerichtet ihre außenwirtschaftlichen Interessen vertritt. Die USA und China gehören zu unseren wichtigsten Handelspartnern – Entspannung zwischen beiden Seiten kann für Unternehmen im internationalen Geschäft zu mehr Planungssicherheit führen; eine neue Eskalation zwischen den beiden Wirtschaftsgiganten würde auch die deutsche Wirtschaft hart treffen.
Besonders wichtig sind Fortschritte bei den Exportkontrollen Chinas und der USA. Schon heute erschweren Beschränkungen bei kritischen Rohstoffen, Halbleitern und Schlüsseltechnologien internationale Geschäfte und Lieferketten. Weitere Verschärfungen könnten deutsche Unternehmen empfindlich treffen. Gerade bei Seltenen Erden und Permanentmagneten zeigt sich, wie verwundbar europäische Lieferketten aufgrund hoher Abhängigkeiten sind.
Europa darf nicht nur Zaungast bei den handelspolitischen Auseinandersetzungen zwischen Washington und Peking sein. Die EU hat selbst viel in der Hand: den Binnenmarkt zu stärken, Unternehmen von unnötigen Belastungen wie etwa Berichtspflichten zu befreien und strategische Abhängigkeiten durch neue wirtschaftliche Allianzen in Asien, Lateinamerika und Afrika gezielt zu verringern.
Eine strategische und offensive Handelsagenda sollte in der geopolitischen Spannungslage prioritär sein. Laufende Verhandlungen über Handelsabkommen sollten schneller zum Abschluss gebracht, vereinbarte Abkommen zügiger ratifiziert und unsere europäischen Nachbarn wirtschaftlich enger angebunden werden. Je breiter deutsche Unternehmen ihre Lieferketten und Absatzmärkte aufstellen können, desto weniger geraten sie zwischen die handelspolitischen Fronten der großen Wirtschaftsmächte."
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Veröffentlicht 22.09.2026
Pressekontakt
Julia Fellinger
Pressesprecherin