Anlässlich des hochrangigen Besuchs aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) am 9. und 10. September in Berlin rücken die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland, der EU und den VAE verstärkt in den Fokus. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) sieht darin eine Chance, auch die laufenden Verhandlungen über ein EU-VAE-Handelsabkommen politisch voranzubringen.
Die DIHK drängt auf einen zügigen Abschluss eines ambitionierten Handelsabkommens zwischen der Europäischen Union und den VAE – und zwar deutlich über den reinen Zollabbau hinaus. Im Fokus stehen aus Sicht der DIHK vor allem ein besserer Marktzugang für Waren und Dienstleistungen, der Abbau regulatorischer Hürden sowie verlässliche Regeln für Investitionen und den digitalen Handel. Das geht aus einem aktuellen Impulspapier der DIHK hervor.
"Ein Handelsabkommen darf nicht nur auf dem Papier stehen, sondern muss im Unternehmensalltag spürbar werden", sagt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. "Doppelte Zertifizierungen, aufwendige Zulassungsverfahren und unklare Regeln kosten Unternehmen Zeit und Geld. Ein modernes Abkommen sollte solche Hürden abbauen und gerade kleineren Unternehmen einen einfacheren Marktzugang ermöglichen."
"Die Golfregion gehört zu den strategisch wichtigsten Wirtschafts- und Energieregionen der Welt. Die Spannungen rund um die Straße von Hormus führen uns erneut vor Augen, wie eng Energieversorgung, internationale Handelswege und globale Lieferketten miteinander verflochten sind", so Treier. "Gerade in geopolitisch unsicheren Zeiten zahlt sich wirtschaftliche Nähe zu stabilen Handelspartnern aus – ein Abkommen mit den VAE wäre dafür ein wichtiger Baustein."
"Offene Märkte und verlässliche Partnerschaften sind Europas beste Antwort auf eine fragmentierte Weltwirtschaft."
Dr. Volker Treier
-- Außenwirtschaftschef | Mitglied der Hauptgeschäftsführung
Wirtschaftlich sind die VAE bereits heute ein bedeutender Handels- und Investitionspartner Deutschlands: Das bilaterale Handelsvolumen lag 2025 bei 13,3 Milliarden Euro, die deutschen Exporte in die Emirate sind seit 2020 um 66 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro gestiegen. Hinzu kommt ein deutscher Investitionsbestand in den VAE von 5,2 Milliarden Euro, dem Investitionen der VAE in Deutschland von 2,3 Milliarden Euro gegenüberstehen. Zugleich zeigt der krisenbedingte Rückgang der deutschen Exporte um 24 Prozent in den ersten vier Monaten dieses Jahres, wie wichtig stabile wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen für international tätige Unternehmen sind.
Parallel spricht sich die DIHK dafür aus, auch die Handelsgespräche mit den übrigen Staaten des Golfkooperationsrats (GCC), Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, wieder mit Nachdruck voranzutreiben. Wo ein umfassendes Abkommen kurzfristig nicht erreichbar sei, sollten bilaterale Vereinbarungen als pragmatische Zwischenschritte dienen und später in einen gemeinsamen EU-GCC-Rahmen überführt werden. "Deutsche Unternehmen brauchen mehr Optionen, um zu diversifizieren, so Treier. "Ein Abkommen mit den VAE hilft, Lieferketten breiter aufzustellen und wirtschaftlich weniger abhängig von einzelnen spezifischen Regionen zu werden. Andere Volkswirtschaften haben mit den VAE längst moderne Abkommen geschlossen und sich damit Vorteile gesichert. Jedes Jahr ohne EU-Abkommen ist ein Jahr, in dem europäische Unternehmen im Wettbewerb zurückfallen."
Hintergrund
Die EU hatte bereits 1990 Handelsverhandlungen mit dem Golfkooperationsrat aufgenommen; sie wurden 2008 pausiert. Seit Mai 2025 laufen bilaterale Verhandlungen zwischen der EU und den VAE.
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- Publikation
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EU-Handelsabkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten
DIHK-Impulspapier - Zusammenfassung
- Die DIHK unterstützt die Verhandlungen über ein ambitioniertes Handelsabkommen zwischen der EU und den Vereinigten Arabischen Emiraten. In einem Papier von Juli 2026 skizziert sie, worauf es dabei ankommt.
- Informationen
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Dateiformat: PDF (barrierefrei)
Dateigröße: 866 KB
Stand: September 2026
Seitenumfang: 8 Seiten
- Relevant im Themenfeld:
- Internationaler Handel
- Schwerpunkte:
-
- Außenwirtschaft
Veröffentlicht 08.09.2026
Pressekontakt
Julia Fellinger
Pressesprecherin