Die Bundesregierung hat ihre Herbstprojektion vorgestellt. Sie rechnet für das laufende Jahr mit einem Wachstum von 1,3 Prozent und im kommenden Jahr mit 1,1 Prozent. Hierzu erklärt DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov:
08.10.2026 - „Dieser Aufschwung ist teuer erkauft. Er beruht vor allem auf steigenden Exporten in den EU-Binnenmarkt sowie auf schuldenfinanzierten Staatsausgaben aus dem Sondervermögen und den Verteidigungsinvestitionen. Das räumt die Bundesregierung selbst ein. Ohne substanzielle wirtschaftspolitische Reformen hat dieser Aufschwung nur ein kurzes Haltbarkeitsdatum.
Der eigentliche Motor stockt, die privaten Investitionen und die inländische Nachfrage kommen nicht in Schwung. Unsere jüngste Konjunkturumfrage zeigt es überdeutlich: Deutlich mehr Betriebe kürzen ihre Investitionen, als sie ausweiten. Und wer noch investiert, tut dies vor allem, um Bestehendes zu ersetzen, nicht, um zu wachsen. Der Standort verliert Substanz.
Die Ursachen sind bekannt. Energie- und Arbeitskosten, Unternehmensteuern und bürokratische Lasten bleiben zu hoch. Entsprechend rechnet die Bundesregierung auch in den Folgejahren mit schwachem Wachstum auf ohnehin zu niedrigem Niveau.
Was Unternehmen jetzt brauchen, ist ein entschlossener Reformkurs. Kosten senken, Bürokratie abbauen, Verfahren beschleunigen, Infrastruktur modernisieren. In allen Feldern muss die Bundesregierung drei Gänge hochschalten. Denn selbst die staatlichen Impulse wirken nur, wenn Planung und Genehmigung endlich zügig gelingen.
Damit private Investitionen und daraus Wachstum entstehen, braucht es eine schnell wirksame, belastbare und langfristig angelegte Standortpolitik. Deutschland wächst nicht durch Ankündigungen, sondern durch unternehmerische Freiheit.“
- Relevant im Themenfeld:
- Wirtschafts- und Finanzpolitik
- Schwerpunkte:
-
- Konjunktur
- Wachstum
Veröffentlicht 08.10.2026
Pressekontakt
Julia Löffelholz
Pressesprecherin