Mehr Wirtschaftsbeteiligung, höheres Tempo und eine internationalere Ausrichtung: Unter welchen Umständen die von der Bundesregierung entworfene "Hightech-Agenda" zur Erfolgsstory werden kann, hat jetzt Volker Treier, Chefanalyst der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), erläutert.
Die Hightech-Agenda, die auf der Tagesordnung der Kabinettssitzung am 30. Juli steht, "kommt aus Sicht der Wirtschaft zum richtigen Zeitpunkt", betonte Volker Treier auf Medienanfrage. "Sie liefert das Signal, dass Innovationen am Standort Deutschland wieder eine Zukunft haben sollen."
Der DIHK-Chefanalyst stellte aber auch klar: "Damit aus dem Signal letztlich eine Erfolgsstory wird, ist eine enge Einbindung der Wirtschaft – und hier vor allem des Mittelstandes – in Ausgestaltung und Umsetzung vonnöten. Hier sehen wir zweifellos gute erste Ansätze."
Zweitens braucht es laut Treier "Tempo bei der Umsetzung der vorgesehenen Vorhaben". Das gelte "insbesondere bei den strukturellen Maßnahmen zur Stärkung unseres Forschungs- und Innovationssystems", erklärte er. Die Unternehmen benötigten "Öffnungs- und Experimentierklauseln, flächendeckende Reallabore, einen praxisnahen Technologietransfer sowie einen spürbaren Bürokratieabbau, um hierzulande wieder richtig innovieren zu können".
Und drittens sollte die Hightech-Agenda nach Worten des DIHK-Chefanalysten "stärker als bisher den internationalen Verflechtungen unserer Wirtschaft Rechnung tragen". Treier: "Insbesondere sollten Themen wie der Zugang zu Rohstoffen, Forschungsinfrastrukturen im Ausland oder die Diversifikation der Lieferketten auch in der Hightech-Agenda in den Blick genommen werden. So könnte die Agenda tatsächlich richtige Strahlkraft entfalten."
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Dr. Susanne GewinnusReferatsleiterin Industrie- und Forschungspolitik