29.10.2026 - „Die Zinspause der Europäischen Zentralbank ist angesichts der schwierigen politischen und wirtschaftlichen Gemengelage nachvollziehbar. Die von den Märkten erwarteten Zinsen für Anleihen einiger europäischer Länder steigen und stehen zunehmend unter Druck. Die Inflation im Euroraum liegt weiterhin deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel, gleichzeitig sind die Finanzierungsbedingungen für viele Unternehmen bereits schwierig. Die Umfragen bei Banken und Unternehmen zeigen, dass die Kreditvergabe merklich restriktiver wird. Dabei sind gerade für mittelständische Betriebe verlässliche und bezahlbare Finanzierungsmöglichkeiten entscheidend, um die dringend erforderlichen Investitionen in Digitalisierung, Transformation und Wachstum angehen zu können.
Die EZB sollte sich naturgemäß auf ihre Aufgabe konzentrieren, für Preisstabilität zu sorgen. Dabei hat sie aber durchaus einen gewissen Handlungsspielraum, den sie dafür nutzen sollte, die wirtschaftlichen Folgen ihrer Geldpolitik im Blick zu behalten. Bei der gegenwärtigen Inflationsentwicklung ist der Ruf nach zusätzlichen Zinsschritten verständlich. Zur angemessenen Einordnung sollten jedoch auch die Sondereffekte durch die gestiegenen Energiepreise berücksichtigt werden. Die Kerninflationsrate liegt mit 2,5 Prozent nämlich deutlich näher am Preisstabilitätsziel der Zentralbanken, als der ausgewiesene Wert. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, ob sich der Preisauftrieb verfestigt oder wieder in Richtung der Zielmarke zurückgeht. Die Unternehmen brauchen jetzt vor allem eines: möglichst stabile Rahmenbedingungen und Planungssicherheit.“
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Veröffentlicht 29.10.2026
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Sven Ehling
Pressesprecher | Visuelle Kommunikation