Pfadnavigation

Viele Unternehmen sehen Chancen in der Kreislaufwirtschaft

Voraussetzung ist, dass die Bedingungen stimmen
Zwei Männer und eine Frau stehen vor Boxen mit sortiertem Elektroschrott

Reparieren statt Wegwerfen – nur eine Facette zirkulären Wirtschaftens

© Maskot / DigitalVision / Getty Images

Eine Transformation der deutschen Wirtschaft zur "Kreislaufwirtschaft" bewerten viele Unternehmen als vorteilhaft für das eigene Geschäft – aber nur unter den richtigen Rahmenbedingungen. Das geht aus einer Befragung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) hervor.

An der Erhebung beteiligten sich 2.000 Betriebe aus allen Branchen und Regionen. Mehr als die Hälfte davon sehen in der Umstellung des eigenen Betriebes generell eine Chance.

Achim Dercks im Eingang des Atriums

Achim Dercks

© DIHK / Werner Schuering

"Unternehmen erhoffen sich durch die Transformation konkrete Vorteile gegenüber der Konkurrenz", berichtet der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks.

Hierzu zählen der Befragung zufolge Einsparungen bei Materialkosten sowie eine gesteigerte Unabhängigkeit und Resilienz in den Lieferketten. Auch ein möglicher Imagegewinn bei Kunden und Mitarbeitern spielt eine Rolle. Vier von zehn Betrieben hoffen, hierdurch neue Kunden gewinnen zu können. 

Grafik Kreislaufwirtschaft Vertrautheit

© DIHK

Oftmals arbeiten die Unternehmen daher schon an der konkreten Umsetzung im betrieblichen Alltag. So beschäftigt sich bereits mehr als jede zweite Firma mit der Frage, wie sie ihr Geschäftsmodell mit Elementen der Kreislaufwirtschaft verbinden kann. 

Grafik Kreislaufwirtschaft Art der Chancen

© DIHK

Achim Dercks: "Die Einschätzungen der Unternehmen zeigen: Wir haben am Standort Deutschland generell die Chance, mit der Transformation zur 'Circular Economy' die Wirtschaft zu stärken und die Umwelt zu schützen. Deutschland hat im internationalen Vergleich schon jetzt hohe Recyclingquoten und großes industrielles Know-how. Wir sollten diese Vorteile nutzen, um deutsche Unternehmen als Trendsetter für grüne Produkte zu etablieren."

Die Voraussetzungen müssen stimmen

Die Umfrage zeigt aber auch: Ein erfolgreicher Übergang zur Kreislaufwirtschaft ist aus Sicht der Unternehmen keinesfalls selbstverständlich, sondern an entscheidende Bedingungen geknüpft. Erste Bedingung ist ein flächendeckender Ausbau digitaler Netze. Nur mit der entsprechenden digitalen Infrastruktur werden Unternehmen in die Lage versetzt, Kapazitäten zur Datenspeicherung und -verarbeitung aufzubauen, die wiederum die Basis bilden für Ansätze wie den Digitalen Produktpass. Zweite Bedingung ist ein europaweit einheitlicher gesetzlicher Rahmen. Drittens muss daran gearbeitet werden, einen funktionierenden Markt für Recyclingprodukte zu etablieren.

Grafik Kreislaufwirtschaft Chancen-Risiken

© DIHK

Sorgen vor erhöhtem Aufwand

Kopfzerbrechen bereitet den Unternehmen zudem die Sorge vor neuen Belastungen. So warnen drei von fünf Betrieben schon jetzt vor einem noch größeren Dokumentationsaufwand und dem hierfür erforderlichen Personaleinsatz. Immerhin jedes zweite Unternehmen befürchtet zudem höhere Kosten beim Einkauf von Rohstoffen und Vorprodukten. Mehr als jeder dritte Befragte sieht darüber hinaus ein Risiko in der Verfügbarkeit von Sekundärrohstoffen. Auch der Arbeitskräftemangel und der aktuelle Kostenvorteil natürlicher Rohstoffe werden als Herausforderung genannt.

Positive Stimmung nutzen

"Viele Unternehmen sehen die Chancen, die ihnen die Entwicklung zur zirkulären Wirtschaft bietet", resümiert Achim Dercks. "Die Politik sollte diese positive Stimmung nutzen und jetzt die richtigen Weichen stellen. Dabei kommt es darauf an, stärker als in der Vergangenheit die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen mitzudenken. Einheitliche Standards für die Kreislaufwirtschaft innerhalb Europas sind aus Sicht von drei Viertel der Firmen zentrale Bausteine dafür."

Die Ergebnisse der DIHK-Umfrage zur Circular Economy finden Sie hier zum Download:
"Kreislaufwirtschaft als Chance?" (PDF, 5 MB)

Kontakt

Avatar weiblich
Katharina Hurka Referatsleiterin Europäische Umwelt- und Rohstoffpolitik

Kontakt

Petri, Christoph_quer
Christoph Petri Referatsleiter Umwelt- und Rohstoffpolitik

Kontakt

Porträtbild Petra Blum, Pressesprecherin
Petra Blum Pressesprecherin