07.10.2026 - „Eine Einigung zwischen China und der EU im Handelsbereich ist für die deutsche Wirtschaft von zentraler Bedeutung. Ziel muss es sein, bestehende Wettbewerbsverzerrungen, Exportbeschränkungen sowie Währungsabwertungen bei kritischen Rohstoffen konsequent abzubauen. Dazu gehören neben staatlichen Industriesubventionen insbesondere Zugangshürden für deutsche Güter- und Dienstleistungsexporte sowie Einschränkungen beim Zugang zur öffentlichen Beschaffung in China.
Eine verhandelte Handelseinigung, etwa in Form von vereinbarten Exportobergrenzen, ist einer weiteren handelspolitischen Eskalation klar vorzuziehen. Die Lieferketten zwischen Deutschland, Europa und China sind über viele Jahre gewachsen und eng miteinander verflochten. Sie lassen sich nicht kurzfristig ersetzen.
Gleichzeitig muss die EU geschlossen und entschieden auftreten, um ihre Wirtschaftsinteressen wirksam zu vertreten. Angesichts geoökonomischer Herausforderungen ist eine proaktivere, entschlossene und geschlossene EU-Wirtschaftssicherheitsagenda nötig, um strategische Abhängigkeiten zu reduzieren. Dabei gilt es, die Breite der Wirtschaft in alle Verfahren eng einzubinden, Bürokratie ab- anstatt aufzubauen und Europa nicht grundsätzlich abzuschotten oder WTO-Handelsrecht zu erodieren. Nötig sind schnellere und unbürokratische Handelsschutzmaßnahmen. Das geplante Diversifizierungsinstrument sollte auf Anreize statt Belastungen für Unternehmen wie Berichtspflichten und Zollkosten setzen. Durch ein zusätzliches Instrument gegen Marktverzerrungen könnte die EU weltweit zwar stärker verhandeln, allerdings könnten dadurch aber Handelskonflikte stärker eskalieren.
Laut einer aktuellen DIHK-Umfrage verzeichnen zwei Drittel der Unternehmen wachsende Konkurrenz durch chinesische Wettbewerber, und 55 Prozent der Unternehmen befürworten stärkere Maßnahmen der EU, um den Wettbewerbsverzerrungen im Verhältnis zu China entgegenzutreten – sogar, wenn sie dabei selbst von negativen Konsequenzen betroffen wären.”
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Veröffentlicht 07.10.2026
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Susanne Schraff
Pressesprecherin