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Wie der EU-Wettbewerbsfähigkeitsfonds Wirkung entfalten kann
Mit ihrem geplanten Wettbewerbsfonds will die EU die europäische Wirtschaft auf Zukunftsfeldern wie Digitalisierung, Cleantech, Biotechnologie, Verteidigung sowie Resilienz gezielt voranbringen. Ein DIHK-Impulspapier zeigt auf, welche Rahmenbedingungen notwendig sind, damit der Fonds die Unternehmen tatsächlich spürbar voranbringt.
Die Unternehmen in Europa stehen vor großen Transformationsaufgaben mit hohen Investitionsbedarfen; gleichzeitig setzt die veränderte geopolitische Lage ihre Wettbewerbsfähigkeit unter Druck. Der geplante European Competitiveness Fund (ECF) ist die Antwort der EU-Kommission auf diese Herausforderungen.
Mit ihrem Wettbewerbsfähigkeitsfonds will die EU-Kommission im Rahmen des nächsten langfristigen Haushalts 2028 bis 2034 gezielt in strategische Technologien investieren. Dafür soll der ECF 14 bestehende Programme bündeln und mit rund 234 Milliarden Euro ausgestattet werden. Damit würde er zu einem der größten Einzelinstrumente im EU-Haushalt.
Der European Competitiveness Fund im Überblick
Volumen: rund 234 Milliarden Euro
Anteil am EU-Haushalt: mehr als 10 Prozent des geplanten Mehrjährigen Finanzrahmens 2028–2034
Programme: Bündelung von 14 bestehenden EU-Programmen
Schwerpunkte ("Policy Windows"):
Sauberer Wandel und Dekarbonisierung der Industrie
Biotechnologie, Landwirtschaft und Bioökonomie
digitale Führungsrolle
Resilienz und Sicherheit, Verteidigungsindustrie und Weltraum
Die DIHK hat in einem Impulspapier zentrale Anforderungen aus Sicht der Breite der Wirtschaft formuliert. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie der Fonds so ausgestaltet werden kann, dass er Investitionen erleichtert, Innovationsdynamik stärkt und für Unternehmen aller Größenklassen tatsächlich nutzbar wird:
Zehn Kernforderungen
Der ECF setzt ein sichtbares Signal, dass Wettbewerbsfähigkeit im EU-Budget eine zentrale Rolle spielt. Entscheidend ist, dass zusätzliche Mittel solide finanziert werden und langfristig zur Standortattraktivität beitragen.
Statt starr auf Listen "strategischer Technologien" zu setzen, sollten langfristige wirtschaftliche Effekte im Mittelpunkt stehen. So können auch neue Technologien und Wertschöpfungsketten einbezogen werden, die heute noch nicht absehbar sind.
Einfache und verständliche Antragsverfahren sind eine Grundvoraussetzung für die Nutzung des Fonds. Eine zentrale Landingpage als "One-Stop-Shop" und klar strukturierte Förderaufrufe können gerade kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) den Zugang erleichtern.
In den vorgesehenen Gremien sollte die gesamte Breite der Wirtschaft vertreten sein – vom Start-up über den Mittelständler bis zu Großunternehmen. Insbesondere in strategischen Gremien ist Innovationskompetenz entscheidend.
Arbeitsprogramme sollten frühzeitig und transparent gemeinsam mit Wirtschaft, Mitgliedstaaten und Regionen erarbeitet werden. Breite Begleitausschüsse können helfen, dass Programme praxisnah und regional anschlussfähig sind.
Der Fonds braucht genügend Flexibilität, um auf neue Herausforderungen reagieren zu können. Gleichzeitig müssen Unternehmen verlässliche Rahmenbedingungen für langfristige Investitionsentscheidungen haben.
Die Bündelung von Programmen bietet die Chance, EU-Förderungen übersichtlicher zu machen. Wichtig ist, dass wirklich vereinfacht wird und vorhandene Verwaltungskapazitäten genutzt werden, statt neue Parallelstrukturen aufzubauen.
Der Fonds sollte internationale Kooperationen weiter ermöglichen und Diversifizierung fördern. Eingriffe durch eine europäische Präferenzregelungen sollten auf kritische Infrastruktur und sicherheitsrelevante Technologien begrenzt bleiben.
Mittel des Fonds sollten primär der Stärkung von Exzellenz und Wettbewerbsfähigkeit dienen. Strukturpolitische Ziele sind in anderen Teilen des EU-Haushalts besser aufgehoben.
Viele Unternehmen kennen bestehende EU-Förderprogramme nicht. Der ECF bietet die Chance, die Sichtbarkeit zu erhöhen – unter anderem über das Netzwerk der IHKs.
Download
Das komplette Impulspapier mit allen Details gibt es hier zum Download:
Etwa 234 Milliarden Euro will die EU zwischen 2028 und 2035 investieren, um die europäischen Betriebe fit für die Zukunft zu machen. Die DIHK zeigt auf, was bei der Ausgestaltung des Mega-Fonds zu beachten ist.
Lieferkettenrisiken, geopolitische Spannungen und Transformationskosten belasten sie europäische Industrie. In einem Impulspapier von 2024 beschreibt die DIHK, welche industriepolitischen Rahmenbedingungen die Unternehmen brauchen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.