Davon haben mit Belgien, Bulgarien, Griechenland, Italien, Kroatien, Lettland, Polen, Portugal, Spanien, Ungarn und Zypern noch einmal 11 Mitgliedstaaten Gebrauch gemacht. Die Kommission hatte vorab Leitlinien herausgegeben, damit diese ihre Pläne rechtzeitig straffen. Seit dem 1. September 2026 besteht dazu keine Möglichkeit mehr. Bis zum 30. September 2026 können die Mitgliedstaaten ihre finalen Zahlungsanträge bei der Kommission stellen. Dafür müssen sie jeweils Nachweise für das Erreichen entsprechender Meilensteine erbringen. Bis zum 31. Dezember 2026 sollen alle Auszahlungen erfolgt sein und das Programm auslaufen.
Erst im Anschluss an eine Überprüfung des Aufbau- und Resilienzfonds, des Kerns des Next Generation Programms, wird sich zeigen, wie gut seine Ziele – beschleunigte strategische Investitionen in erneuerbare Energien, in Energieeffizienz und in saubere Technologien – in die Praxis umgesetzt worden sind. Ein Beweis der Annahme der EU, "öffentliche Investitionen wirken sich in Verbindung mit Strukturreformen besonders stark aus" wäre wichtig vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die EU-Kommission vergleichbare Konditionalitäten in ihr kommendes Siebenjahres-Budget (Mehrjähriger Finanzrahmen, MFR) aufnehmen möchte.
Trotz vielfacher Kritik, nicht zuletzt des Europäischen Rechnungshofes und des Parlaments, mehren sich die Anzeichen dafür, dass die EU mittels der Programm-Gelder deutlich mehr auf erneuerbare Energien umgestiegen ist, ihre Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen verringert hat und insgesamt erheblich widerstandsfähiger gegen externe Schocks geworden ist.
Spitzenreiter sind Dänemark und Schweden, deren Auszahlungsanträgen die EU-Kommission vollständig nachgekommen ist, da sie 100 Prozent ihrer – im jeweiligen Aufbauplan niedergelegten – Investitionen und Reformen erfüllt haben. Deutschland stehen 30,32 Milliarden Euro aus der Aufbau- und Resilienz-Fazilität zu, ausschließlich Zuschüsse. Zuletzt hat Deutschland am 5. Mai einen Auszahlungsantrag (über gut 4,5 Milliarden Euro) gestellt. Diese Tranche eingerechnet, hat Deutschland insgesamt 24,35 Milliarden Euro erhalten. Bislang zahlte die Kommission EU-weit 440 Milliarden Euro aus. Bis Jahresende 2026 sollen weitere 133 Milliarden Euro hinzukommen.
Veröffentlicht 14.09.2026
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Malte Weisshaar
Referatsleiter Steuern in der EU | EU-Haushalt | Energiesteuern