21.08.2026 - „Ein Jahr nach dem Zolldeal ist die Bilanz aus Sicht der deutschen Wirtschaft ernüchternd. Der Deal hat Schlimmeres verhindert, aber kein Vertrauen geschaffen. Zwar bieten die auf 15 Prozent gedeckelten US-Zölle ein gewisses Maß an Planungssicherheit. Gleichzeitig wurde das Ziel, stabile und verlässliche transatlantische Wirtschaftsbeziehungen zu schaffen, weit verfehlt. Unternehmen sind weiterhin mit neuen Zolldrohungen, bürokratischen Hürden und anhaltender Rechtsunsicherheit konfrontiert. Investitionen und langfristige Geschäftsentscheidungen werden ausgebremst. Und es bleibt dabei: Die Hochzollpolitik der USA verstößt gegen geltende Handelsregeln. WTO-widrige US-Sonderzölle, insbesondere auf Stahl und Aluminium, müssen vollständig abgebaut werden.
Der Zolldeal markiert einen Wendepunkt für Europas Handelspolitik. Um wirtschaftlich souverän und resilient zu bleiben, müssen strategische Abhängigkeiten – insbesondere im Digitalbereich – reduziert und Handelspartnerschaften breiter aufgestellt werden. Dazu gehört die rasche Ratifizierung der Abkommen mit Indien, Indonesien und Australien sowie der konsequente Ausbau weiterer Handelsbeziehungen in Asien. In einer Welt, in der geopolitische Spannungen zum Normalzustand geworden sind, entscheidet strategische Handelspolitik über Europas wirtschaftliche Handlungsfähigkeit und damit über unseren Wohlstand."
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Veröffentlicht 21.08.2026
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Dominik Ohlig
Pressesprecher – Chef vom Dienst