Erneuerbare Energien sind längst wettbewerbsfähig – und doch soll das EEG mit seiner Förderlogik fortgeschrieben werden. Die DIHK sieht darin den falschen Weg: Sie plädiert für einen klaren, geplanten Ausstieg aus der staatlichen Betriebskostenförderung und hin zu einem marktlichen Ausbau erneuerbarer Energien.
Das Wichtigste in Kürze
- Erneuerbare Energien sind marktreif: Eine dauerhafte staatliche Betriebskostenförderung, wie sie die EEG-Novelle vorsieht, ist nach überwiegender Meinung der Wirtschaft nicht mehr notwendig. Wenn überhaupt gefördert werden soll, dann gezielt als Investitionsförderung.
- Differenzkontrakte bremsen den Markt: Die geplanten CfDs schwächen Preissignale, hemmen Investitionen in Speicher und Flexibilität und treiben langfristig die Systemkosten.
- Ausbauziele müssen an die Nachfrage gekoppelt werden: Starre Zielmarken ohne Bezug zum realen Stromverbrauch erzeugen teure Überkapazitäten zulasten der Wirtschaft.
- Höchstwerte bei Ausschreibungen sind zu hoch: Bei Wind an Land und Solarenergie liegen die aktuellen Förderhöchstwerte deutlich über marktüblichen Preisen – das verhindert einen fairen Wettbewerb.
- Eigenversorgung stärken: Nulleinspeisungsanlagen, die ausschließlich dem Eigenverbrauch dienen, sollten von bürokratischen Anforderungen vollständig freigestellt werden.
Hintergrund
Das EEG prägt seit über 25 Jahren die deutsche Energiewende. Es hat den Markthochlauf erneuerbarer Energien maßgeblich ermöglicht und Investitionssicherheit geschaffen – mit dem Ergebnis, dass Wind- und Solarenergie heute in weiten Teilen ohne Subventionen wettbewerbsfähig sind.
Entsprechend gut funktionieren Power Purchase Agreements (PPAs), also direkte Lieferverträge zwischen Erzeugern und Abnehmern. Dabei werden auch deutlich günstigere Preise erreicht als im geförderten Segment. Dennoch sieht der aktuelle Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums die Einführung von sogenannten Differenzkontrakten (Contracts for Difference, CfDs) vor – einem Instrument, das Erzeugern einen garantierten Referenzpreis sichert und damit Marktpreissignale abschwächt.
Gleichzeitig steigen die Systemkosten durch die EEG-Förderung und den Netzausbau massiv. Eine im Auftrag der DIHK erstellte Studie von Frontier Economics prognostiziert für Industrie und Gewerbe einen Anstieg der Netzentgelte um durchschnittlich 60 bis 70 Prozent bis zum Jahr 2045, für Unternehmen an der Höchstspannung sogar bis zu 130 Prozent.
Die DIHK mahnt in ihrer Stellungnahme zum "Entwurf eines Gesetzes für einen planbaren, kosteneffizienten, netzverträglichen und marktorientierten Ausbau der erneuerbaren Energien im Stromsektor" deshalb folgende Punkte an:
Forderungen der DIHK
Investitionsförderung statt Betriebsförderung
Wenn politisch eine Förderung als notwendig erachtet wird, sollte diese als Investitionszuschuss oder über Risikoabsicherungsmodelle für PPAs ausgestaltet werden – nicht als dauerhafte Marktprämie.
Klarer Förderausstiegspfad bis 2045
Förderlaufzeiten für Neuanlagen sollten so gestaltet werden, dass nach 2045 keine neuen Förderansprüche entstehen.
Ausbauziele dynamisch an die Stromnachfrage koppeln
Eine jährliche Anpassung der Ausbauziele an den tatsächlichen Verbrauch vermeidet kostspielige Überkapazitäten und sichert die Versorgungssicherheit.
Höchstwerte für Ausschreibungen deutlich senken
Bei Wind an Land und Solarenergie sollten die Höchstwerte um bis zu 30 Prozent gesenkt werden – jeweils mit jährlicher Degression.
Wettbewerbsfähigkeit als EEG-Ziel verankern
Das Gesetz sollte explizit die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und die Erleichterung betrieblicher Klimaneutralität als Ziele nennen.
Nulleinspeisungsanlagen gesetzlich definieren und entlasten
Anlagen, die ausschließlich zur Eigenversorgung genutzt werden und nicht ins öffentliche Netz einspeisen, sollten von Netzanschlussverfahren, Meldepflichten und Redispatch-Regelungen befreit werden.
Download
Die DIHK-Stellungnahme vom 31. Juli 2026 zum Referentenentwurf eines Gesetzes für einen planbaren, kosteneffizienten, netzverträglichen und marktorientierten Ausbau der erneuerbaren Energien im Stromsektor können Sie hier abrufen:
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DIHK-Stellungnahme EEG-Novelle
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Dateiformat: PDF (barrierefrei)
Dateigröße: 277 KB
Stand: August 2026
Seitenumfang: 16 Seiten
- Relevant im Themenfeld:
- Energie
- Schwerpunkte:
-
- Klima
Veröffentlicht 31.07.2026
Aktualisiert 18.08.2026