Pfadnavigation

Wie ein europäischer Wasserstoffmarkt gelingen kann

DIHK bezieht Stellung zum Gas- und Wasserstoffpaket
Wasserstoffpipeline

Wo und wie kann künftig Wasserstoff fließen?

© Petmal / iStock / Getty Images Plus

Die Pläne der EU zur Schaffung eines Wasserstoffmarktes sind aus Sicht der Unternehmen noch optimierbar. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) spricht sich unter anderem für einen bilanziellen Handel aus.

Im Rahmen ihres "Fit for 55"-Klimaplans, der die CO2-Emissionen der Europäischen Union bis zum Jahr 2030 um 55 Prozent gegenüber 1990 absenken soll, hat die EU-Kommission im Dezember 2021 auch ein Gesetzgebungspaket zur Dekarbonisierung des Erdgasmarktes und zur Schaffung eines europäischen Wasserstoffmarktes vorgelegt.

Konkret zielen ihre Vorschläge zur Neufassung der Gasrichtlinie und der Erdgaszugangsverordnung darauf ab, die Einspeisung erneuerbarer und CO2-armer Gase in das existierende Erdgasnetz zu erleichtern sowie eine zusätzliche Infrastruktur und einen Markt für Wasserstoff voranzubringen. Zudem sollen die Netzplanung sektorübergreifender organisiert, die Rolle der Verbraucher gestärkt und die Gasversorgungssicherheit erhöht werden.

Der DIHK sieht dabei Ansatzpunkte für Verbesserungen.

Auch bilanziellen Handel mit Wasserstoff ermöglichen

So spricht er sich etwa für eine einheitliche Definition und die Zertifizierung von klimafreundlichem Wasserstoff (H2) aus, und er empfiehlt, in der H2-Marktanlaufphase ein Herkunftsnachweissystem zu nutzen, das einen bilanziellen Handel ermöglicht. So könnte die Mehrheit der Unternehmen, die noch nicht physisch an die entsprechende Infrastruktur angeschlossen sind, "virtuell" mit klimafreundlichem Wasserstoff versorgt werden – der Ausbau des Netzes könnte dann anschließend entsprechend der Nachfrage fortgesetzt werden.

Alternativ sollte zumindest das (von der Kommission präferierte) Massebilanzierungssystem so gestaltet werden, dass es den H2-Handel im gesamten europäischen Leitungsnetz ermöglicht – das dann regulatorisch als einheitliche Infrastruktur zu betrachten wäre.

Umrüstung unterstützen, Entflechtung mit Augenmaß

Als Triebfeder für den Einsatz klimafreundlichen Wasserstoffes sollte nach Auffassung des DIHK die CO2-Bepreisung dienen; und er plädiert dafür, Investitionen in die Umrüstung übergangsweise finanziell zu unterstützen.

Die Entflechtungsregeln für den Erdgasmarkt hätten sich grundsätzlich bewährt, heißt es in der Stellungnahme. Die Vorschläge der EU-Kommission, nach denen Produktion und Betrieb der Transportinfrastruktur getrennt werden sollen (Unbundling), gingen jedoch darüber hinaus und könnten zu einer kontraproduktiven Verlangsamung der Entwicklung der H2-Infrastruktur führen.

Im Gesetzgebungsverfahren wird nun in einem nächsten Schritt im Industrie- und Energieausschuss über einen finalen Bericht beraten, der dem Parlament wahrscheinlich bis Ende des Jahres zur Abstimmung vorgelegt wird.

Die komplette Stellungnahme gibt es hier zum Download:
DIHK-Stellungnahme zum EU-Gas- und Wasserstoffpaket (PDF, 231 KB)

Kontakt

Louise Maizières
Louise Maizières Referatsleiterin für Wasserstoff, Wärme und alternative Antriebe

Kontakt

Porträtfoto Josephine Möslein
Josephine Möslein Referatsleiterin Europäische Energie- und Klimapolitik

Kontakt

Porträtfoto Susanne Schraff
Susanne Schraff Pressesprecherin