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DIHK-Gründerreport: Talfahrt mit Lichtblicken

Zahl der Jungunternehmer sinkt, Vorbereitung verbessert sich

(31.05.2017) Immer weniger Menschen in Deutschland wollen Unternehmer werden. In seinem jüngsten Gründerreport konstatiert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) einen neuen Tiefststand beim Interesse an der Selbstständigkeit.

Cover DIHK-Gründerreport 2017

In Deutschland sehe es in punkto Unternehmergeist nicht gut aus, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer der Tageszeitung "Die Welt". Er erinnerte an eine vom Gemeinschaftsausschuss der Deutschen Gewerblichen Wirtschaft beauftragte internationale Vergleichsstudie, die im vergangenen Herbst aufzeigte, dass etwa in Großbritannien oder Israel mehr Erwerbstätige als hierzulande den Karriereschritt "Unternehmer" für erstrebenswert halten.

"Trotz vieler Förderprogramme und Start-up-Kampagnen haben die Industrie- und Handelskammern (IHKs) im vergangenen Jahr erstmals weniger als 200.000 Gespräche mit angehenden Gründerinnen und Gründern geführt", berichtete Schweitzer von den Ergebnissen der neuen Erhebung. Dies bedeute ein Minus von rund sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr und den niedrigsten Stand seit der ersten Umfrage vor 15 Jahren.

Als Gründe nannte Schweitzer zum einen den guten Arbeitsmarkt – "es gibt wenige Gründungen aus Mangel an Alternativen" –, zum anderen den Faktor Demografie: "Die besonders gründungsaffinen Jahrgänge zwischen 25 und 45 Jahren schrumpfen." Erfreulich sei jedoch, dass ein leicht steigender Anteil von wachstumsorientierten Start-ups mit guter Vorbereitung an den Start gehe.

Als einen Schlüssel zu mehr Gründungen empfahl er spürbaren Bürokratieabbau: In nahezu jedem Beratungsgespräch berichteten Jungunternehmer von komplizierten Regulierungen, Meldepflichten und Formularen. Gerade innovative Start-ups wünschten sich "One-Stop-Shops statt Behördenmarathon", wollten alles an einer Stelle erledigen. "Zudem sollte jede Gründung inklusive aller Genehmigungen binnen eines Monats möglich sein."

Wie der aktuelle DIHK-Gründerreport belegt, verzeichnen die IHKs auch Nachfragen von Flüchtlingen, die sich selbstständig machen möchten. "Im Jahr 2016 haben sich rund 700 Geflüchtete bei den IHKs zur Unternehmensgründung erkundigt", berichtete der DIHK-Präsident. "Das ist zwar ein noch kleiner Anteil, allerdings mit steigender Tendenz." Es gebe erste Gründungen im Handel, in der Gastronomie, vereinzelt auch in der IT-Branche. "Neben schwieriger Finanzierung sehen die IHKs vor allem Rechtsunsicherheit und mangelnde Deutschkenntnisse als Starthürden."

Gründungsinteressierten Flüchtlingen sei sehr geholfen, wenn die Ausländerbehörden rasch Klarheit über Art und Dauer des Aufenthaltes schafften, betonte Schweitzer. "Auf dieser Basis können sich die Geflüchteten viel besser auf ihr Gründungsvorhaben konzentrieren. Bei der Vermittlung von Sprachkenntnissen sollten auch Module für Selbstständige eine Rolle spielen, die dabei helfen, in verhandlungssicherem Deutsch mit Geschäfts- und Finanzierungspartnern in Kontakt zu treten."

Sie finden den DIHK-Gründerreport 2017 und die internationale Vergleichsstudie von September 2016 rechts oben zum Download.