Stefan Lemanzyk ist Projektleiter zur Entwicklung von IHK-Zertifikatslehrgängen bei der DIHK-Bildungs-gGmbH.
Herr Lemanzyk, was sind die Vorteile der bundeseinheitlichen IHK-Zertifikatslehrgänge?
Gemeinsam mit IHK-Fachkolleginnen und -kollegen erarbeiten wir praxisorientierte, standardisierte Qualifizierungskonzepte, an denen sich alle orientieren können. Sie stehen einheitlich allen IHKs zur Verfügung. Das spart Ressourcen, bündelt Fachwissen aus den Netzwerken und macht die Lehrgänge vergleichbar: In Kiel lernen die Teilnehmenden dasselbe wie in Nürnberg.
Wie zeigt sich der Praxisbezug am Beispiel des Lehrgangs zum "Cyber Defense Expert (IHK)"?
Fehlkonfigurationen, falsche Zugriffsrechte, mangelndes Patch-Management: Es gibt viele schwere Sicherheitsvorfälle, die auf vermeidbare Fehler in der IT-Administration zurückgehen. In dem Lehrgang werden praxisnahe technische Lösungswege vermittelt: Jedem Vorfall wird eine Gegenmaßnahme zugeordnet, die ihn verhindert oder begrenzt hätte. Geübt wird in virtuellen Labs, in denen nichts kaputtgehen kann. Der Fokus liegt auf Erkennen und Reagieren - dort, wo Prävention allein nicht mehr reicht.
Warum sollten Unternehmen ihren Mitarbeitenden solche Weiterbildungen ermöglichen?
Wir gestalten Lehrgänge immer mit Expertenwissen aus der Praxis und basieren auf aktuellen Bedarfen der Wirtschaft und drängenden Problemen - damit machen wir Unternehmen fit für die Zukunft. Der Zertifikatslehrgang "Cyber Defense Expert (IHK)" zum Beispiel wurde von der DIHK-Bildungs-gGmbH in enger Zusammenarbeit mit der DIHK und Experten des Bundesamts für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entwickelt. Jacek Schikora, Experte beim BSI, betont: Unternehmen müssen das Rad nicht neu erfinden, sondern sollten die Fachkräfte weiterqualifizieren, die sie schon haben. Der Hebel ist groß, der Aufwand überschaubar.
Was erhalten Teilnehmende nach Abschluss des Lehrgangs?
Der IHK-Zertifikatslehrgang besteht aus fünf aufeinander aufbauenden Trainingsbausteinen und umfasst insgesamt rund 50 Lehrgangsstunden. Nach dem Training schließt der Lehrgang mit einem Abschlusstest sowie einer Praxisübung in Form eines Capture-the-Flag ab. Darunter versteht man ein praktisches Hacking-Training in Spielform, um IT-Sicherheitslücken aufzudecken. Bei erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden das IHK-Zertifikat, das überall in der Wirtschaft anerkannt wird. Auf Wunsch erhalten sie zusätzlich ein digitales IHK-Badge, mit dem sie ihre Kompetenzen digital sichtbar und von Dritten verifizierbar darstellen können.
Der Zertifikatslehrgang "Cyber Defense Expert (IHK)" auf einen Blick:
- Fünf Trainingsbausteine mit insgesamt 50 Lehrgangsstunden à 45 Minuten
- Teilnehmende lernen: Grundlagen der IT-Sicherheit, präventive Schritte (Cyber Defense), Wege zur Früherkennung von Gefahren (Detektion), Erstmaßnahmen für kritische Cybervorfälle
- Entwickelt von der DIHK-Bildungs-gGmbH mit der DIHK und Experten des BSI
- Für Systemadministration, IT-Dienstleister und IT-Security-Professionals
- Teilnahme in Präsenz, online oder kombiniert im Blended-Learning-Format möglich.
Mehr Informationen unter: ihk-kompetenz.plus/digitaletransformation/cyber-defense-expert-ihk
IHK-Berufsbildungsmagazin POSITION
Dieser Beitrag ist in Ausgabe IV/2026 des IHK-Berufsbildungsmagazins POSITION enthalten, die am 14. Oktober 2026 erscheint.
Das Magazin richtet sich vor allem an Ausbildende, Prüferinnen und Prüfer sowie Personalverantwortliche in den IHK-Mitgliedsunternehmen.
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- Position - Magazin für Ausbilder
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Veröffentlicht 08.10.2026
Aktualisiert 12.10.2026
Autorin
Sabine Biskup
Redakteurin bei der UNIVERSUM Verlag GmbH