Nach wie vor missbrauchen Betrüger die IHK-Organisation als Deckmantel für Phishing-Attacken – zuletzt wieder per Briefpost und QR-Code mit dem Betreff "Aktualisierung Ihrer Unternehmensdaten – Wichtige Frist". Hier erfahren Sie mehr über diese und weitere kriminelle Ansätze.
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Wachstum, Innovation und Veränderungsgeschwindigkeit werden in Deutschland durch oftmals als endlos empfundene Planungs- und Genehmigungsverfahren ausgebremst. Das gilt für die schnelle Transformation zu einer klimaneutralen Industrie ebenso wie für den flächendeckenden Breitbandausbau, für die Entwicklung attraktiver Städte und Gemeinden oder die Sanierung und den Ausbau von Straßen, Schienen und Wasserwegen.
Die schleppenden Verfahren erschüttern bei Unternehmen das Vertrauen in einen funktionierenden Staat. Und sie schwächen die Betriebe, die gerade jetzt Rückenwind für Investitionen durch einen schnellen Staat mit beweglichen Behörden brauchen.
Tempo ist machbar
Dass es auch anders geht, hat die Politik in der Gaskrise bewiesen: Mit den LNG-Terminals und Ausnahmen für den Fuel-Switch hat sie den notwendigen Mut bewiesen, zentrale Blockaden und alte Muster zu durchbrechen. Am 6. November 2023 haben Bund und Länder diese Erfahrungen im sogenannten Beschleunigungspaktaufgegriffen und zahlreiche Maßnahmen beschlossen, mit denen sie das beschworene "Deutschland-Tempo" erreichen wollen. Vereinbart wurden 150 Arbeitsaufträge für schnellere und einfachere Verfahren. Dazu gehören viele Gesetzesänderungen im Genehmigungs- und Planungsrecht ebenso wie Veränderungen bei der Verwaltung (beispielsweise Digitalisierung, Personal). Am 18. Juni 2025 haben Bund und Länder beschlossen, den Beschleunigungspakt bis zur Hälfte der 21. Legislaturperiode vollständig umzusetzen. Mit der föderalen Modernisierungsagenda vom 4. Dezember 2025 wurden weitere, darüber hinausgehende Maßnahmen beschlossen.
Die Beschlüsse greifen viele zentrale Forderungen der IHK-Organisation auf. Ihre Umsetzung wäre ein großer Schritt hin zu schnelleren Zulassungsverfahren – von der einfachen Baugenehmigung bis zu komplexen Planfeststellungsverfahren. Damit der Pakt seine Wirkung auch erreicht, muss er jedoch vollständig in den zahlreichen Fachgesetzen des Planungs- und Genehmigungsrechts umgesetzt werden.
Der DIHK-Beschleunigungsmonitor beobachtet den Umsetzungsgrad der aus Sicht der Wirtschaft wichtigsten gesetzlichen Maßnahmen, vom überragenden öffentlichen Interesse bis zur Einschränkung der aufschiebenden Wirkung (siehe unten). Beurteilt wird dabei, ob die jeweilige Maßnahme in den für die Wirtschaft wichtigsten Fachgesetzen begonnen und in welchem Umfang sie umgesetzt wurde.
Bundesregierung macht große Schritte
Die Beschleunigungsgesetzgebung der aktuellen Bundesregierung hat im Sommer 2026 große Fortschritte hin zu schnelleren Planungs- und Genehmigungsverfahren gebracht. Das Infrastruktur-Zukunftsgesetz wurde in Bundestag und Bundesrat um wesentliche Beschleunigungsregelungen erweitert. Es stärkt unter anderem das überragende öffentliche Interesse für Verkehrsinfrastrukturen, vereinheitlicht und digitalisiert Planfeststellungsverfahren für Infrastrukturen, baut Doppelprüfungen wie die Linienbestimmung ab, erleichtert den vorzeitigen Baubeginn und führt erstmals eine Stichtagsregelung zur maßgeblichen Sach- und Rechtslage ein. Zusätzlich wurden die Verbandsklage eingeschränkt und Gerichtsverfahren verkürzt. Auch im Immissionsschutz-, Bau- und Telekommunikationsrecht wurden weitere Beschleunigungsinstrumente verankert.
Im DIHK-Beschleunigungsmonitor zeigt sich dieser Fortschritt deutlich: Von den 54 wesentlichen Maßnahmen sind inzwischen 12 vollständig und 14 teilweise umgesetzt worden. Mit der Umsetzung weiterer 13 Maßnahmen im Baugesetzbuch oder Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz wurde begonnen. Damit ist die Mehrzahl der betrachteten Vorhaben zumindest auf den Weg gebracht. Besonders sichtbar sind die Fortschritte bei Verkehrsinfrastruktur, Breitbandausbau, vorzeitigem Maßnahmenbeginn, fakultativen Erörterungsterminen und der Reform der Verbandsklage.
Dennoch bleiben viele Erleichterungen auf einzelne Vorhaben und Fachgesetze begrenzt. Vorzeitiger Baubeginn, verbindliche Fristen und Stichtagsregelungen fehlen weiterhin im Wasserrecht und in Teilen der Bauleitplanung. Die fehlende Umsetzung im gesamten Zulassungsrecht verzögert so auch priorisierte Projekte: Ein Wasserstoffelektrolyseur lässt sich heute schneller genehmigen, kann aber weiterhin auf eine langwierige Gebietsausweisung oder eine wasserrechtliche Erlaubnis angewiesen sein. Die verbleibenden Maßnahmen sollten daher in allen Genehmigungsbereichen umgesetzt werden.
Beschleunigung bleibt Daueraufgabe
Viele in den Beschleunigungsgesetzen erreichte Verfahrenserleichterungen enthalten noch weitreichende Einschränkungen. So gilt das überragende öffentliche Interesse nur für rund 20 Prozent der geplanten Bundesfernstraßenprojekte. Eine Stichtagsregelung zur maßgeblichen Sach- und Rechtslage gilt im Planfeststellungsverfahren nur zwölf Monate lang. Auch bei der Öffentlichkeitsbeteiligung geht Deutschland weiterhin über EU-Vorgaben hinaus. Deshalb sollte die Bundesregierung die erreichten Regelungen auf alle Genehmigungsbereiche ausweiten und die vorgenommenen Einschränkungen streichen.
Auch darf die Politik nun nicht die Hände in den Schoß legen. Bei den Umweltprüfungen fehlen noch die in der Modernisierungsagenda versprochenen Erleichterungen für Industrie und Infrastruktur. Zudem muss im für den Herbst angekündigten Entlastungspaket die Genehmigungsfiktion in alle Verwaltungsverfahren eingeführt werden. Hier bietet sich der Bundesregierung die Chance auf weitere wichtige Schritte für schnellere Verfahren.
Und: Die Beschleunigungsbemühungen dürfen nicht zuletzt wieder durch zusätzliche Belastungen konterkariert werden. Mit dem bisherigen Entwurf für ein Gesetz zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur würde das Umweltministerium viele Infrastrukturvorhaben erheblich verzögern. Dieses Gesetz sollte so ausgestaltet werden, dass die erreichten Beschleunigungsfortschritte nicht durch neue Zielkonflikte oder zusätzliche Zulassungshürden geschwächt werden.
Die Einzelmaßnahmen im Überblick
Der DIHK-Beschleunigungsmonitor beobachtet die Umsetzung der Beschlüsse aus dem Pakt für Planungs-, Genehmigungs- und Umsetzungsbeschleunigung zwischen Bund und Ländern vom November 2023 und dem Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD vom März 2025. Die beschlossenen Maßnahmen müssen für ihre Umsetzung in zahlreichen Fachgesetzen in allen Wirtschaftsbereichen verankert werden.
Berücksichtigt werden hier nur die aus Sicht der Wirtschaft zehn wichtigsten Maßnahmen in den relevantesten Fachgesetzen. In der folgenden Auswertung wird nachvollzogen, wie die beschlossenen Maßnahmen in den wichtigsten Fachgesetzen umgesetzt werden.
Als "begonnen" wird eine Gesetzesänderung gewertet, wenn ein Referenten- oder Kabinettsentwurf vorliegt.
Als "teilweise umgesetzt" werden Regelungen eingestuft, deren Anwendung auf bestimmte Vorhaben (beispielsweise erneuerbare Energien oder Wohnungsbau) eingeschränkt wurde.
"Vollständig umgesetzt" bezeichnet Gesetzesänderungen, die uneingeschränkt gelten.
Der Sachstand bei den 10 wichtigsten Vorhaben
Mit der Festlegung des überragenden öffentlichen Interesses bestimmter Vorhaben gibt der Gesetzgeber Behörden im Falle von Abwägungen oder Ermessensentscheidungen eine Gewichtung vor. Insbesondere bei der Begründung naturschutzrechtlicher Ausnahmen oder dem Denkmalschutz erleichtert und beschleunigt dies viele Genehmigungsverfahren.
Beschlusstext
Umsetzungsstand:
Insgesamt 4, davon
2 begonnen, 2 umgesetzt
KoaV 2025: "Infrastrukturprojekte aus dem Sondervermögen…werden mit einem überragenden öffentlichen Interesse ausgestattet… Energiespeicher werden als im überragenden öffentlichen Interesse anerkannt. Wir werden das überragende öffentliche Interesse für den Bau dieser CCS/CCU-Anlagen und -Leitungen feststellen. … Mobilfunk- und Glasfaserausbau als überragendes öffentliches Interesse definiert… Infrastrukturmaßnahmen zur Gesamtverteidigung sind als überragendes öffentliches Interesse festzuschreiben"
FStrG: begonnen
TKG: umgesetzt
CCS/CCU, Energiespeicher: umgesetzt
Gesamtverteidigung: begonnen
Viele Gesetze sehen Fristen für die Genehmigungsbehörde bis zur Entscheidung über einen Antrag vor. In der Praxis werden diese Fristen selten eingehalten. Ein Grund dafür ist die fehlende Rechtsfolge einer Fristüberschreitung. Das Überschreiten bleibt also in der Regel folgenlos. In einigen Bereichen hat der Gesetzgeber deshalb eine Genehmigungsfiktion eingeführt. Die Genehmigung gilt dann als erteilt, wenn die Behörde den Antrag bis zum Ablauf der Frist nicht abgelehnt hat. In einigen Landesbauordnungen (beispielsweise Berlin, Bayern) und zuletzt dem FStrG wurden Genehmigungsfiktionen für bestimmte Entscheidungen eingeführt. Teilweise existieren – etwa in § 10 BImSchG oder § 127 TKG – sogenannte Zustimmungsfiktionen beteiligter Behörden oder Träger öffentlicher Belange.
Beschlusstext
Umsetzungsstand
Insgesamt 7, davon 2 teilweise umgesetzt
"Bund wird … für geeignete Fälle, insbesondere beim Mobilfunkausbau, neue gesetzliche Genehmigungsfiktionen einführen, wonach die Zustimmung nach Ablauf der Fristen als erteilt anzusehen ist."
FStrG: teilweise umgesetzt (für bauliche Anlagen in § 9 FStrG)
BImSchG: nicht begonnen
UVPG: nicht begonnen
WHG: nicht begonnen
BauGB: nicht begonnen
"Seit vielen Jahren führt die Regelung über die Genehmigungsfiktion ein Schattendasein in den Verwaltungsverfahrensgesetzen von Bund und Ländern, weil diese Fiktion jeweils spezialgesetzlich angeordnet werden muss. Daher soll diese Fiktion in Zukunft gelten, sofern sie nicht spezialgesetzlich ausgeschlossen wird." (KoaV 2025)
VwVfG: nicht begonnen
"… werden die Länder für die Genehmigungsverfahren im Wohnungsbau befristet bis 2026 in allen Landesbauordnungen eine bundesweit einheitliche Genehmigungsfiktion von drei Monaten einführen, soweit noch nicht geschehen."
Landesbauordnungen: teilweise umgesetzt.
nicht umgesetzt bisher in NRW und Sachsen.
"… wird der Bund insbesondere die Bedingungen für die Fiktion der Zustimmung des Baulastträgers zur Erhöhung der Rechtssicherheit überarbeiten und die bereits geltenden Fristen nochmals reduzieren."
TKG: nicht begonnen
Viele Planungs- und Genehmigungsverfahren dauern so lange, dass sich nach dem Einreichen des Antrags die Bedingungen vor Ort oder die maßgeblichen Gesetze ändern. Deshalb ist es keine Seltenheit, dass Pläne, Prüfungen oder Unterlagen erneut erstellt oder durchgeführt werden müssen. Das kann Infrastrukturvorhaben um Jahre verzögern. Deshalb setzt sich die DIHK für eine Stichtagsregelung ein. Der maßgebliche Zeitpunkt der Sach- und Rechtslage sollte dabei der Zeitpunkt der Vollständigkeitserklärung sein. Das BImSchG (§ 10 Abs. 5) enthält eine solche Stichtagsregelung, allerdings nur für Windenergieanlagen.
Beschlusstext
Umsetzungsstand
Insgesamt 8, davon 1 teilweise umgesetzt
"Bund und Länder werden … eine Stichtagsregelung im Planungs- und Genehmigungsverfahren einführen, soweit dies zweckmäßig ist, und mit einer Rechtsfolge, die europarechtlich zulässig ist. Sofern erforderlich, wird der Bund auf … Änderung des EU-Rechts hinwirken ... wird der Bund ... bestehende Stichtagsregelung in § 10 Abs. 5 S. 3 des Bundesimmissionsschutz-Gesetzes (BImSchG) anpassen und als maßgeblichen Zeitpunkt die Erklärung der Vollständigkeit der Antragsunterlagen festlegen. Zudem wird § 10 Abs. 5 S. 2-3 auf alle BImSchG Anlagen ausgeweitet..."
"Wir führen eine verbindliche Stichtagsregelung zum frühestmöglichen Zeitpunkt im Planungsprozess ein." (KoaV 2025)
BImSchG: teilweise umgesetzt für Windenergie und Wasserstoffelektrolyse (§ 10 Abs. 5)
FStrG: nicht begonnen
UVPG: nicht begonnen
WHG: nicht begonnen
BauGB: nicht begonnen
TK-NABEG: nicht begonnen
VwVfG: nicht begonnen
Landesbauordnungen: nicht begonnen
Viele Fachplanungsgesetze sehen Fristen für Antragsstellung, Öffentlichkeitsbeteiligung oder Entscheidungen von Behörden vor. Im LNG-Beschleunigungsgesetz wurden diese Fristen stark reduziert, um LNG-Terminals schneller zu genehmigen. Im FStrG wurde die Frist für Planfeststellung von Verkehrswegen im transeuropäischen Verkehrsnetz auf vier Jahre festgelegt. Der Großteil der Verfahren bleibt damit ohne Fristen. Auch wurden keine Rechtsfolgen für das Überschreiten der Frist eingeführt.
Beschlusstext
Umsetzungsstand
Insgesamt 8, davon
1 teilweise umgesetzt
"Der Bund wird in weiteren Fachplanungsgesetzen Fristverkürzungen umsetzen. Die Länder werden ihrerseits in den jeweiligen Landesfachplanungsgesetzen geeignete Fristverkürzungen einführen."
"… wird der Bund insbesondere die Bedingungen für die Fiktion der Zustimmung des Baulastträgers zur Erhöhung der Rechtssicherheit überarbeiten und die bereits geltenden Fristen nochmals reduzieren.
BImSchG: nicht begonnen
FStrG: teilweise (nur für TEN-Verkehrsprojekte) umgesetzt
UVPG: nicht begonnen
WHG: nicht begonnen
BauGB: nicht begonnen
TKG: nicht begonnen
VwVfG: nicht begonnen
Landesbauordnungen: in Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein: begonnen
Viele Bereiche des Zulassungsrechts sehen vereinfachte Verfahren vor, bei denen beispielsweise auf eine Öffentlichkeitsbeteiligung, Umweltverträglichkeitsprüfung oder Anhörung verzichtet werden kann. Vorhaben mit geringen Auswirkungen werden gesetzlich gänzlich von der Genehmigungspflicht ausgenommen. Zuletzt wurde die Freistellung der Genehmigung beispielsweise für Ersatzneubauten von Autobahnbrücken erweitert. Für viele Industrieanlagen könnte die Bundesrepublik das vereinfachte Genehmigungsverfahren einführen. Im Baurecht könnten die Länder – neben der beschlossenen Freistellung von Dachausbauten – weitere Bauvorhaben verfahrensfrei stellen.
Beschlusstext
Umsetzungsstand
Insgesamt 6, davon 3 teilweise umgesetzt
"Der Bund und die Länder werden … die Anwendung des vereinfachten Genehmigungsverfahrens ermöglichen und Fälle von unwesentlicher Bedeutung gänzlich von der Genehmigungspflicht befreien."
"Der identische, der erweiterte und der vollseitige Ersatzneubau bei Infrastrukturvorhaben soll von der Pflicht eines Planfeststellungsverfahrens ausgenommen werden. Die Plangenehmigung soll zum Regelverfahren werden. Beteiligungen der Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit sowie Prüfungen finden nur einmal statt."
BImSchG/ 4. BImSchV: teilweise umgesetzt (für Elektrolyseure)
FStrG: teilweise umgesetzt
UVPG: nicht begonnen
BauGB: nicht begonnen
WHG: nicht begonnen
"Die Länder werden die Vereinheitlichung einer verfahrens- und genehmigungsfreien Errichtung von Mobilfunkmasten vorantreiben. Dabei sollen … Verfahrensfreiheit für Anlagen mit einer Höhe von bis zu 15 m im Innen- und bis zu 20 m im Außenbereich sowie für temporäre Mobilfunkanlagen bis zu 24 Monaten gewährleistet werden."
Landesbauordnungen: teilweise umgesetzt (für Mobilfunkmasten)
Viele Fachgesetze sehen die Möglichkeit des vorzeitigen Baubeginns BImSchG (§ 8a), WHG (§ 17), UVPG (69a), FStrG (§ 17 Abs. 2) vor. Vorhaben können dadurch bereits errichtet werden, während das Genehmigungsverfahren läuft. Allerdings ist die Zulassung an hohe Hürden (Prognoseentscheidung, öffentliches / berechtigtes Interesse, Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes) geknüpft. Besonders die sogenannte Prognoseentscheidung, bei der die Behörde prüfen muss, ob sie der späteren Zulassung rechnen kann, wird als aufwendig und langwierig beschrieben.
Beschlusstext
Umsetzungsstand
Insgesamt 8, davon 1 umgesetzt, 1 begonnen
"Bund und Länder werden … Voraussetzungen dafür schaffen, dass … vorzeitigen Maßnahmenbeginns im BImSchG und in anderen Gesetzen von Vorhabenträgern und Behörden verstärkt genutzt werden kann. Dabei soll … Prognoseentscheidung entfallen, wenn es sich um Anlagen auf bestehenden Standorten oder um bloße Anlagenänderungen handelt."
"Für wesentliche Infrastrukturvorhaben wird der vorzeitige Maßnahmenbeginn zur Aufrechterhaltung einer funktionierenden Infrastruktur im laufenden Planverfahren zugelassen." (KoaV 2025)
BImSchG: umgesetzt
FStrG: begonnen
UVPG: nicht begonnen
WHG: nicht begonnen
BauGB: nicht begonnen
TKG: nicht begonnen
VwVfG: nicht begonnen
Landesbauordnungen: nicht begonnen
Aufgrund der zahlreichen unbestimmten Rechtsbegriffe und Regelungen im Artenschutz vollziehen die verschiedenen Vollzugsbehörden der Bundesländer das Naturschutzrecht sehr unterschiedlich. Immer wieder werden Investitionsprojekte durch langwierige Gerichtsverfahren zu rechtlich ungeklärten Fragestellungen verzögert. Zur Beschleunigung des Windenergieausbaus wurde im BNatSchG deshalb eine bundesweit einheitliche Prüfsystematik für bestimmte Brutvögel gesetzlich festgeschrieben. Im Beschleunigungspakt vereinbaren Bund und Länder, diese entsprechend auf Schiene, Energie, Straßen und Industrieanlagen auszuweiten.
Beschlusstext
Umsetzungsstand
Insgesamt 5, davon 1 teilweise umgesetzt, 1 begonnen
"Auch für die Modernisierung des Schienennetzes, der Energieinfrastruktur sowie des Straßennetzes und von IndustrieanlagensollenArtenschutzstandards gesetzlich … (zum Beispiel durch Ausweitung der einheitlichen Standards beim Artenschutzrechtlichen Tötungsverbot auf weitere Bereiche und Arten)."
"Wir erleichtern in einem Naturflächenbedarfsgesetz die Ausweisung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen und die Vernetzung von Ausgleichsmaßnahmen (Biotopverbund). Beim Arten- und Naturschutz soll bundeseinheitlich der Populationsansatz angewendet werden." (KoaV 2025)
BNatSchG
Energieinfrastruktur: nicht begonnen
Schiene: teilweise umgesetzt
Fernstraßen: begonnen (Ersatzgeld)
Industrieanlagen: nicht begonnen
Naturflächenbedarfsgesetz: nicht begonnen
Das Planungs-, Genehmigungs- und Verfahrensrecht sieht in vielen Fällen verpflichtende oder zumindest durch Behörden mögliche Erörterungstermine vor. Im Fachrecht werden meist abweichende Bestimmungen getroffen. Viele Unternehmen berichten von häufig unnötigen Terminen, die viel Aufwand und Zeit kosten. Bei dem Beschleunigungsgesetz zur Brennstoffumstellung wurde zumindest die Frist der Termine verkürzt. Im LNG-Beschleunigungsgesetz wurde der Termin gänzlich gestrichen.
Beschlusstext
Umsetzungsstand
Insgesamt 6, davon 1 teilweise umgesetzt, 1 begonnen
"… der Bund wird … Fakultativstellung von Erörterungsterminen im weitestmöglichen Umfang in seinen materiellen Gesetzesvorhaben umsetzen."
"Erörterungstermine werden fakultativ ausgestaltet." (KoaV 2025)
BImSchG: teilweise umgesetzt (für Windenergie und grünen Wasserstoff)
UVPG: nicht begonnen
WHG: nicht begonnen
BauGB: nicht begonnen
FStrG: begonnen
VwVfG: nicht begonnen
Die Umweltverträglichkeitsprüfung ist ein aufwendiger und komplexer Prozess im Planungs- oder Genehmigungsverfahren. Die Prüfung und Öffentlichkeitsbeteiligung nimmt viel Zeit in Anspruch. In vielen Fällen erscheint die Anforderung deshalb unverhältnismäßig. Für LNG-Terminals, Schienenmodernisierung und Ersatzneubauten von Brücken wurden deshalb bereits gesetzlich Ausnahmen bestimmt.
Die Schwellenwerte sind europarechtlich nicht vorgegeben. Viele weitere – besonders Vorhaben geringeren Umfangs oder Änderungen – könnten erleichtert werden
Beschlusstext
Umsetzungsstand
Insgesamt 1, davon 1 teilweise umgesetzt
"Umweltverträglichkeitsprüfung: … wird der Bund imRahmen der europarechtlichen Zulässigkeit Spielräume für Bagatellschwellen, etwa für Änderungs- und Modernisierungsvorhaben … gezielt nutzen (beispielsweise standortbezogene Vorprüfung bei Energieinfrastruktur) und eine Erweiterung der Ausnahmen gemäß Anlage 1 UVPG anstreben. Geprüft wird … die Unerheblichkeit … im Verkehrsbereich, bei der Energieinfrastruktur und beim RePowering, weiter gefasst werden kann…"
"Zudem werden wir nach EU-Recht zulässige Spielräume für die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nutzen und diese vereinfachen, unter anderem, indem wir Schwellenwerte für Vorhaben mit UVP-Pflicht anheben und eine Aussetzung der UVP-Vorprüfung für Änderungsgenehmigungen prüfen" (KoaV 2025)
UVPG: teilweise umgesetzt (Elektrolyseure, Schiene)
In vielen Planfeststellungs- und Genehmigungsverfahren führen Klagen oder Widersprüche zum Stopp der Verfahren. Aufgrund der langen Gerichtsverfahren kann dies die Investitionsprojekte um Jahre zurückwerfen. Für LNG-Terminals wurde dieser vorläufige Rechtsschutz deshalb eingeschränkt. Angelegt ist es auch im BImSchG für Windenergie und Elektrolyseure.
Beschlusstext
Umsetzungsstand
Insgesamt 1, davon 1 begonnen
"Das Verbandsklagerecht vor Verwaltungsgerichten werden wir reformieren, straffen und auf die tatsächliche Betroffenheit ausrichten." (KoaV 2025)
UmwRG/ BNatschG: nicht begonnen
Ein Blick auf die konkrete Gesetzgebung
Gesetzgebungsverfahren
Wesentliche Inhalte (Auswahl)
Verfahrensstand
Gesetz zur Beschleunigung des Einsatzes verflüssigten Erdgases (LNG-Beschleunigungsgesetz – LNGG)
Ausnahme Umweltverträglichkeitsprüfung
Verkürzung von Fristen
Erleichterung vorzeitiger Baubeginn
verkürzte Antragsfrist für einstweiligen Rechtsschutz
Gesetz zur Beschleunigung der Verfügbarkeit von Wasserstoff und zur Änderung weiterer rechtlicher Rahmenbedingungen für den Wasserstoffhochlauf … (Wasserstoffbeschleunigungsgesetz – WasserstoffBG)
Überragendes öffentlichesInteresse für Wasserstoffanlagen
Verkürzter Instanzenzug bei Gerichtsverfahren
Einschränkung aufschiebender Wirkung
Einschränkung der Anforderungen an öffentliche Vergaben
Gesetz zur Umsetzung von Vorgaben der Richtlinie (EU) 2023/2413 für Zulassungsverfahren nach dem Wasserhaushaltsgesetz und zur Änderung des Bundeswasserstraßengesetzes
Beschleunigung wasserrechtlicher Zulassungsverfahren bei Erneuerbaren Energien
Gesetz zur Beschleunigung der Genehmigungsverfahren von Geothermieanlagen, Wärmepumpen und Wärmespeichern sowie zur Änderung weiterer rechtlicher Rahmenbedingungen für den klimaneutralen Ausbau der Wärmeversorgung
Überragendes öffentliches Interesse für Geothermie, Wärmepumpen und Wärmespeicher
Fristen für wasser- und bergrechtliche Genehmigungsverfahren
Gesetz zur Beschleunigung des Ausbaus von Geothermieanlagen, Wärmepumpen und Wärmespeichern sowie zur Änderung weiterer rechtlicher Rahmenbedingungen für den klimaneutralen Ausbau der Wärmeversorgung
überragendes öffentliche Interesse für Geothermie sowie Wärmepumpen und Wärmespeichern
Entwurf eines Gesetzes zur Beschleunigung der Verfügbarkeit von Wasserstoff und zur Änderung weiterer rechtlicher Rahmenbedingungen für den Wasserstoffhochlauf und weiterer energierechtlicher Vorschriften
überragende öffentliche Interesse für Wasserstoffinfrastruktur
DIHK zur Verkehrsministerkonferenz am 21. und 22. Oktober in Hohenschwangau und zu drei Jahren Beschleunigungspakt: Spürbare Erfolge, aber noch viel ungenutztes Potenzial
Vor dem Hintergrund des Beschleunigungspaktes haben viele Bundesländer damit begonnen, ihre Bauordnungen zu entschlacken und mehr Tempo in die Genehmigungsverfahren zu bringen. Die DIHK hat im November 2025 zentrale gesetzliche Regelungen zur Genehmigungsbeschleunigung in den 16 verschiedenen...