Gut sei, dass dem Staat mehr Geld zur Verfügung stehe, weil das Wirtschaftswachstum in diesem und in den kommenden Jahren höher ausfalle als noch bei der letzten Steuerschätzung im Frühjahr erwartet, betonte Kambeck im WDR 5 Morgenecho. Man müsse die Zahlen aber kritisch betrachten. Dann stelle man fest, dass dieser Zuwachs in erster Linie daran liege, "dass der Staat so viel Geld ausgibt". Der Fiskus investiere, so Kambeck – "auch sinnvoll in Infrastruktur, in Verteidigungsausgaben" –, und diese Mehrausgaben spiegelten sich dann insgesamt im Wachstum wider.
"Das Problem ist nur, dass die private Wirtschaft eben noch nicht so wächst, wie wir das erhoffen", stellte der DIHK-Steuerexperte klar. "Da fehlen noch die Impulse – die erwarten wir, da bleibt aber einiges zu tun, was die Rahmenbedingungen anbetrifft."
Strompreissenkung würde Wachstum anreizen
Die Ankündigungen von Bundeskanzler Friedrich Merz, je nach Ergebnis der Steuerschätzung die angekündigte Strompreissenkung für alle zur realisieren, nannte Kambeck eine "gute Idee", weil auch kleine und mittelgroßen Unternehmen entlastet würden. "Das würde natürlich schon die erwarteten Mehreinnahmen erstmal verbrauchen, aber wäre eine gute Maßnahme, weil damit die Energiekosten gesenkt werden könnten – und das ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um privates Wirtschaftswachstum wieder anzureizen."
Aufgabe der Politik sei es nun, im gesamten Haushalt die richtigen Prioritäten zu setzen. In der Planung bis 2030 machten die Bereiche Soziales, Verteidigung und Zinsen einen zunehmenden Anteil aus, erinnerte der DIHK-Bereichsleiter. Diese großen Ausgabenblöcke müsse man auch wieder zurückführen. Kambeck: "In den Kernhaushalt finanzieren wir vieles mit Schulden, also da hat man schon Aufgaben, die gelöst werden müssen, damit die Rahmenbedingungen insgesamt besser werden und auf Investitionen ausgerichtet sind."
Das Interview im Original
Den kompletten Audiobeitrag "Mehr Steuereinnahmen: Wirtschaftswachstum höher" finden Sie in der Mediathek des WDR.
- Relevant im Themenfeld:
- Internationaler Handel
- Schwerpunkte:
-
- Bürokratie
- Wachstum
- Außenwirtschaft
Veröffentlicht 22.10.2026
Pressekontakt
Sven Ehling
Pressesprecher | Visuelle Kommunikation