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Zinserhöhung nachvollziehbar, aber nur schwer zu verdauen

DIHK-Chefanalyst Volker Treier zum Zinsentscheid der EZB

10.09.2026 - "Die Zinserhöhung der EZB ist angesichts des weiterhin bestehenden Preisdrucks zwar nachvollziehbar, sie ist für viele Unternehmen aber nur unter Schmerzen zu verdauen. Zuletzt ist die Inflation im Euroraum wieder über 3 Prozent geklettert. Die Preissteigerungen sind zu einem großen Teil auf den Schock in der Krise im Nahen und Mittleren Osten zurückzuführen und nicht etwa auf eine konjunkturelle Binnendynamik. Gleichwohl ist die Zinsanhebung der EZB ein notwendiges Übel, um Preis- und Kostensteigerungen rechtzeitig im Zaum zu halten.

Höhere Zinsen könnten die Finanzierung notwendiger Investitionen verteuern. Das würde insbesondere mittelständische Unternehmen treffen, die in neue Maschinen, Digitalisierung, KI-Nutzung, Energieeffizienz und grundlegend in die Transformation ihrer Geschäftsmodelle investieren wollen. Umso dringlicher ist es jetzt, dass die Bundesregierung endlich Maßnahmen umsetzt, die die Investitionen und Wachstum hierzulande anregen. Das betrifft die überfällige marktwirtschaftliche Ausrichtung der Energiepolitik, eine schnellere Umsetzung einer international wettbewerbsfähigen Unternehmensbesteuerung und die konkrete Realisierung des vorgelegten Maßnahmenpakets zum Abbau von Bürokratie und zur Modernisierung unserer Verwaltungen. Die EZB kann Inflationstendenzen bekämpfen, für eine Überwindung der Wachstumsschwäche muss die Bundesregierung sorgen."

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Sven Ehling

Pressesprecher | Visuelle Kommunikation