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Einige Fakten rund um den DIHK

Was Wirtschaft, Politik und Gesellschaft von der IHK-Organisation haben
Eingang zum Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin, Sitz des DIHK

Sitz des DIHK: das Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin

© Dr. Mona Moraht / DIHK

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Porträtfoto Urban Comploj
Urban Comploj Referatsleiter Texte und Reden
historische industrie

© clu / iStock / Getty Images Plus

DIHK und IHKs: Wer wir sind – und was wir machen 

Der DIHK ist die Dachorganisation der 79 Industrie- und Handelskammern (IHKs) mit insgesamt mehr als drei Millionen Mitgliedsunternehmen – vom Kioskbesitzer über die Buchhändlerin und dem innovativen Impfstoffhersteller bis hin zum Großkonzern. Der DIHK spricht für die Unternehmen aus Handel, Dienstleistung und Industrie. Nahezu alle Branchen sind hier vertreten – außer Handwerk, freien Berufen, Landwirtschaft und öffentlichem Dienst. Zudem koordiniert der DIHK das Netz der Auslandshandelskammern (AHKs) mit mehr als 140 Standorten in mittlerweile 94 Ländern der Welt. 

Seit 160 Jahren gibt es den DIHK als die Institution, in der sich die deutschen Industrie- und Handelskammern organisieren, um ihre überregionalen Interessen abzugleichen und zu formulieren. Die 79 IHKs selbst sind teilweise noch älter. Die Kammer in Bremen wurde 1451 gegründet, Kassel folgte 1763, dann Köln im Jahr 1797, Duisburg 1831 und Chemnitz 1862. 

Der DIHK kann Trends, Entwicklungen und Sorgen der Unternehmen beschreiben, weil er sie konkret aus der unternehmerischen Praxis gemeldet bekommt. Politik und Verwaltung fragen dieses Wissen oft nach, um es bei ihren wirtschaftspolitischen Entscheidungen zugrunde zu legen. Woher dieses Insider-Wissen stammt? Von den vielen Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich in der Interessenvertretung im weitverzweigten Netz von IHKs in den Regionen und AHKs in aller Welt engagieren.

Raum mit vielen Geschäftsleuten an Tischen

© IHK Nürnberg für Mittelfranken / Kurt Fuchs

Nah an der unternehmerischen Praxis – dank Ehrenamt und IHK-Netzwerk

In den gewählten Vollversammlungen der IHKs arbeiten insgesamt mehr als 5.000 Unternehmerinnen und Unternehmer ehrenamtlich mit. 78 Prozent davon kommen aus kleinen und mittleren Betrieben. Ähnlich zusammengesetzt sind auch die IHK-Präsidien sowie die Gremien des DIHK. Allein über die 16 Fachausschüsse des DIHK – von der Außenwirtschaft bis zu Verkehrswirtschaft – sind zusätzlich 1.200 Unternehmensvertreter unmittelbar in der Dachorganisation engagiert. Vom DIHK koordiniert, bearbeitet die Wirtschaft zudem in mehr als 160 Arbeitskreisen und Netzwerken viele wirtschaftspolitische und unternehmenspraktische Themen. Dazu gehören die Förderung der Aus- und Weiterbildung sowie Fragen der Steuerpolitik, aber auch Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Integration von Flüchtlingen oder die Nutzungsmöglichkeiten von Freihandelsabkommen für kleine Unternehmen.

Die 79 IHKs, der DIHK und das AHK-Netz mit zusammen rund 11.000 Mitarbeitern sind regelmäßig im Austausch mit vielen Mitgliedsunternehmen, um konkrete Unterstützung zu bieten und praktische Probleme zu bearbeiten. Vor der Corona-Krise haben IHK-Beschäftigte bundesweit insgesamt jährlich mehr als 120.000 Unternehmensbesuche absolviert. Damit sind die IHKs an jedem Werktag in 550 deutschen Betrieben vor Ort. In der Corona-Krise sind daraus mehr als eine halbe Million Beratungstelefonate und Live-Chats geworden – mit teilweise auch am Wochenende geschalteten Hotlines.

Solche Kontakte liefern – zusammengeführt beim DIHK – wichtige Erkenntnisse zum wirtschaftlichen Geschehen und sind Basis für wirtschaftspolitische Vorschläge. So beruhen etwa die DIHK-Reports zum Gründungsgeschehen und zur Unternehmensnachfolge auf Beratungsgesprächen mit zuletzt jährlich 180.000 Existenzgründern, 7.200 Senior-Unternehmerinnen und -Unternehmern, die Nachfolger suchen, und 4.300 Menschen, die einen Betrieb übernehmen wollen.

Viele Charts liegen auf einem Tisch und zwei Personen besprechen diese.

© Sutad watthanakul / iStock / Getty Images Plus

Politikberatung und Interessenvertretung – im Auftrag der Unternehmen

Rund 600 Mal pro Legislaturperiode bitten Bundesregierung, Bundestag und Bundesverfassungsgericht den DIHK um eine Stellungnahme, weil sie vor einer Entscheidung eine ausgewogene Problemdarstellung aus der Wirtschaft benötigen. Für Unternehmen erstellt der DIHK jährlich mehr als 10.000 Wirtschaftsinformationen. Dazu gehören Informationen für den unternehmerischen Alltag ebenso wie Umfrageergebnisse zu unterschiedlichen wirtschaftspolitischen Fragestellungen und Entwicklungen.

Die DIHK-Konjunkturumfragen – drei Mal jährlich durchgeführt – basieren jeweils auf rund 30.000 Antworten aus Betrieben aller Branchen und Regionen sowie Betriebsgrößen. Dazu kommen Sonderauswertungen, wie kürzlich zur Bedeutung des Rohstoffmangels. Das verbessert die Faktenbasis auch für kurzfristige Entscheidungen: In der Corona-Krise haben im Verlauf des letzten Jahres fünf DIHK-Blitzumfragen, die jeweils innerhalb von einer Woche erhoben wurden, sehr konkrete Zahlen zur aktuellen Lage geliefert – insbesondere zu den Auswirkungen des Lockdowns.

Die IHK-Beiträge sind nach Ertragskraft gestaffelt. Die Unternehmen, die IHK-Beiträge entrichten müssen, zahlen dafür im Schnitt 36 Euro im Monat an ihre IHK. 70 Cent davon gehen an den DIHK. Viele IHK-Mitglieder bekommen die DIHK-Leistungen sogar umsonst. Denn rund 40 Prozent der IHK-Mitgliedsunternehmen sind aufgrund ihrer eher geringen Erträge von IHK-Beiträgen befreit.

Symbolbild Ausbildung Mädchen lächelt in die Kamera

© alvarez / E+

Unser Herz schlägt für die duale Berufsausbildung 

Rund 750.000 überwiegend junge Menschen absolvieren gerade eine Berufsausbildung in einem IHK-Mitgliedsbetrieb – also in Handel, Dienstleistung oder Industrie. Auch in Corona-Zeiten hat die IHK-Organisation hier fast 300.000 bundeseinheitliche Abschlussprüfungen ermöglicht.

Das weltweit anerkannte Niveau der Beruflichen Bildung mit ihrer besonderen Kombination aus Praxis und Theorie funktioniert nur, weil sich die Wirtschaft finanziell und in solidarischer Selbstverpflichtung engagiert. Dazu gehört unter anderem der ehrenamtliche Einsatz von aktuell fast 170.000 Prüferinnen und Prüfern.

Beim Thema Aus- und Weiterbildung stehen IHKs und der DIHK für vielfältige Aktionen, die Unternehmen, Jugendlichen und auch ihren Eltern Lust auf Ausbildung machen – von Integrationsprojekten für Flüchtlinge oder Schulabbrecher bis hin zur Bundes-Bestenehrung.

LKW, Frachtschiff und Flugzeug im Hafen

© Tryaging / iStock / Getty Images Plus

Aktiv für die deutsche Wirtschaft – rund um den Globus 

Der DIHK bündelt die Erfahrungen aus dem Netz der Auslandshandelskammern, das er in Kooperation mit dem Bundeswirtschaftsministerium koordiniert. Seit der Gründung der ersten AHK vor 125 Jahren unterstützen die rund 140 Büros in über 90 Ländern deutsche Unternehmen bei ihren wirtschaftlichen Aktivitäten in aller Welt. Durch die Verbindung mit dem regionalen IHK-Netzwerk in Deutschland haben Betriebe aus allen Branchen einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu den Angeboten der Auslandshandelskammer, Delegationen und Repräsentanzen der deutschen Wirtschaft.

Viele Länder beneiden Deutschland um diese Konstruktion: In der angelsächsischen Wirtschaftspresse wird das AHK-Netz als "Germany's Secret Economic Weapon" (Wall Street Journal) bezeichnet. Für die deutsche Wirtschaft sind die AHKs als Türöffner in aller Welt sehr wichtig. Denn die deutsche Wirtschaft ist weltweit so stark vernetzt wie keine andere. Jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hängt vom Export ab, in der Industrie sogar jeder zweite. Mittelständische Betriebe aus Deutschland mit grenzüberschreitenden Handelsverbindungen sind im Durchschnitt in 17 anderen Ländern aktiv. Diese Betriebe können durch das Zusammenwirken von IHKs und AHKs gut begleitetet werden: Im Inland stellt die IHK-Organisation beispielsweise im Jahr 2020 die Rekordzahl von fast zwei Millionen Ursprungszeugnissen aus. In den AHKs gibt es insgesamt rund 50.000 Mitgliedschaften von Unternehmen aus Deutschland sowie den jeweiligen Gastländern.

Der DIHK vertritt die international tätige deutsche Wirtschaft darüber hinaus in den internationalen Kammerorganisationen ICC und WCF (World Chambers Federation). Diese Mitgliedschaft eröffnet der deutschen Wirtschaft den für wichtigen Einfluss auf global anerkannte ICC-Regeln und Standards des Welthandels bei Ursprungszeugnissen, ATA-Carnets oder internationalen Musterverträge. Das hat handfeste finanzielle Vorteile insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen bei internationalen Geschäften. Denn sie können so Ursprungszeugnisse und Handelsdokumente kostengünstig über IHKs abwickeln. In anderen Ländern gibt es dafür erhebliche Mehrkosten.

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