Deutschlandfonds

Update Deutschlandfonds – KfW gibt einen Zwischenstand und kündigt neue Programme an

Nach einem halben Jahr Deutschlandfonds haben Bundesregierung und KfW eine Zwischenbilanz gezogen. In einem gemeinsamen Statement wurden - neben ersten Ergebnissen - neue Programme angekündigt, um weitere private Finanzmittel für den Standort Deutschland zu mobilisieren.

Der im Dezember 2025 von der Bundesregierung gestartete Deutschlandfonds verfolgt das Ziel, privates Kapital für Zukunftsinvestitionen zu mobilisieren und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft nachhaltig zu stärken. Durch den gezielten Einsatz von rund 30 Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln und Garantien sollen bundesweit Gesamtinvestitionen in Höhe von etwa 130 Milliarden Euro ausgelöst werden. Der Staat übernimmt dabei Teile der finanziellen Risiken über Garantien, Kredite und Eigenkapitalbeteiligungen, um Marktpotenziale für private Investoren freizusetzen. Nach Ablauf des ersten Halbjahres 2026 ziehen das Bundesministerium der Finanzen, das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz sowie die KfW eine erste Bilanz und stellen die schrittweise Erweiterung der Förderbausteine vor.

Stärkung des Venture-Capital-Marktes und Eigenkapital für Start-ups

Für junge und innovative Unternehmen im Start-up- und Scale-up-Bereich stellen Bund und KfW über die kommenden zehn Jahre weitere 1,5 Milliarden Euro bereit, um den Zukunftsfonds dauerhaft zu verstärken. Über das Direktinvestment-Programm „Scale-up Direct“ beteiligt sich KfW Capital seit Ende 2025 direkt an wachstumsstarken Technologieunternehmen. Ergänzend wird das Programm „Tech-Fondsinvest“ um rund 770 Millionen Euro aufgestockt, wodurch das jährliche Zusagevolumen der KfW Capital für Wagniskapitalfonds auf 250 Millionen Euro ansteigt. Die durch den Deutschlandfonds unterstützten Venture-Capital-Fonds verpflichten sich, das erhaltene Kapital vorrangig in deutsche Start-ups aus Schlüsseltechnologien wie Künstlicher Intelligenz, BioTech und DeepTech zu investieren. Zur Abdeckung spezifischer Nischen wurde zudem das Programm WIN 400 mit einem Volumen von 400 Millionen Euro gestartet, welches Investitionen in Fonds für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, Secondary-Fonds sowie Unternehmensnachfolgeansätze ermöglicht.

Absicherung von Rohstoffketten und Mittelstandsfinanzierung

Ein wesentlicher Baustein zur Absicherung der industriellen Wertschöpfung ist der Rohstofffonds, dessen Mittel schrittweise auf insgesamt 1,5 Milliarden Euro aufgestockt werden sollen. Über diesen Fonds wurden bereits erste Eigenkapitalbeteiligungen realisiert, darunter 150 Millionen Euro für die klimaneutrale Lithiumgewinnung von „Vulcan Energy Resources“ sowie 50 Millionen Euro für ein Projekt zur Förderung Seltener Erden von „Arafura Rare Earths“. Neben der Rohstoffsicherheit adressiert der Deutschlandfonds die Kreditversorgung des Mittelstands. Durch die Beteiligung der KfW an Verbriefungen von Kredit- und Leasingforderungen werden die bilanziellen Eigenkapital- und Risikopositionen der Finanzierungspartner entlastet, was zusätzlichen Spielraum für die Vergabe neuer Mittelstandskredite schafft. Zusätzlich stehen staatlich unterstützte Bürgschaften und Avale bereit, die Anzahlungen sowie Gewährleistungspflichten bei Großprojekten absichern und so den finanziellen Spielraum von Unternehmen schonen sollen. Für Herbst 2027 ist der Start des Nachfolgeprogramms „MittelstandsKapital“ geplant, das in Kooperation mit den Landesförderinstituten die Eigenkapital- und Mezzanine-Basis mittelständischer Unternehmen nachhaltig stärken soll.

Erweiterte Kredit- und Risikoinstrumente für den Energiesektor

Um den Ausbau der Energieinfrastruktur zu beschleunigen, werden im Spätsommer und Herbst 2026 mehrere spezialisierte Finanzierungsinstrumente für Energieversorgungsunternehmen eingeführt. Ab August 2026 stehen der „Investitionskredit Energieversorgung“ sowie der „KfW-Konsortialkredit Energieversorgung“ bereit, um Investitionen in die Stromverteilung sowie in netzgebundene Wärme- und Kälteinfrastrukturen zu finanzieren. Im Herbst folgt das Programm „Erneuerbare Energien – Plus“, welches über Risikoübernahmen in Form von Haftungsfreistellungen sowie Zinsvergünstigungen Anreize für die Erzeugung und Speicherung erneuerbarer Energien setzt. Für das Jahr 2027 ist in Abstimmung mit den Bundesländern ein Mezzanine-Kapital-Programm geplant, um die Eigenkapitalbasis regionaler Versorger zu stärken. Bereits im Markt verankert ist der „KfW-Förderkredit Geothermie“, der gezielt das finanzielle Fündigkeitsrisiko bei Tiefenbohrungen abfedert.

Strategische Einordnung für Unternehmensentscheidungen

Für Unternehmen aller Größenordnungen bietet der Deutschlandfonds je nach Transformationsphase unterschiedliche Anknüpfungspunkte. Während Technologieunternehmen und Gründer über die Kooperationsfonds der KfW Capital Zugang zu erweitertem Wagniskapital erhalten, profitiert die produzierende Industrie von der gezielten Risikoentlastung bei Großprojekten und der Rohstoffsicherung. Energieversorger wiederum können künftige Ausbauvorhaben der Netz- und Wärmeinfrastruktur über die neuen zinsvergünstigten Kreditlinien mit staatlicher Haftungsfreistellung strukturieren. 

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Seite des Deutschlandfonds: Der Deutschlandfonds: Private Investitionen für Deutschlands Zukunft | KfW

Schwerpunkte:
  • Finanzierung

Ansprechpartner

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Alexander Dern

Referatsleiter Unternehmensfinanzierung und Finanzmärkte