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"Bachelor Professional" und "Master Professional"

Neue Abschlüsse in der Höheren Berufsbildung
Junger Mann mit Doktorhut

Neue Bezeichnungen machen nun auch die Leistungen in der Höheren Berufsbildung sichtbarer

© kali9 / E+ / Getty Images

Die neuen Abschlussbezeichnungen "Bachelor Professional" und "Master Professional" gehen an den Start: Am 17. November billigte der Hauptausschuss des Bundesinstitutes für Berufsbildung in einer Sondersitzung die ersten entsprechenden Verordnungen. Sechs davon betreffen IHK-Abschlüsse.

Die neuen Begriffe sollen die Gleichwertigkeit von Beruflicher und akademischer Bildung zum Ausdruck bringen, zugleich die Praxisnähe der Berufe unterstreichen und die Mobilität von Fachkräften aus Deutschland unterstützen. 

Die Verordnungen befinden sich noch in der abschließenden Rechtsförmlichkeitsprüfung; ihre Veröffentlichung ist für Dezember 2020 geplant.

Für die sechs betroffenen IHK-Abschlüsse gibt es künftig jeweils zwei Abschlussbezeichnungen. Die Absolventen erwerben beide und können selbst entscheiden, welche sie führen wollen.

Hier die Abschlüsse und die wichtigsten weiteren Änderungen im Überblick:

Geprüfter Betriebswirt – Master Professional in Business Management

  • Es gibt eine englische Abschlussbezeichnung.

Geprüfter Fachwirt für Einkauf – Bachelor Professional in Procurement

  • Bei den dreijährigen kaufmännischen oder verwaltenden Ausbildungsberufen entfällt die Mindestberufspraxis komplett, bei den anderen Berufen wird sie um ein Jahr reduziert.
  • Für laufende Prüfungsverfahren inklusive Wiederholung ist – auf Antrag – ein Wechsel auf die neue Verordnung möglich; bestandene Teile werden angerechnet.
  • Es gibt eine englische Abschlussbezeichnung.

Geprüfter Bilanzbuchhalter – Bachelor Professional in Bilanzbuchhaltung

  • Bei den dreijährigen kaufmännischen oder verwaltenden Ausbildungsberufen entfällt die Mindestberufspraxis komplett, in allen anderen Fällen wird sie um ein Jahr reduziert.
  • Künftig muss jede der drei Aufgabenstellungen im schriftlichen Prüfungsteil bestanden werden.
  • Für laufende Prüfungsverfahren inklusive Wiederholung ist – auf Antrag – ein Wechsel auf die neue Verordnung möglich, falls jede der drei Aufgabenstellungen mindestens 50 Punkte aufweist. Andernfalls ist keine Anrechnung möglich; der schriftliche Prüfungsteil muss erneut abgelegt werden.

Geprüfter Medienfachwirt – Bachelor Professional in Media

  • Die einjährige Mindestberufspraxis für den handlungsspezifischen Teil entfällt.
  • Es gibt eine englische Abschlussbezeichnung.

Geprüfter Industriemeister – Fachrichtung Printmedien – Bachelor Professional in Print

  • Die einjährige Mindestberufspraxis für den handlungsspezifischen Teil entfällt.
  • Es gibt eine englische Abschlussbezeichnung.

Geprüfter Meister für Veranstaltungstechnik – Bachelor Professional für Veranstaltungstechnik

  • Die einjährige Mindestberufspraxis entfällt für Fachkräfte der Veranstaltungstechnik.

Lernumfänge und Umstiegsmöglichkeiten

Wer sich für eine Master-Prüfung anmeldet, hat einen Lernumfang von rund 1.600 Stunden hinter sich, für den Bachelor sind es 1.200 Stunden, die mit Vor- und Nachbereitung, dem Lehrgang selbst und der einschlägigen Berufspraxis verbracht worden sind. 

Die Prüfungsordnungen Fachwirt für Einkauf und Bilanzbuchhalter wurden inhaltsgleich schon vor dem 1. Januar 2020 umgesetzt, wer sich ab diesem Stichtag zur Prüfung angemeldet hat, kann auf Antrag bei der IHK nach der neuen Verordnung von Dezember 2020 geprüft werden und somit die neue Abschlussbezeichnung erwerben.

Die Prüfungsordnungen Betriebswirt, Veranstaltungsmeister, Medienfachwirt und Industriemeister Printmedien wurden hingegen erst Ende 2019 neu erlassen. Wer die Prüfung nach der jeweils alten Verordnung angemeldet hat, kann nicht mehr auf die neuen Abschlüsse umsteigen.

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Dr. Gordon Schenk Referatsleiter Kaufmännische Weiterbildung

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Jochen Reinecke Referatsleiter Technische Weiterbildung